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Franz und Katrin Richter führen durch den Dinzler-Neubau am Irschenberg.

Kaffeerösterei am Irschnberg erweitert

Die ersten Einblicke: Ein Rundgang durch den neuen Dinzler

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Die Kaffeerösterei Dinzler erweitert. Seit knapp einem Jahr wird neben dem bestehenden Gebäude an dem 4500 Quadratmeter großen Neubau gearbeitet. Ein Rundgang.

Irschenberg – Der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee begleitet einen auf dem Weg zur Baustelle. Der direkte Zugang von der Kaffeerösterei Dinzler in den entstehenden Neubau ist noch nicht offen, deshalb gelangt man nur von außen in das Gebäude. Auf 4500 Quadratmeter erweitert die Familie Richter ihr Unternehmen. Bei einem ersten Besuch erklären Franz Richter (62) und Tochter Katrin (33), was sie vorhaben. Die Ideen sprudeln, das Konzept ist noch lange nicht zu Ende gedacht.

Die Kaffeerösterei hat seit Dezember 2011 ihren Hauptsitz am Irschenberg. 14 Jahre zuvor erwarb Isolde Richter das Rosenheimer Unternehmen und führte es gemeinsam mit ihrem Mann Franz. Aus den meisten Belangen haben sich die beiden nun zurückgezogen und lassen die jüngere Generation machen. Im Dezember feiert die Familie 20-jähriges Jubiläum, im Januar 2018 soll der rund 14 Millionen Euro teure Neubau eröffnen. Und der bietet Platz und Möglichkeiten für viele weitere Jahre Dinzler.

Am Neubau wird fleißig gearbeitet.

Neben der Tiefgarage, die knapp 100 Plätze bieten wird, liegt ein Raum – acht Meter hoch und 800 Quadratmeter groß – der mit seinen Säulen an ein Atrium erinnert. „In der unteren Etage wollen wir Kaffee lagern“, sagt Franz Richter. Er lässt den Blick über den Raum schweifen. „Wir sind aber noch am Überlegen, wozu wir das noch nutzen können.“ Ausstellungen, Konzerte – alles scheint möglich. Katrin Richter sagt: „So schön hätten wir uns das Lager gar nicht vorgestellt.“

Der Raum im Keller bietet viele Möglichkeiten.

Von hier aus geht es über Treppen oder einen Aufzug – einer für Personen und einer für Lasten wie beispielsweise Autos – ins Erdgeschoss. Eine Glasfront zeigt zum Parkplatz – wie immer ist alles voll. „Hier stellen wir Kaffeemaschinen aus“, sagt Franz Richter. Auch die Möglichkeit einer Bar ist vorhanden. Ein paar Schritte weiter rechts, schon steht man in der zukünftigen Konditorei. Dunkelbraune Fliesen zieren die Wände, aus einer Ecke dröhnt das Radio der Bauarbeiter. Derzeit arbeiten rund 15 Konditoren inklusive Auszubildende bei Dinzler. Vom Croissant über Kleingebäck bis Torten wird hier alles selbst gemacht. Die neue Konditorei soll mehr Platz dafür bieten und eine Möglichkeit, die Kuchen in einem Schaufenster zu zeigen.

Hier soll die neue Konditorei entstehen.

Ihr Können zeigen und weitergeben dürfen die Konditoren einen Stock höher. Auf 600 Quadratmeter erstrecken sich hier zwei Veranstaltungsräume und ein Foyer plus Terrasse. In dem kleineren der beiden Räume sollen eine Bar, mobile Kochfelder und acht Wagen mit Kaffeemaschinen Platz finden. „Zum Beispiel für Barista-Kurse“, erklärt Katrin Richter. Oder Back- und Sommelierkurse. Der Raum soll Panama getauft werden.

Ein Veranstaltungsraum, der für Kurse genutzt werden soll.

Buena Vista – schöne Aussicht – heißt der Raum nebenan. Von hier blickt man auf das Dach der Tiefgarage – Bauutensilien stapeln sich derzeit dort. „Das Dach wird mit Humus aufgefüllt und bepflanzt“, sagt Franz Richter. „Der Architekt sollte das Gebäude in das Landschaftsbild einfügen.“ Ob ihm das tatsächlich gelungen ist, wird sich spätestens bei der Eröffnung im Januar 2018 zeigen.

Der Blick auf das Dach der Garage. Hier soll noch bepflanzt werden.

Gemietet werden können die Räume beispielsweise für Konzerte oder Hochzeiten. Für Letztere hat die Unternehmerfamilie noch ein besonderes Schmankerl parat: Zwischen Alt- und Neubau entsteht eine Orangerie – ein Gewächshaus für Zitruspflanzen. Etwa 100 Menschen sollen darin Platz finden. „Die Ideen gehen uns nicht aus“, sagt Katrin Richter und lacht ihren Vater an.

Zwischen den beiden Gebäuden entsteht noch eine Orangerie.

Der steht mit verschränkten Armen vor den großen Fenstern. Er runzelt die Stirn. „Wir verhalten uns nicht wie die Axt im Walde“, betont er. „Alle, die hier wohnen, sollen mit der Situation umgehen können.“ Deshalb hat die Familie bisher auch nicht geplant, das Flachdach des Neubaus zu nutzen. Auch wenn Franz Richter dieses als „genial“ bezeichnet. „Wenn du da oben stehst, bist du wie entrückt.“ Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Das scheint das Motto der Familie Richter, die ihr Konzept stetig zu erweitern scheint.

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