+
Brachte den ganzen Saal zum Lachen, aber auch zum Nachdenken: Elke Pelz-Thaller mit ihrem Festvortrag „Jetzt erst recht - Landwirtschaft lohnt sich!“

Mit Festvortrag und Ehrungen

Landfrauen feiern 70-jähriges Jubiläum

  • schließen

Die Bäuerinnen aus der Region feierten ihr 70-jähriges Jubiläum. Vor rund 250 Gästen war der Höhepunkt ein humorvoll-nachdenklicher Festvortrag von der „Mentalbäuerin“.

Irschenberg – Das Trachtenheim Irschenberg war gut gefüllt, als sich Kreisbäuerin Marlene Hupfauer ans Podium stellte und die Geschichte der Landfrauen Revue passieren ließ. 1948 wurde ein Referat für die Landfrau errichtet und in den Bauernverband integriert. Gestern feierten die Bäuerinnen aus dem Landkreis und ihre Gäste beim Landfrauentag ihr 70-jähriges Bestehen.

Der Stand der Frau war alles andere als gut, als die Landfrauen vor 70 Jahren in den Bauernverband aufgenommen wurden. „Bäuerinnen durften keineswegs flott gekleidet sein oder elegantes Schuhwerk tragen“, hieß es in einer Niederschrift, aus der Hupfauer vor ihren Gästen zitierte. Klar, dass zu dieser Zeit das Interesse daran, eine Bäuerin zu werden, durchaus gering war.

Erst in den Jahren 1971 und 1972 wurden zum ersten Mal flächendeckende Wahlen durchgeführt, die die Ortsbäuerinnen bestimmten. „Das kam bei den Männern nicht gut an“, erzählt Hupfauer. Zuvor „wurden diese oft einfach bestimmt“. Doch von da an steckte hinter der „größten und stärksten Vertretung der Frauen im ländlichen Bereich“ eine „systematische Erwachsenenbildung“ mit einem „eindeutigen Profil“. Die Arbeiten gehen weit über die am eigenen Hof hinaus, es geht auch darum, im Verband und der Politik mitzuwirken.

Rund 250 Gäste folgten der Einladung zum Landfrauentag. Darunter auch Landrat Wolfgang Rzehak, viele Bürgermeister aus den Gemeinden und auch Geistliche aus dem Landkreis. Eröffnet wurde dieser mit einer Heiligen Messe in der Pfarrkirche Irschenberg, ehe sich die Landfrauen mit ihren Gästen im Trachtenheim zum gemeinsamen Essen trafen. Ehe Kreisbäuerin Hupfauer von den Anfängen der Landfrauen erzählte.

Die Anwesenden folgten auch gespannt dem Festvortrag „Jetzt erst recht – Landwirtschaft lohnt sich“ von Persönlichkeitstrainerin und Bäuerin Elke Pelz-Thaller aus der Nähe von Ingolstadt. Viel Stoff zum Lachen, aber auch Nachdenken brachte sie mit ins Oberland. „Der Bauernstand ist momentan nicht so rosig“, sagte sie. „Aber was ist die letzten Jahre passiert, dass wir keine Wertschätzung bekommen?“, fragte sie in die Runde. Diese Frage diskutierte die „Mentalbäuerin“ in einem kabarettartigen Vortrag mit den anwesenden Gästen.

Um das Problem anzugehen, müsse laut Pelz-Thaller dem Menschen die Landwirtschaft wieder näher gebracht werden. Und das mit einem „wertschätzenden und kraftvollen Auftritt“ nach außen. Kommunikationspsychologie und Marketing-Strategien gehören nach Ansichten der „Mentalbäuerin“ als Fächer in den Landwirtschaftsschulen mit aufgenommen, denn „wir müssen mit den Menschen reden, nicht sie über uns“, ist sie überzeugt. Eine gezielte Vermarktung der eigenen landwirtschaftlichen Produkte solle angestrebt werden. „Erfolgreich sein ist kein Zufall“, sagte Pelz-Thaller. „Das kann man erlernen.“

„Eine Landfrau von morgen“: Kreisbäuerin Marlene Hupfauer (l.) und ihre Stellvertreterin Andrea Rieder gratulieren der frischgebackenen Meisterin Marianne Erhart.

Zum Abschluss des Landfrauentags durften sich fünf Absolventinnen noch über eine Ehrung von Kreisbäuerin Marlene Hupfauer und ihrer Stellvertreterin Andrea Rieder freuen. Angelika Semmelmann aus Fischbachau, Magadalena Meier aus Hausham, Maria Bader aus Warngau und Verena Niggl aus Weyarn sind die neuen Hauswirtschafterinnen im Landkreis. Marianne Erhart darf sich nun Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft nennen. Hupfauer: „Du bist die Landfrau von morgen.“

tas

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bei Wohnmobil alle vier Reifen zerstochen 
Am Morgen waren alle Reifen platt: Über Nacht zerstach ein Unbekannter die Reifen eines Wohnmobils, das in Hundham abgestellt war. Es gehört einem 52-Jährigen aus …
Bei Wohnmobil alle vier Reifen zerstochen 
Petition gegen neue Zone für Münchner Trinkwasser eingereicht - Schwere Vorwürfe gegen Landrat
Grundstückseigner haben eine Petition beim Landtag eingereicht. Das Ziel: Die neue Zone für Münchner Trinkwasser sofort stoppen. Sie würzen ihre Aktion mit schweren …
Petition gegen neue Zone für Münchner Trinkwasser eingereicht - Schwere Vorwürfe gegen Landrat
Streit um den neuen Marktplatz
Auch nach seiner Umgestaltung sorgt der Miesbacher Marktplatz für Diskussionen. Im Stadtrat wollte Erhard Pohl der AG Marktplatz per Antrag Kompetenzen entziehen lassen, …
Streit um den neuen Marktplatz
Ein Leben für den Fasching: Nachruf auf Crachia-Urgestein Toni Strim
Er war der „Mr. Crachia“: 39 Jahre prägte Toni Strim den Haushamer Fasching wie kein Zweiter. Jetzt ist er mit nur 57 Jahren gestorben. Ein Nachruf.
Ein Leben für den Fasching: Nachruf auf Crachia-Urgestein Toni Strim

Kommentare