„Denken Sie groß“: Kinderdorfleiter Wolfgang Hodbod (l.) freut sich über die Energie des Projekts „Kinderbauernhof“, das von Matthias Schweinberger und Christina Strobel vorangetrieben und unterstützt wird.
+
„Denken Sie groß“: Kinderdorfleiter Wolfgang Hodbod (l.) freut sich über die Energie des Projekts „Kinderbauernhof“, das von Matthias Schweinberger und Christina Strobel vorangetrieben und unterstützt wird.

Wiese in Irschenberg

Der Traum von einem Kinderbauernhof: Einrichtung sucht Pachtgrundstück

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
    schließen

Ein Kinderbauernhof in Irschenberg? Was nach einem fantasievollen Arbeitstitel klingt, könnte für die Bewohner des Kinderdorfs bald Realität werden.

Irschenberg – Wenn Kinder ihre Wünsche auf ein Blatt Papier malen, kommen kühne Pläne dabei heraus. Im Caritas Kinderdorf Irschenberg etwa hätten einige der jungen Bewohner gerne Giraffen und Elefanten. „Und vielleicht noch eine Robbe“, sagt Dorfleiter Wolfgang Hodbod und schmunzelt. Doch so fantasievoll Kinder einen Zoo malen: So weit entfernt vom Machbaren sind sie damit gar nicht. Klar, Giraffen und Elefanten wird’s in Irschenberg nicht geben. „Aber eine Art Streichelzoo könnte es schon werden“, sagt Hodbod, diesmal durchaus mit einem gewissen Ernst.

„Denken Sie groß“, hatte er zum Schaftlacher Ehepaar Matthias Schweinberger (52) und Christina Strobel (56) gesagt. Das haben die beiden getan. Sie wollen das Kinderdorf unterstützen – und ihr Geld möglichst nachhaltig angelegt wissen. Herausgekommen ist das Projekt „Kinderbauernhof“. Was dafür jetzt eigentlich nur noch fehlt, ist das passende Grundstück.

Der Plan: ein Kinderbauernhof

„Die Idee ist aus unserem Wunsch entstanden, das Kinderdorf zu unterstützen“, erzählt Schweinberger. Seiner Familie kam nach einem Unfall Geld zu, das er und seine Frau nun „nachhaltig und sinnvoll für Kinder und Jugendliche“ einsetzen wollen. Also kontaktierten sie Dorfleiter Hodbod. Nach Rücksprache mit dem Ehepaar rief dieser im Juni dieses Jahres einen Workshop ins Leben. Dort flossen Ergebnisse aus den Familienkonferenzen des Kinderdorfs ein. Vertreter des hausinternen Jugendparlaments diskutierten schließlich mit Hauseltern, Erziehern, Pädagogen und dem Dorfleiter über eine mögliche Verwendung der Großspende.

„Kinder und Betreuer wünschen sich ein schönes Grundstück in der Nähe“, berichtet Strobel. Dort könnten ältere Dorfbewohner abends beim Lagerfeuer zusammensitzen. „Jüngere könnten Obst oder Gemüse anbauen, vielleicht ein Hochbeet errichten.“ Ein Bauwagen, vielleicht mit einem Holzofen, sei angedacht. „Wir wollen aber kein fertiges Konzept hinstellen“, sagt Schweinberger. Die Entwicklung mit den Kindern sei wichtig. Und Tiere definitiv denkbar.

Die Pacht: eine Wiese

Nun will das Kinderdorf mit Hilfe der Spende von Strobel und Schweinberger eine Wiese nahe Irschenberg pachten. Mindestens 2000 Quadratmeter sollte das Grundstück groß sein, mit Kleinbussen erreichbar und nicht weiter als 15 Autominuten vom Kinderdorf entfernt. „Gerne mit Baumbestand oder Wald mit großen Freiflächen“, sagt Hodbod.

Zugang zu Wasser sollte gegeben sein – „oder mit überschaubarem Aufwand hergestellt werden können“, steht in einem Flyer, den Hodbod entworfen hat. Die Aufsichtspflicht würde der Caritas-Einrichtung obliegen, Toiletten anfangs durch ein Dixi-Klo und später durch eine Komposttoilette geschaffen.

Verpächter müssen sich vor diesem Hintergrund keine Sorgen um die Pflege des Grundstücks machen. „Im Kinderdorf wird eine Person benannt, die die Gesamtleitung für den Kinderbauernhof hat und ein Stundenkontingent zur Verfügung gestellt bekommt“, verspricht Hodbod. Ferner würden Mitarbeiter der Haustechnik und der Fachdienste das Projekt gemeinsam mit einer 450-Euro-Kraft unterstützen. Letztere könne auch der Verpächter selbst sein.

Der Nutzen: Tierpädagogik, Integration und Inklusion, Pächter profitiert

Hodbod weiß aus Erfahrung, wie beliebt und pädagogisch wichtig Arbeit in und mit der Natur ist. „Es geht um Abenteuer, Zelten, Erfahrungen aus der Natur.“ Kinder sollten lernen, dass es nicht überall unbegrenzt Strom und Wärme gibt. Tiere seien zudem ein „heilendes Medium“. Auch könnten Grundschule und Förderzentrum von dem Grundstück profitieren. „Die Idee der Inklusion und Integration hat mich überzeugt“, sagt Strobel.

Profitieren soll nicht nur das Kinderdorf, sondern auch der Verpächter. „Wir wollen nichts geschenkt“, betont Schweinberger. Angedacht sei eine Pacht zum ortsüblichen Preis – und das mit einem langfristigen Vertrag. Gewünscht wären mindestens zehn bis 15 Jahre.

Pachtgrundstücke können Wolfgang Hodbod unverbindlich angeboten werden. Er ist unter Telefon 0 80 62 / 7 09 58 00 oder wolfgang.hodbod@caritasmuenchen.de erreichbar.

Alles aus Ihrer Region! Unser Miesbach-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Miesbach – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an. (nap)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare