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Ruhe nach dem großen Abzug: Nach der Kündigung durch die Firma Dinzler hat der beauftragte Generalunternehmer die Baustelle im Irschenberger Gewerbegebiet Wendling in nur drei Tagen geräumt.

„Wir wurden quasi verjagt.“

Nach Kündigung: Generalunternehmer streitet mit Dinzler

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Der Neubau der Firma Dinzler wird zum Zankapfel. Der gekündigte Generalunternehmer wehrt sich gegen den Vorwurf, die vereinbarten Fristen nicht eingehalten zu haben.

Irschenberg – Die Kündigung der Firma Dinzler erreichte Alois Dechant am 27. Dezember. Nachvollziehen kann sie der Seniorchef der Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH aus Weismain in Oberfranken, die die Dinzler-Baustelle in Irschenberg als Generalunternehmer betreut hat, bis heute nicht. Bis auf die Außenanlagen sei der Neubau komplett fertiggestellt gewesen, berichtet Dechant. Die Abnahme hätte zum 15. Dezember erfolgen sollen. Dazu sei es jedoch nicht gekommen. Vielmehr habe Dinzler verlangt, dass Dechant seine Arbeiter und Maschinen innerhalb von nur drei Werktagen abziehe. Wohlwissend, dass sich die Firma im Weihnachtsurlaub befand, sagt Dechant. „Wir wurden quasi verjagt.“

Tatsächlich rückten nach Weihnachten mehrere Sattelschlepper im Irschenberger Gewerbegebiet Wendling an, um die Ausrüstung der Baufirma abzutransportieren (wir berichteten). Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Dinzler die Kündigung seines Generalunternehmers. Als Grund nannte das Unternehmen die verspätete Fertigstellung des dreistöckigen Neubaus, in dem unter anderem eine Konditorei und ein Veranstaltungsbereich Platz finden sollen. Die beauftragte Firma habe mehrere Termine nicht eingehalten. Eigentlich hätte das Gebäude bereits im Sommer stehen sollen.

Diesen Vorwurf weist Dechant vehement zurück. Vielmehr sei Dinzler selbst für einen Teil der Verzögerungen verantwortlich. „Der Bauherr hat durch nicht vollständige Pläne den Baustellenablauf gestört und behindert“, teilt Dechant mit. So seien im Zuge der Arbeiten Betonfundamentplatten als Stützen des Altbaus aufgetaucht. Eine von Dinzler beauftragte Spezial-Tiefbaufirma habe diese abgesichert. Eine dreimonatige Bauunterbrechung sei die Folge gewesen, wodurch sich die Arbeiten in den Winter hineingezogen hätten. Trotz Eis und Schnee hätten seine Leute weitergemacht, betont Dechant. Die Nachbarn könnten dies bezeugen.

Als wahren Grund für die Kündigung vermutet der Generalunternehmer eine offene Rechnung von vier Millionen Euro – immerhin gut ein Drittel des Auftragsvolumens von rund elf Millionen Euro. Die habe der Bauherr bislang nicht beglichen, obwohl er Anfang Oktober im Baubüro per Handschlag versprochen habe, „dass er keine finanziellen Ansprüche stellt, wenn das Objekt bis Weihnachten innen und außen fertiggestellt ist“.

Eine solche Erklärung sei nie erfolgt, lässt Eigentümerfamilie Richter über ihren Rechtsanwalt ausrichten. Der Dinzler AG sei durch die um mehr als sechs Monate verzögerte Fertigstellung ein erheblicher Schaden entstanden. Im Generalunternehmer-Vertrag habe sich Dechant verpflichtet, den Bau bis Juli 2017 vollständig fertigzustellen – einschließlich der Außenanlagen. Trotz mehrfacher Aufforderungen und Fristsetzungen seien im Dezember noch nicht alle Restarbeiten ausgeführt gewesen.

Sechs Wochen vor der Kündigung hätten deshalb zahlreiche Gespräche zwischen Dinzler und Dechant stattgefunden. Ein Angebot zur einvernehmlichen Vertragsaufhebung habe der Generalunternehmer aber abgelehnt. Weil das Gebäude wegen zahlreicher bereits gebuchter Veranstaltungen im Januar 2018 in Betrieb gehen müsse, habe Dinzler nicht mehr länger warten können.

Auch die von Dechant genannten Planungsmängel als Grund für die Verzögerungen wollen sich die Richters nicht anlasten. Gemäß Vertrag sei der Generalunternehmer für alle Planungsleistungen in Zusammenhang mit der Bauausführung verantwortlich gewesen. Zudem hätten die Arbeiten an anderer Stelle fortgesetzt werden können. Die „erheblichen Schadensersatzforderungen“ seien gut begründet, zumal eine Vertragsstrafe für jeden Tag Verzug vereinbart wurde – genau wie ein Einbehalt von zehn Prozent der Auftragssumme bis zur vollständigen Fertigstellung.

Die offene Restwerklohnsumme beziffert Dinzler auf „maximal eine Million Euro“. Sollte nach Abzug der Schadensersatzforderungen eine Forderung des Generalunternehmers verbleiben, werde die Dinzler AG diese „sicherlich bezahlen“. Trotz der unterschiedlichen Ansichten bestehe Einigkeit zwischen Dinzler und Dechant, „etwaige Differenzen im Zusammenhang mit der Fertigstellung des Bauvorhabens sachlich zu erörtern und nach Möglichkeit einvernehmlich beizulegen“.

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