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Die Wand an der A8 bei Wöllkam soll den Lärm abhalten – macht derzeit aber vor allem Ärger.

Lärmschutz auf der Autobahn bei Irschenberg

Wenn die neue Lösung nicht klappt, wird der Wall zurückgebaut

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Ein schwieriges Thema: Der Lärmschutzwall an der A8 bei Wöllkam beschäftigt die Gemeinde Irschenberg weiter. Sie bietet den Bürgern, die für den Bau Grund zur Verfügung gestellt haben, nun eine letzte Lösung an.

Irschenberg – Eine heiße Sache. Mit den Worten stieg Bürgermeister Hans Schönauer (FWG) im Irschenberger Gemeinderat in die Thematik um den Lärmschutzwall bei Wöllkam ein. Wie berichtet, ist Landwirt Josef Messerer mit der Situation unzufrieden. Weder halte der Wall den Lärm der Autobahn tatsächlich ab, noch habe er bis jetzt einen Ausgleich für das Grundstück erhalten, das er zur Verfügung gestellt hatte, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Zumindest was Letzteres angeht, will die Gemeinde nun Abhilfe schaffen und bietet den Beteiligten eine Lösung an.

Die Grundproblematik ist folgende: Solange der Ausbau der A8 bei Irschenberg im Bundesverkehrswegeplan nicht als sogenannter vordringlicher Bedarf gehandelt wird, hat die zuständige Autobahndirektion Südbayern keine finanziellen Mittel, um Grundstücke zu erwerben. Deshalb konnte der Schutzwall wie berichtet nur gebaut werden, wenn die Grundbesitzer die Fläche zur Verfügung stellen. Nun schaltet sich die Gemeinde ein und will den Grund vorerst selbst von den Bürgern erwerben.

Betroffen sind vier Grundbesitzer, darunter Messerer. Sie hatten sich damals mit den anderen zehn Hausbesitzern von Wöllkam geeinigt, für ihre Flächen entschädigt zu werden. Das hat in Messerers Fall bisher nicht funktioniert, da er statt einem finanziellen Ausgleich lieber ein Ersatzgrundstück wollte. Ob er nun mit der Lösung einverstanden ist, die Schönauer im Gemeinderat vorstellte, ist noch nicht klar. Auch auf Anfrage unserer Zeitung konnte das nicht geklärt werden. Die Lösung wäre: „Die Gemeinde erwirbt den Grund, finanziert ihn in der Zwischenzeit und verkauft ihn bei der Verbreiterung der Autobahn an die Autobahndirektion Südbayern“, erklärte Schönauer. Sollte dabei Gewinn erzielt werden – die Kosten für die Zwischenfinanzierung kommen auf den Verkaufspreis obendrauf – solle der auf jeden Fall an die vier bisherigen Grundbesitzer gehen.

Im Gemeinderat kam der Vorschlag gut an. Regina Gruber (FWG), selbst als Wöllkamerin betroffen, sagte: „Ich bin froh und dankbar, dass die Gemeinde so eine schöne Lösung anbietet und den Leuten zur Seite steht.“ Alle waren sich einig, dass sie damit das „leidige Thema“, wie es Franz Nirschl (FWG) formulierte, so endlich abschließen können. Der einzige Nachteil: „Es kann halt zehn Jahre dauern, bis die Autobahndirektion die finanziellen Mittel hat“, gab Klaus Waldschütz (CSU) zu bedenken. Das stimmt zwar, doch da die Gemeinde mit der Autobahndirektion Südbayern vereinbart hat, das Geld für die Zwischenfinanzierung ebenfalls zurückzubekommen, entsteht kein finanzieller Schaden.

Es ist der letzte Versuch seitens der Gemeinde, das Thema friedlich zu beenden. Schönauer sagte in der Sitzung deutlich: „Sollten nicht alle Beteiligten an diesem Verkauf interessiert sein, müssen Teile des Lärmwalls wieder abgerissen werden.“

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