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In Reih und Glied parken die Lastwagen der Firma Lettenbichler Transporte auf dem Gelände in Sinnetsbichl. Am neuen Standort bei Buchbichl hätten sie mehr als doppelt so viel Platz.

Gemeinderat beschließt Sondergebiet Transport

Lettenbichler will nach Buchbichl: Stützpunkt für 16 Lastwagen

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Die Firma Lettenbichler will mit ihren 16 Lkw nach Buchbichl ziehen. Der Gemeinderat hat ein Sondergebiet Transport einstimmig befürwortet. 7600 Quadratmeter stünden zur Verfügung.

Irschenberg – Mit einem Pferdefuhrwerk sammelte Klaus Lettenbichlers Großvater 1935 die Milchkannen der umliegenden Bauern ein und transportierte sie zur Miesbacher Molkerei. Wenig später kaufte er sich aus Militärbeständen seinen ersten Lastwagen. Heute reihen sich auf dem Firmensitz in Sinnetsbichl ganze 16 Lkw aneinander – die Futtermittel- und Milchtransporter von Lettenbichlers Brüdern nicht mit eingerechnet. Höchste Zeit für einen Neubau, findet der Firmenchef, dessen Sohn Robert vor vier Jahren als Mitgesellschafter in das Unternehmen eingestiegen ist. Die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans für einen Bebauungsplan als Sondergebiet Transport hat der Gemeinderat Irschenberg nun einstimmig befürwortet.

Das Grundstück, das Lettenbichler für seinen Neubau mit Bürogebäude, Halle und Freifläche für die Lkw ins Auge gefasst hat, liegt an der Abzweigung der B 472 Richtung Sperlasberg bei Buchbichl. Mit 7600 Quadratmetern stünden dem Unternehmen hier rund 4000 Quadratmeter mehr Fläche zur Verfügung als am derzeitgen Standort. Zudem ist die Autobahn viel schneller zu erreichen – vier Kilometer weniger Weg. Ein großer Vorteil für das Transportunternehmen, das nicht nur Kunden im Raum Rosenheim und München, sondern in ganz Deutschland bedient. Gut die Hälfte aller Aufträge seien Fernfahrten, erklärt Lettenbichler. Spezialisiert habe sich seine Firma auf Spezialtransporte, zum Beispiel von Baumaschinen, Kränen oder auch Wohncontainern.

Eine Erweiterung in Sinnetsbichl sei nicht mehr möglich gewesen – und auch nicht nachhaltig, wie Lettenbichler betont. So sei der Nachwuchs seines Bruders selbst an einem Wachstum von dessen Firma interessiert. Weil er aus Heimatverbundenheit nicht aus Irschenberg wegziehen wollte, habe er sich mit seinem Sohn für den Umzug nach Buchbichl entschieden.

Die Voraussetzungen für eine Änderung des Flächennutzungsplan sind geschaffen, wie Gemeinde-Geschäftsleiter Josef Bögl bei der Sitzung erklärte. Die Regierung von Oberbayern habe einer Ausnahme vom Anbindegebot zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass der Gemeinderat ein Sondergebiet Transport ausweist. „Das gilt nur für diese Firma“, sagte Bögl.

Hans Maier (Aktive Bürger) bereitete die Ausnahmeregelung trotzdem Bauchschmerzen. Bisher habe man es stets so gehandhabt, dass der Außenbereich der Landwirtschaft vorbehalten bleibe, meinte er. Und falls ein Bauer selbst etwas bauen wollte, habe man es verweigert. Bögl schüttelte den Kopf. Bei der Ausweisung von Gewerbeflächen gegenüber der OMV-Tankstelle habe die Regierung einer Ausnahme ebenfalls zugestimmt, erinnerte er. Das geschehe immer dann, wenn am Ort selbst keine geeigneten Flächen zur Verfügung stünden – wie eben im Fall Lettenbichler auch.

Eine hohe Verkehrsbelastung würde sich durch die Neuansiedlung ohnehin nicht ergeben, sagte Bürgermeister Hans Schönauer (FWG). „Die Laster fahren früh morgens weg und kommen erst abends wieder zurück.“ Es sei ein Glücksfall, so eine Firma in Irschenberg halten zu können. Hans Nirschl (FWG) sah das ähnlich. Dort draußen seien die Lkw besser aufgehoben als in der Nähe der Wohnhäuser im Ort. Zumal sich auf dem Nachbargrundstück bereits die Kiesgrube der Firma Nägele befinde, wie Klaus Waldschütz (CSU) hinzufügte. „Das ist eine große Chance für ein bäriges Unternehmen.“

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