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Die Situation aus der Luft: Zwischen Buchbichl und Sperlasberg ist das Sondergebiet Transport geplant.  

„Fragwürdiger Umgang mit Flächennutzungsplan“

Kritik an Sondergebiet Transport: Naturschützer legen nach

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Der Bund Naturschutz lässt nicht locker. In einer erneuten Stellungnahme untermauert der BN seine Ablehnung eines Sondergebiets Transport in Irschenberg - und weitet die Kritik aus.

Irschenberg – Als „fragwürdig“ geißelt der Bund Naturschutz (BN) den Umgang der Gemeinde Irschenberg mit ihrem Flächennutzungsplan. Es verwundere schon sehr, schreibt die Kreisgruppe Miesbach um ihren Vorsitzenden Manfred Burger, dass nach dem erst 2013 neu aufgestellten Plan mit dem Sondergebiet Transport für die Ansiedlung der Firma Lettenbichler auf einer grünen Wiese zwischen Buchbichl und Sperlasberg abermals eine größere Gewerbefläche ausgewiesen werden soll. „Der jetzt vorgeschlagene Standort wurde damals überhaupt nicht in Erwägung gezogen“, kritisiert der BN.

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Stattdessen habe die Gemeinde für ein neues Gewerbegebiet „G1“ einen Antrag auf Ausnahme vom Anbindegebot gestellt und dabei „glaubhaft versichert, dass keine anderen geeigneten Flächen vorhanden seien“. Seit dem vergangenen Jahr sei das 2013 angedachte Gewerbegebiet nun angeblich plötzlich anderweitig belegt worden. Und das, obwohl dort der Expansionsbedarf der Firma Lettenbichler eigentlich bereits bekannt gewesen sein müsste.

Nicht die einzige Ergänzung, die der BN zu seiner ablehnenden Stellungnahme in Bezug auf das Sondergebiet Transport im Außenbereich vorbringt. Auch der am 16. Juli vom Gemeinderat mehrheitlich gefällte Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan kritisiert die Kreisgruppe scharf. Weder sei die Petition an den Landtag behandelt worden, noch seien die Auswirkungen einer Bebauung auf das nahe gelegene Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet geklärt. Bevor das Verfahren weiter vorangetrieben werde, müssten ein Bodengutachten sowie ein Entwässerungs- und Versickerungskonzept erstellt werden. Zudem würde der BN alle anderen Ablehnungsgründe „vollumfänglich aufrechterhalten“.

Im Irschenberger Rathaus ist die neue Stellungnahme bereits angekommen, teilt Bürgermeister Hans Schönauer auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Die Vorwürfe in Bezug auf das von Burger genannte Gewerbegebiet „G1“ weist Schönauer zurück. Es handle sich dabei um eine Fläche gegenüber der OMV-Tankstelle. Es sei richtig, dass hier „konkrete Verhandlungen“ laufen würden. Fix sei aber noch nichts. „Das muss dann der Gemeinderat entscheiden“, sagt Schönauer.

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2013 sei die derzeitige Entwicklung jedoch noch nicht abzusehen gewesen. Ein Flächennutzungsplan spiegle zwar den politischen Willen der Entwicklung in der Gemeinde wider, eine konkrete Planung, was in fünf Jahren passiert, sei aber nicht möglich. Entscheidend sei meist die Verfügbarkeit der Grundstücke, erklärt Schönauer. „Wir wissen ja vorher nicht, welcher Bauer uns etwas verkauft.“ Überdies prüfe die Gemeinde sehr genau, welcher Betrieb überhaupt zu ihr passe. Bei der Firma Lettenbichler sei man davon überzeugt, dass dies der Fall sei.

Dennoch werde man die Einwände des Bund Naturschutz sehr sorgfältig prüfen, abarbeiten und entsprechend beantworten. Deshalb habe die Gemeinde extra einen Fachmann als Rechtsbeistand engagiert, berichtet Schönauer. Die Abwägungen werden am Montag, 13. August, ab 19 Uhr im Gemeinderat öffentlich behandelt.

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