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Anstoßen mit Kaffee: (v.l.) Franz und Isolde Richter freuen sich mit Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer über die Eröffnung des Dinzler-Neubaus. 

„Zentrum für Kunst, Kultur und Handwerk“

Der Kaffee ist fertig: Dinzler eröffnet Neubau am Irschenberg offiziell

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Zum Einkehrschwung lädt „Otto“ schon seit Ende Februar. Gestern hat die Kaffeerösterei Dinzler ihren Neubau am Irschenberg auch offiziell eröffnet. Es ging nicht nur um die Bohne.

Irschenberg – Die Sonne Kolumbiens mussten sich die Gäste im „Buena Vista“ dazudenken. Und damit auch den Bergblick, der den Veranstaltungsraum im Neubau der Kaffeerösterei Dinzler auszeichnen soll. Dichte Wolken und feiner Schneefall erinnerten bei der offiziellen Eröffnung des nach Firmengründer Otto Dinzler benannten Gebäudes daran, dass die klimatischen Bedingungen am Irschenberg doch etwas rauer sind als auf den Kaffeeplantagen, von denen die Rösterei ihre Bohnen bezieht. „Im fairen Handel“, wie Senior-Chef Franz Richter betonte.

Wer auf den Blick aus dem Fenster verzichtete, fühlte sich am Montagmittag aber fast wie auf einer Reise ins Mutterland des Kaffees. In zwei Gruppen wurden die geladenen Gäste vom Foyer des Altbaus durch die Rösterei hinüber in den neuen „Otto“ geführt. Dort mischte sich dann der unverkennbare Kaffeegeruch mit den Düften unterschiedlichster kulinarischer Köstlichkeiten. Ob Schokoladenspieße in der gläsernen Konditorei, Pulled Pork und Burger im Raum „Panama“ oder Parmesan und Oliven in der Vinothek: Die Familie Richter ließ sich nicht lumpen, die Besucher davon zu überzeugen, dass sie viel mehr bieten kann als Kaffee.

Nicht umsonst haben die Richters ihrem „Otto“ ein Motto verpasst: ein Zentrum für Kunst, Kultur und Handwerk soll er sein, erklärte Franz Richter. Der Fokus soll vor allem auf Veranstaltungen wie Konzerten, Produktpräsentationen oder Barista-Kursen liegen. „Die Nachfrage ist stetig gestiegen“, sagte Richter. Weil die Verwaltung im Altbau mehr Platz gebraucht habe, sei dafür aber letztlich nur noch ein Raum zur Verfügung gestanden.

Im „Otto“ sind es nun bis zu vier: „Buena Vista“, „Panama“, der Kaffeespeicher und bei Bedarf auch noch das Foyer. Zum Kulturveranstalter aufschwingen wolle sich Dinzler aber nicht, betonte Richter. Vielmehr setze man weiterhin auf die Zusammenarbeit mit professionellen Agenturen. „Die können das besser, unser Kernthema ist und bleibt der Kaffee.“

Dass das Unternehmen darin richtig gut ist, hob auch Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer in seinem Grußwort hervor. „Dinzler-Kaffee ist Lebensfreude, Magnet und eine Lokomotive, die den Namen Irschenberg in die Welt hinausträgt“, lobte Schönauer. „Und Gewerbesteuer bringt er auch“, feixte der Bürgermeister. Seit Rad-Profi Christian Grasmann 2008 den Kontakt hergestellt habe, erlebe er die Firma Dinzler stets als „Unternehmen von Format“. Für die Familie Richter gelten noch das Wort und der Handschlag.

Mit dem Neubau laufe sie nun „mit hoher Geschwindigkeit in die richtige Richtung“. Ohne dabei das Wohlbefinden ihrer rund 200 Mitarbeiter aus den Augen zu verlieren. Aus Rücksicht auf die Belegschaft würden die Richters an den umsatzstärksten Tagen wie Weihnachten, Silvester und Neujahr auf eine Öffnung ihrer Häuser verzichten.

Als „echte Kaffeetante“ bekannte sich auch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Dinzler sei ein Familienunternehmen, das in die Region investiere und Zukunftsperspektiven vor Ort schaffe. Sämtliche Produktionsschritte fänden am Irschenberg statt – Nachhaltigkeit werde damit bei Dinzler gelebt, so Aigner.

Der Senior-Chef bedankte sich für die warmen Worte. „Wir sind froh, dass wir an diesem Platz sein dürfen“, sagte er. Auf „kurzem Weg“ habe man mit der Gemeinde viele Themen umgesetzt. Auch die beteiligten Architekten und Projektplaner lobte Richter – und seinen Rechtsanwalt. „Leider hat die Baufirma nicht zu 100 Prozent unseren Vorstellungen entsprochen“, sagte Richterzum Streit mit dem Generalunternehmer Dechant (wir berichteten). Zum genauen Stand wollte er sich auf Nachfrage nicht äußern. Ziel sei es aber weiter, eine „einvernehmliche Lösung“ anzustreben.

In bestem Einvernehmen befinden sich die Richters laut dem Senior-Chef mit der Firmengründer-Familie Dinzler. Diese hat zur Eröffnung ein Geschenk mitgebracht: ein Porträt von Otto Dinzler. Laut Richter soll es einen Ehrenplatz bekommen: selbstverständlich im neuen „Otto“.

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