1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Irschenberg

Kiesabbau in Irschenberg: Bürgerinitiative will Vorhaben in Oberhasling stoppen

Erstellt:

Von: Sebastian Grauvogl

Kommentare

Machen mobil gegen den Kiesabbau: die Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative Irschenberg mit (v.l.) Veronika Westphal, Martin Geier, Konstanze Knoblich, Tatjana Piontek, Helge Greive und Florian Kories.
Machen mobil gegen den Kiesabbau: die Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative Irschenberg mit (v.l.) Veronika Westphal, Martin Geier, Konstanze Knoblich, Tatjana Piontek, Helge Greive und Florian Kories. © Thomas Plettenberg

Der geplante Kiesabbau in Oberhasling treibt nicht nur die direkten Anwohner um. Zwölf Bürger aus dem benachbarten Auerschmied haben die Bürgerinitiative Irschenberg gegründet.

Irschenberg – Die A8 trennt den Irschenberger Ortsteil Auerschmied von Oberhasling. Dennoch fühlt man sich miteinander verbunden – jetzt sogar noch stärker, denn: Mit der nordwestlich von Oberhasling geplanten Kiesgrube fürchten nicht nur die direkten Nachbarn dort Probleme, sondern auch die Anwohner von Auerschmied. Dort nämlich würde die Route der Lkw durchführen, wenn sie den geförderten Kies zur B472 und weiter Richtung Irschenberg transportieren. Mehr als 100 Fahrten pro Tag mit entsprechender Lärm- und Staubbelastung fürchten die Auerschmiedler – und das wollen sie verhindern. Kurz bevor der Gemeinderat am Mittwochabend über den Antrag der Firma abstimmen wird, haben sie am Samstag eine Bürgerinitiative gegründet.

Die Spontaneität der Aktion erklärt Sprecher Florian Kories (35) mit mehr und mehr geschwundenen Hoffnung auf ein klares „Nein“ der Gemeinderäte. „Wir vermissen hier eine klare Positionierung“, sagt Kories. Vielmehr spüre man eine gewisse Ohnmacht, dass eine Ablehnung des Antrags nichts bringe, weil die Gemeinde baurechtlich über keine Handhabe gegen das Vorhaben verfüge. Die Bürgerinitiative, die dank einer Online-Petition binnen 24 Stunden mehr als 230 Unterstützer gefunden habe, will dennoch dagegen ankämpfen. Denn selbst wenn sich der Kiesabbau nicht gänzlich stoppen lasse, so könne man doch einiges tun, um die Folgen erträglicher zu machen.

Bürgermeister verweist auf Infoveranstaltung

Bürgermeister Klaus Meixner hat von der Initiative aus Auerschmied erfahren. Er betont auf Nachfrage unserer Zeitung erneut, dass ein Veto der Gemeinderäte allenfalls symbolischen Wert hätte. Es gebe aber keinen Freibrief für die Firma, im Gegenteil: Alle Fachstellen am Landratsamt (Naturschutz, Wasserrecht,...) seien am Verfahren beteiligt. Es gebe strenge Regeln und Auflagen für den Abbau und Transport. Obendrein sei das Unternehmen gesprächsbereit und werde sich bei der Infoveranstaltung am heutigen Dienstagabend in der Turnhalle in Irschenberg den Fragen der Bürger stellen. Auch konkrete Zahlen würden genannt. „Da ist vieles im Umlauf, was so nicht stimmt“, so Meixner. Selbstverständlich könnten auch die Zuhörer das Wort ergreifen.

Lesen Sie auch: Kiesabbau in Oberhasling: Anwohner in großer Sorge

Das werden die Oberhaslinger und Auerschmiedler auch tun, kündigt Kories an. Trotz der Kürze der Zeit habe man noch einiges auf die Beine gestellt. So druckten die Mitstreiter so viele Flyer und Plakate, wie ihre Tintenkartuschen im Homeoffice hergaben. Auch Plakate malten sie. Beim Online-Auftritt der Bürgerinitiative ist Kories gar ein kleiner Coup gelungen. Er sicherte sich die noch freie Domain www.irschenberg.org. Die offizielle Homepage der Gemeinde lautet www.irschenberg.de.

Bürgerinitiative formuliert klare Ziele

Neben einer klaren Ablehnung des Kiesabbaus im Gemeinderat wünschen sich die Mitstreiter, dass alle Hebel gegen das Vorhaben in Bewegung gesetzt werden. Obwohl Oberhasling im Außenbereich liege, handle es sich faktisch um ein Wohngebiet, wodurch die Kiesgrube eigentlich einen Abstand von 300 statt nur 20 Metern zu den Häusern einhalten müsse. In Sachen Verkehr hält es Kories für notwendig, über mehr Tempo 30 nachzudenken. So würden die Lkw auf ihrer Strecke an zwei Kindergärten sowie vielen Schulwegen vorbeikommen. Zudem müsse man sicherstellen, dass die nach dem Abbauende in zehn Jahren vorgeschriebene Verfüllung der Grube nicht mit belastetem Material erfolge.

Auch interessant: Brand in Oberhasling: Gebäude komplett in Flammen

Zu guter Letzt will die Initiative verhindern, dass der Kiesabbau ein Türöffner für weitere Vorhaben dieser Art wird. Kories fragt: „Wer garantiert uns, dass nicht noch weitere Wiesen ausgehoben werden?“

Die Infoveranstaltung

zum geplanten Kiesabbau in Oberhasling beginnt am heutigen Dienstag um 19 Uhr in der Turnhalle in Irschenberg. Einlass ist bereits um 18.30 Uhr. Wie die Gemeinde mitteilt, sind wegen der Abstandsregeln maximal 70 Sitzplätze verfügbar. Es gilt die 3G-Regel und eine FFP2-Maskenpflicht.

sg

Auch interessant

Kommentare