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Hat weiterhin geöffnet: der Landgasthof Auerschmiede in Irschenberg.

Eigentümer können sich nicht auf Teilung einigen

Landgasthof Auerschmiede soll versteigert werden

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Der Landgasthof Auerschmiede in Irschenberg kommt möglicherweise unter den Hammer. Wenn sich die Eigentümer weiter nicht auf eine Teilung einigen können, wird das Anwesen im Juni versteigert.

Irschenberg – Wer von einer Versteigerung einer Immobilie hört, dem kommen meist drei weitere Begriffe in den Sinn: Pleite, Insolvenz, Gläubiger. So ähnlich dürfte es vielen Irschenbergern ergangen sein, als sie die Bekanntmachung des Amtsgerichts Wolfratshausen über den Landgasthof Auerschmiede gelesen haben. Das bekannte Haus im Irschenberger Ortsteil Auerschmied soll am Donnerstag, 1. Juni, unter den Hammer kommen. „Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft“, wie es in der Anzeige heißt.

In diesem für den juristischen Laien nicht sofort verständlichen Passus versteckt sich auch der wahre Grund für die Versteigerung, wie das Amtsgericht auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. So gehe es auch im Fall Auerschmiede nicht um Forderungen von Gläubigern, sondern um eine Aufteilung des Anwesens auf die beiden Miteigentümer. Eine davon ist Lieselotte Maier. Und die stellt klar: „Es geht nicht um einen Verkauf, sondern um die Aufhebung der Gemeinschaft.“

Zu einer Versteigerung kommt es dazu laut Amtsgericht immer dann, wenn sich mehrere Personen nicht außergerichtlich über die Teilung eines gemeinsamen Eigentums einigen können. Da aber jeder einen „Anspruch auf Auflösung“ einer solchen Gemeinschaft habe, könne auch jeder die Teilung beantragen. Sobald der Antrag geprüft und zugelassen ist, wird die Versteigerung terminiert. Das ist nun auch bei der Auerschmiede geschehen.

Den Verkehrswert der Objekte hat ein Sachverständiger festgelegt. Das Anwesen Auerschmiede samt zugehöriger Grundstücke in einer Größenordnung von insgesamt knapp 129 000 Quadratmetern – die meisten davon mit Waldbestand – wird auf 1,077 Millionen Euro taxiert. Herzstück ist die Gaststätte mit Pension aus dem Jahr 1870. Diese wurde laut Gericht mehrfach umgebaut und modernisiert, zuletzt 2007. Die beiden Wohnungen wurden 1993 ausgebaut. Auch zwei Garagen und mehrere Parkplätze sind Bestandteil der Auktion. Separat angeboten werden ein knapp 12 500 Quadratmeter großes Grundstück mit einem „steilen Bergwald“ zum Verkehrswert von 18 500 Euro sowie eine 730 Quadratmeter umfassende Grünlandfläche für 2 200 Euro.

Die angegebenen Werte sind dabei kein Startgebot, sondern lediglich ein Richtwert, teilt das Amtsgericht mit. Grundsätzlich sei jedes Gebot zulässig, das zumindest die Verfahrenskosten abdeckt. Ferner könne das Gericht aber auch alle Gebote „versagen“, die weniger als 50 Prozent des angesetzten Verkehrswertes betragen würden. In der Regel würden die Objekte im Landkreis aber weit mehr als diesen Wert erzielen.

Die Gäste des Landgasthofs werden von der anstehenden Teilung nichts mitbekommen. Die Zimmer sind vermietet, der Bewirtungsbetrieb läuft. „Der Gasthof hat ganz normal geöffnet“, sagt Maier. Daran werde sich bis auf Weiteres auch nichts ändern. Sie gehe nicht davon aus, dass es zu einem Besitzerwechsel kommt. Auch Bürgermeister Hans Schönauer hofft, dass der Landgasthof Auerschmiede erhalten bleibt. „Sonst verlieren wir nicht nur wichtige Betten, sondern auch eine gut gehende Gastwirtschaft.“

Zuerst gilt es aber abzuwarten, ob es überhaupt zur Versteigerung kommt. Noch bleiben den Eigentümern fünf Wochen, um sich zu einigen.

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