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Am Amtsgericht

Bewaffnet und höchst aufgebracht

Irschenberg - Den Sanitätern erschien die Lage ernst: Ein Mann droht aufgeregt, "die Sache selbst in die Hand" zu nehmen, und neben ihm liegt eine Waffe. Letztlich verlief die Sache glimpflich, landete nun aber vor Gericht.

Die Rettungssanitäter mussten vom Schlimmsten ausgehen: Ein aufgeregter Mann, der droht, die Situation „in die eigenen Hände“ zu nehmen, und neben ihm liegend – eine Schusswaffe. Klar, dass die Retter die Polizei holten. Letztlich war die Lage nicht wirklich gefährlich. Bei der Waffe handelte es sich um eine Schreckschusspistole. Vor Gericht landete die Angelegenheit dennoch – und endet mit einer Geldauflage.

Seit 2012 ist die Ehefrau des angeklagten 50-jährigen Irschenbergers schwer krank, greift deshalb regelmäßig zum Alkohol – in nicht geringen Mengen. So wie an jenem Abend im Dezember 2014. Der Irschenberger empfand die Situation als so schlimm, dass der die Rettungssanitäter holte. Die Sanitäter sollten seine Frau in eine Psychiatrie mitnehmen, wo sie einen Entzug machen sollte.

Trotz aller Bemühungen fanden die Sanitäter in keiner Einrichtung einen Platz für die stark betrunkene Frau. Der Ehemann kündigte daraufhin an, „dass ich das Ganze eben selbst in die Hand nehmen muss“ – an seinem Computer sitzend und die „Waffe“ neben sich liegend.

„Ich dachte, mit seiner Aussage meinte er, dass er sich oder seiner Frau etwas antun würde“, erklärte einer der Sanitäter vor Gericht. Dass es nur eine Schreckschusswaffe war, wusste er natürlich nicht. Da ihm die Situation zu heikel und die Gefahr einer Eskalation zu hoch war, holte er die Polizei.

„Er war mit der Situation einfach vollkommen überfordert“, berichtete der Sanitäter weiter. „hat rumgeschrien und war aggressiv. Ich denke aber, dass das dem schlechten Zustand seiner Frau geschuldet war.“ Bedroht habe der 50-Jährige die Sanitäter nicht, dennoch gingen diese von einer akuten Gefahr aus.

So sah es auch die Staatsanwaltschaft, die für den 50-Jährigen wegen versuchter Nötigung eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 30 Euro forderte. „Es war eine angespannte Situation und eine aggressive Grundstimmung.“ Richter Walter Leitner schlug derweil vor, die Anklage gegen die Zahlung einer Geldauflage von 600 Euro an die Caritas-Suchtberatung einzustellen. Der Staatsanwalt zeigte sich letztlich einverstanden.

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