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Wurde überfallen: OMV-Tankstelle in Irschenberg an der A8.

Student (28) steckt dahinter

Nach Überfall auf Irschenberger OMV-Tankstelle - das droht dem Täter

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Sieben Monate nach dem Überfall auf die OMV-Tankstelle in Irschenberg hat das Landgericht München II den Fall verhandelt. Der Student (28) aus Kiensau hat eine Erklärung für seine Tat.

Irschenberg – Jamshid R. (Name geändert) hatte gerade Brezn aufgebacken. Es war halb zwei Uhr in der Früh. Bald würden seine Kunden frische Butterbrezn verlangen. Plötzlich stand Tobias S. hinter ihm. „Schneller, schneller schneller, Kasse, Geld“, schrie der 28-Jährige. Er trug eine Mütze mit Sehschlitzen, Handschuhe und fuchtelte mit einem Messer herum. Jamshid R. (52), Kriegsflüchtling aus Afghanistan, der vor zehn Jahren nach Deutschland gekommen war, erschrak furchtbar. Das Blech mit den Brezn fiel scheppernd zu Boden.

„Hopp, hopp, hopp, tu’ die Kasse raus“, schrie der Student aus Kiensau. Jetzt endlich begriff Jamshid R., dass er in Gefahr war. Alte Kriegsängste brachen in ihm auf, doch er schaffte es, die Kasse zu öffnen. Der Räuber langte hinein, mit zittriger Hand fischte er die Geldscheine heraus, steckte sie in eine braune Papiertasche und flüchtete. Draußen verlor er etliche Scheine, insgesamt etwa 200 Euro. Ramshid R. verfolgte ihn noch, bis ihm klar wurde, dass so eine Verfolgung ziemlich gefährlich ist. Dann verständigte er seinen Chef und der die Polizei.

Tobias S. wurde rasch als Tankstellenräuber identifiziert. Auf der Flucht hatte er sich noch umgezogen. Seine komplette Tatbekleidung samt Mütze und Handschuhen stopfte er in einen Rucksack. Den versteckte er an der Isar. Dermaßen erleichtert passierte er sogar eine Polizeikontrolle in Bad Tölz. Mittlerweile hatte die Polizei Ringalarm ausgelöst und eine Fahndung eingeleitet.

Der Rucksack wurde rasch gefunden. In ihm befand sich ein Kündigungsschreiben seines Arbeitgebers, der Lebenshilfe. Nun begann die Suche nach der Person des Tobias S. Der befand sich mittlerweile wieder in Österreich bei seiner Freundin. Ein Polizei-Kollege, der zufällig früher mit dem 28-Jährigen zusammen beim SV Kinsau gekickt hatte, brachte die Ermittler einen entscheidenden Schritt weiter. Die Polizei arbeitete die ehemaligen Spielberichte durch. Demnach war Tobias S. schon lange nicht mehr aufgestellt worden. Die Eltern wurden ausfindig gemacht. Über sie bekam die Polizei Kontakt zu ihm. Schließlich stellte sich der 28-jährige Student an der Musik- und Pop-Akademie. Er legt sofort ein umfängliches Geständnis ab.

Finanznot und akuter Benzinmangel hatten ihn angeblich zu der Tat verleitet. „Mir tut das entsetzlich Leid. Ich habe bis heute keine Erklärung, wie es dazu kam“, sagte der Angeklagte zu Prozessauftakt. Er berichtete, wie er in Schliersee und Miesbach umhergeirrt war und sich nicht getraut hatte, eine Tankstelle zu überfallen. Als irgendwann alles geschlossen hatte, begab er sich zur 24-Stunden Tankstelle nach Irschenberg.

Anschließend überwand er nach eigenen Angaben unbemerkt zwei Polizei-Kontrollen. Am nächsten Tag beglich er mit den 1600 Euro Beute einen Teil seiner Schulden (20.000 Euro), bevor er wieder nach Österreich fuhr. An das Opfer überwies seine Anwältin Anja Aringer 1000 Euro Schmerzensgeld. Deshalb fiel das Urteil auch vergleichsweise mild aus.

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