Klaus Thurnhuber (Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands) begrüßt den neuen Geschäftsführer Mathias Fischer
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Auf gute Zusammenarbeit: (v.l.) Klaus Thurnhuber (Vorsitzender des Landschaftspflegeverbands) begrüßt den neuen Geschäftsführer Mathias Fischer.

Neuer Geschäftsführer stellt sich vor

Landschaftspflegeverband: Der Chef ist da - und das hat er vor

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Das Geheimnis ist gelüftet: Mathias Fischer ist der Geschäftsführer des neu gegründeten Landschaftspflegeverbands. Der 38-jährige Münchner will viel bewegen im Landkreis.

Irschenberg – Wo er künftig anpacken soll, kann Mathias Fischer bei einem Blick aus dem Fenster seines Büros derzeit nur erahnen. Ob Streuwiesen oder Filzen: All das liegt unter einer dicken Schneedecke verborgen. Die „erhaltenswerte Kulturlandschaft“, von der Klaus Thurnhuber als Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes (LPV) bei der Vorstellung des neuen Geschäftsführers schwärmte, musste sich Fischer bei seiner Vorstellung in den Räumen des Maschinenrings im Irschenberger Gewerbegebiet Salzhub gewissermaßen dazudenken. Im Kopf des 38-jährigen Münchners blühen die Ideen aber schon auf, „Es kann vieles entstehen, und darauf freue ich mich.“

Wie berichtet, wurde der LPV im Mai 2018 offiziell gegründet. Bis auf Otterfing haben alle Gemeinden und der Landkreis ihren Beitritt erklärt. Aufgabe des LPVs und seines Geschäftsführers Fischer ist es, Projekte der Landschaftspflege anzustoßen, Fördergelder zu akquirieren und Landwirte, Naturschützer und Kommunalpolitiker an einen Tisch zu bringen. Ein „Dreigestirn“, das sich nicht immer einig ist, wie Thurnhuber anmerkte. Schon bei den ersten neun Vorstandssitzungen habe man aber gelernt, einander zuzuhören und mit „Teamgeist“ an guten Lösungen zu arbeiten.

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Nach dem etwas holprigen Weg zur Eintragung ins Vereinsregister ging es dann an die Besetzung des Geschäftsführerpostens. 16 Bewerber hätten sich auf die Ausschreibung hin gemeldet, berichtete Thurnhuber. Die Wahl fiel auf Fischer. Zu Recht, wie der Vorsitzende und Landrat Wolfgang Rzehak einmütig betonten: „Wir sind sicher, dass du der richtige Mann bist.“ Auch Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer, in dessen Gemeinde der Maschinenring und damit auch der LPV seinen Sitz hat, wünschte Fischer ein „gutes Gelingen zum Wohl der Natur und der Menschen“.

Der 38-Jährige bedankte sich für die Vorschusslorbeeren – und schwärmte seinerseits von seinem neuen Job. Schon im Vorstellungsgespräch habe er sich wohl gefühlt und eine „heimelige Atmosphäre“ gespürt. Genau danach habe er auch gesucht. So habe er die Liebe zum „Draußensein“ in der Landschaft gewissermaßen mit der Muttermilch aufgesogen. Ein Teil seiner Familie bewirtschaftet Bauernhöfe in Südtirol. Fischer lernte hingegen erst Schreiner. Doch er habe bald gemerkt, dass es ihn wieder nach draußen in die Natur zieht.

Also studierte er Forstwirtschaft und arbeitete danach bei den Österreichischen Bundesforsten. Hier schrieb er Managementpläne für Forstreviere und war unter anderem auch in Südostasien, Südamerika und Albanien im Einsatz. Sein „Blick über den Tellerrand“, wie der 38-Jährige erklärte. Über Projekte im Ausseer Land und im Toten Gebirge habe er sich dann gewissermaßen an den Landkreis Miesbach „herangeschlichen“, erzählte Fischer schmunzelnd. „Ich habe die Gegend und die Menschen hier schon immer gemocht.“ Sein Ziel ist klar: Grabenkämpfe auflösen und Dinge umsetzen, statt Luftschlösser zu bauen.

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Langweilig wird es dem Geschäftsführer des LPV sicher nicht. Josef Faas, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, hat ein dickes Startpaket an möglichen Projekten, etwa im Streuwiesen- oder Almbereich, geschnürt. Alles Dinge, wozu die Behörde aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht gekommen sei. Thurnhuber könnte sich beispielsweise auch die Einführung eines Ökokontos vorstellen. Hier könnten die Gemeinden bei der Ausweisung von Bauland abbuchen, ohne überstürzt Ausgleichsflächen zu kaufen.

Die Voraussetzungen im Landkreis Miesbach seien gut dafür, fand auch der Sprecher der oberbayerischen LPVs, Josef Rüegg. „Hier ziehen alle an einem Strang“. Der Miesbacher LPV sei der erste im Oberland und daher ein wichtiges Vorbild.

Dass die Gemeinde Otterfing noch nicht zum Beitritt zu bewegen war, ist für Fischer nicht schlimm. „Ich werde versuchen, sie mit guter Arbeit zu überzeugen.“

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