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Gemütlich, aber meistens leer: Die Mitfahrbänke in Irschenberg und Miesbach – hier das Exemplar in Irschenberg – werden bislang nur wenig genutzt. 

Mitfahrbänke in Irschenberg

Zwischenbilanz: Was fehlt, sind die Fahrgäste

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Knapp ein Jahr ist es her, dass Bürgermeister Hans Schönauer es mit den Mitfahrbänken in Irschenberg ins Fernsehen geschafft hat. Die Zwischenbilanz nun: ernüchternd. An Projektideen mangelt es derweil nicht.

Irschenberg/Miesbach – Zu übersehen sind sie eigentlich nicht, die lindgrünen Mitfahrbankerl am sogenannten Doktorparkplatz in Irschenberg und am Miesbacher Stadtplatz. Und ungemütlich schauen die Sitzgelegenheiten eigentlich auch nicht aus. Trotzdem sind sie die meiste Zeit über leer. „Die Annahme ist recht verhalten“, räumte Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer (FWG Niklasreuth) nun im Gemeinderat ein.

Wie berichtet, hatte sich der Rathaus-Chef vor knapp einem Jahr dafür stark gemacht, das vor allem für Jugendliche und Senioren ohne eigenes Auto gedachte Angebot in seine Gemeinde zu holen. Die Miesbacher machten mit, und so gibt es auf der von öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwach frequentierten Route seit Ende August eine Alternative zum Taxi. Die sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben – nicht nur wegen der auffällig gestalteten Bänke. Auch in der BR-Sendung „Abendschau“ hatte das Projekt einen Auftritt.

Zum großen Erfolg ist es bislang trotzdem nicht geworden. Das, betonte Schönauer, liege aber nicht an den Autofahrern. „Innerhalb von fünf Minuten wird man mitgenommen“, berichtete er. Das habe ein Test des Bayerischen Fernsehens ergeben. Was fehlt, sind die Fahrgäste. „Ich habe noch keinen dort hocken sehen“, sagte Zweiter Bürgermeister Klaus Meixner (CSU). Er schlug vor, die Irschenberger Mitfahrbank lieber in die benachbarte Grünfläche zu versetzen. Aktuell blockiere sie einen Parkplatz. „Das reut mich“, meinte Meixner.

Der Bürgermeister nahm die Kritik durchaus ernst. „Wir können die Bank auch ganz wegmachen“, sagte er. Das überregionale Interesse sei aber nach wie vor vorhanden. So hätten sich bereits andere Gemeinden in Irschenberg nach dem Projekt erkundigt. Ein bis zwei Jahre wolle er den Versuch auf jeden Fall noch weiterlaufen lassen. „Es ist kein Reißer, aber es kostet uns auch nichts.“

Auch für die gelbe Telefonzelle in Sichtweite der Irschenberger Mitfahrbank schwebt Schönauer eine Zukunft vor, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung verrät. Eine Anfrage bei der Post habe ergeben, dass die Gemeinde diese für 450 Euro kaufen und sie damit vor dem Abbau bewahren könne. Telefonieren werden die Irschenberger dort zwar nicht mehr können – dafür aber in dicken Schinken schmökern. So kann sich Schönauer in dem historischen Kasten eine kleine „Bürgerbücherei“ vorstellen. Dies habe er bereits in anderen Orten gesehen. Das Prinzip ist einfach: Jeder, der ein Buch mitnimmt, legt auch wieder eines hinein. Ganz ohne Gebühr oder Verwaltungskosten.

Der Bürgermeister will die Idee in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen diskutieren. Vielleicht, meint er, könne man dadurch das Warten auf der Mitfahrbank ein wenig attraktiver machen.

sg

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