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Vor allem am Wochenende und über Nacht parken die Gäste des Landhotels in Irschenberg gerne auch an der Loiderdinger Straße.

Beschwerde im Gemeinderat

Zick-zack-parken: Urlauber bringen Irschenberger um den Schlaf

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Irschenberg - Die Gäste des Landhotels Irschenberg parken auch mal an der Loiderdinger Straße. Das stört die Nachbarn. Die können dann nicht mehr schlafen.

Wenn im Landhotel ein Bettenwechsel ansteht, rührt sich was in der Loiderdinger Straße in Irschenberg. Ankommende Gäste rangieren auf der Suche nach einem Parkplatz, Abreisende lassen im Winter schon mal den Motor warmlaufen. Türenschlagen ist in beiden Fällen zu hören. Auch in der Nacht. Sehr zum Leidwesen der Nachbarn. Einer davon hatte sich ans Rathaus gewandt, wie Bürgermeister Hans Schönauer (FWG Niklasreuth) nun im Gemeinderat berichtete.

Neben dem Lärm stört sich der Anwohner vor allem an der Verkehrssituation an der Loiderdinger Straße. Er habe beobachtet, dass diese zunehmend von Übernachtungsgästen zugeparkt wird. Besucher von Anwohnern hätten dadurch keinen Platz mehr, zudem sei die Garagenausfahrt mangels Sicht gefährlich. Auch die Feuerwehr hatte zum Teil schon Schwierigkeiten, wie Kommandant Tom Niggl (CSU) bestätigte. Hans Maier (FaB) dachte dagegen an die Kirche. „Gerade bei Beerdigungen müssen die Leute weit unten parken“, sagte er.

Der Bürgermeister zeigte Verständnis für den Unmut der Nachbarn. Rein rechtlich seien der Gemeinde aber die Hände gebunden. „Das ist ein genehmigter Betrieb“, erklärte er. Die erforderlichen 14 Stellplätze seien auf eigenem Grund nachgewiesen. Und bis auf die Küche sei auch nichts umgebaut oder gar erweitert worden. Trotzdem habe er bereits das Gespräch mit dem Betreiber Marcel Kocis gesucht, so Schönauer. Der habe ihm versprochen, künftig vermehrt ein Auge auf die Parksituation zu haben.

Parkregeln gegen Lärmbelästigung

Das, obwohl ihn selbst bislang noch keine Beschwerden erreicht hätten, wie Kocis auf Anfrage unserer Zeitung betont. Wie berichtet, hat er das Hotel mit 25 Doppelzimmernim Februar nach längerer Pause wieder eröffnet. Dass das für einige Nachbarn ungewohnt ist, kann Kocis nachvollziehen. „Wir sind ja mitten im Wohngebiet“, sagt er. Deshalb werde er künftig seine Gäste dazu anhalten, nur auf einer Straßenseite zu parken. Busse würden sein Hotel ohnehin nicht ansteuern. „Ich will mich auf keinen Fall mit den Nachbarn zerstreiten“, beteuert Kocis.

Nicht jeder am Ratstisch glaubte an die Wirksamkeit dieser Lösung. Franz Anian Nirschl (FWG Irschenberg-Reichersdorf) schlug vor, Parkregeln für die Loiderdinger Straße aufzustellen. Eine einseitige Zone empfahl dagegen Zweiter Bürgermeister Klaus Meixner (CSU), um das „Zick-Zack-Parken“ zu vermeiden. Schönauer schüttelte den Kopf. „Das trifft dann ja auch die Anwohner“, sagte er. Klaus Waldschütz (CSU) sah das ähnlich und empfahl, vorerst auf die Vernunft zu bauen und sich das Thema auf Wiedervorlage zu setzen. Eine Idee, die sich am Ende am Ratstisch durchsetzte.

Der Rathauschef mahnte zudem an, dass die Gemeinde dem Hotelbetrieb nicht schaden dürfe. Wenn der nicht mehr laufe, werde das Haus vielleicht mit Asylbewerbern belegt. „Ob das dann besser für die Nachbarschaft ist, weiß ich nicht.“

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