1 von 13
Ross und Reiter baten bei der Leonhardifahrt in Reichersdorf um den Segen des Schutzpatrons der landwirtschaftlichen Tiere. Rund 2000 Zuschauer verfolgten den Ritt.
2 von 13
Ross und Reiter baten bei der Leonhardifahrt in Reichersdorf um den Segen des Schutzpatrons der landwirtschaftlichen Tiere.
3 von 13
Geweiht dem Schutzpatron: Einer der Truhenwagen vor der Kirche St. Leonhard.
4 von 13
Alter Brauch, junge Teilnehmer: In dem prächtig verzierten Wagen nahm der Leonhardifahrt-Nachwuchs Platz, gezogen wurden sie von einem Pony.
5 von 13
Ross und Reiter baten bei der Leonhardifahrt in Reichersdorf um den Segen des Schutzpatrons der landwirtschaftlichen Tiere.
6 von 13
2000 Zuschauer verfolgten den Ritt.
7 von 13
Ross und Reiter baten bei der Leonhardifahrt in Reichersdorf um den Segen des Schutzpatrons der landwirtschaftlichen Tiere.
8 von 13
Vreni Eirainer und ihr Bruder Andreas lassen sich von Shetlandpony-Stute Blümchen ziehen.

2000 Zuschauer

Leonhardifahrt in Reichersdorf: Ein Festtag für Ross und Reiter

Prächtige Pferde, fesche Reiter und großer Andrang: Bei der Leonhardifahrt in Reichersdorf haben die Rosserer um den Segen des Heiligen Leonhard gebeten. Die besten Bilder.

Reichersdorf – Die Gäste, die heute Früh beim Reichersdorfer Wirt auf der Terrasse zum Weißwurst-Frühschoppen saßen, hatten es nicht nur besonders gemütlich, sie konnten den Leonhardi-Ritt mit eindrucksvollem Ausblick verfolgen. Aus drei Richtungen trafen dort die Gespanne und Reiter ein: aus Norden von Kleinseeham, aus Osten vom Pfisterer und von Süden her aus Pienzenau.

Direkt vor dem Gasthaus stand das Vierergespann mit der Blasmusi, auf dem die Musikanten ihre Instrumente einstimmten. Im Hintergrund die Kirche, geweiht dem Heiligen Leonhard, der an diesem Tag um seinen Segen für die Rosserer gebeten wurde. Bei der Aufstellung zum Kirchenzug zeigte sich, welche der Pferde solch große Veranstaltungen gewohnt sind. Ruhig und gelassen standen sie da, die Augen halb geschlossen, die Leinen durchhängend. Herausgeputzt hatten die Rosserer ihre Kaltblüter, Haflinger und Friesen. Die Mähnen und Schweife gewaschen, gebürstet und kunstvoll geflochten; mit Bux und Efeu, Rosen und blau-weißen Bändern geschmückt.

Vreni Eirainer und ihr Bruder Andreas lassen sich von Shetlandpony-Stute Blümchen ziehen.

Die gescheckte Shetlandpony-Stute Blümchen hatte am Vortag auch eine Wäsche bekommen. Selbstbewusst stand die 21-jährige Pony-Dame nun vor dem kleinen Wagen, den zwei der jüngsten Teilnehmer lenkten: die elfjährige Vreni Eirainer und ihr Bruder Andreas (9). Aufgeregt waren die beiden nicht. „Ich war schon oft dabei“, erzählte die Elfjährige. Im vergangenen Jahr im Sattel, diesmal im Gig. Die Geschwister kommen aus einer richtigen Rosserer-Familie. Der Opa hielt voriges Jahr noch die Kutschzügel in der Hand, jetzt lenkt der Cousin das Gespann.

Im Kirchenzug trabte Blümchen ganz brav mit. 32 Gespanne zogen die Dorfstraße entlang. In Ehrenkutschen hatten die Geistlichkeit und einige Politiker Platz genommen, darunter die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner. Die Truhenwagen mit den feschen Trachtlern waren eine Augenweide. Ein „Jagdwagen“ mit ausgestopften Tieren war dabei, Kutschen mit nachgebildeten Höfen und einem Almabtrieb aus geschnitzten Figuren zogen mit. Die 50 Pferdebesitzer, die selbst hoch zu Ross saßen, waren zum größten Teil Frauen. Drei Trachtler auf kräftigen Kaltblütern führten den Zug aber an, während rund 2000 Besucher den Ritt verfolgten.

Der machte nach der ersten Runde auf der Wiese nördlich des Dorfes Halt, wo der Feldaltar aufgebaut war. Am gestrigen Wahltag machte Pater Norbert Thüx das Wählen auch in seiner Predigt zum Thema. Nämlich die freie Wahl, ob ein Mensch seinen Besitz für sich selbst nutzt oder ob ihn teilen kann. Wenn Jesus gesagt habe, „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt“ habe er nicht gemeint, dass jeder irdische Besitz ein Übel sei, sagte Thüx. „Doch Reichtum kann so blenden, dass ein Mensch nur noch sich selbst sieht.“ Vor dieser Gefahr wolle Jesus warnen. Nach dem Gottesdienst ging es nochmals durchs Dorf, dann traten Tiere und Menschen den Heimweg an.

Christine Merk

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Miesbach
Miesbach: Schuppen brennt am Sonntagmorgen lichterloh - Bilder
Auf den Parsberger Höhen ist am Sonntagmorgen ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr verhinderte schlimmeres. Die Bilder.
Miesbach: Schuppen brennt am Sonntagmorgen lichterloh - Bilder
Miesbach
Infostand zum Asiatischen Laubholzbockkäfer: Keine Panik – aber ernste Sorge
Rund 300 Bürger kamen am Mittwochvormittag zum Infostand über den Asiatischen Laubholzbockkäfer am Grünen Markt in Miesbach. Viele mit Käfer-Fotos aus dem eigenen …
Infostand zum Asiatischen Laubholzbockkäfer: Keine Panik – aber ernste Sorge
Miesbach/Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB): Neun weitere Bäume gefällt
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) hat weitere Opfer gefordert. Vor dem Miesbacher Finanzamt und dem Seniorenheim wurden neun Bäume gefällt. Weitere werden folgen.
Miesbach/Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB): Neun weitere Bäume gefällt
Bayrischzell: „Absolut qualitätvolle Ausstellung“ im Schulhaus
Bei der Eröffnung der Kunstausstellung im Bayrischzeller Schulhaus wurde deutlich, wie vielfältig bildende Kunst sein kann. Heuer wurden so viele Arbeiten wie noch nie …
Bayrischzell: „Absolut qualitätvolle Ausstellung“ im Schulhaus