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Der Chef am Tatort: Klaus Waldschütz steht an der Kasse seiner OMV-Tankstelle in Irschenberg, an der ein bislang unbekannter Täter in der Nacht auf Donnerstag seinen Tankwart mit einem Messer bedroht hat.

„Er wollte gar nicht heimgehen.“

Nach Überfall: Tankstellen-Chef lobt tapferen Mitarbeiter

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Schock für Klaus Waldschütz: In der Nacht auf Donnerstag hat ein maskierter und  bewaffneter Täter seine OMV-Tankstelle in Wendling überfallen. Sein tapferer Tankwart arbeitete trotzdem weiter.

Irschenberg – Mohammed Mohibullah ist gerade beim Brezenbacken, als der Täter hereinstürmt. Der mit einer schwarzen Sturmhaube vermummte Mann überrascht den 52-jährigen Tankwart der OMV-Tankstelle in Wendling bei Irschenberg in der Nacht auf Donnerstag gegen 1.30 Uhr hinter dem Tresen. Er packt ihn an der Schulter und drückt ihm ein Messer zwischen die Rippen. Der Afghane, der seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebt und seit eineinhalb Jahren in der Tankstelle von Klaus Waldschütz arbeitet, bleibt ruhig und tut das einzig Richtige: Er öffnet die Kasse. Der Deutsch sprechende Täter greift zu und flüchtet mit einer laut Polizei „geringen Menge Bargeld“ zu Fuß in die Dunkelheit. Kurz darauf klingelt bei Waldschütz das Telefon. „Das Geld ist weg“, berichtet Mohibullah seinem Chef. Der verständigt sofort die Polizei.

Fast zeitgleich treffen die Beamten und Waldschütz an der Tankstelle ein. „Die waren sehr schnell und bemüht“, lobt der Geschäftsführer die Einsatzkräfte. Tatsächlich leiten die Polizeiinspektion Miesbach und das Polizeipräsidium Oberbayern Süd umgehend eine Großfahndung nach dem Täter ein. Aus München hinzugezogene Einsatzkräfte verfolgen den Flüchtigen zu Fuß über eine Wiese in Richtung Autobahn-Anschlussstelle, ein Polizeihubschrauber mit Suchscheinwerfer kreist über dem Gebiet – bislang ohne Erfolg.

Auch am Tag nach dem Überfall ist Waldschütz noch beeindruckt vom Aufgebot der Polizei – und vom „vorbildlichen Verhalten“ seines Tankwarts. Widerstand zu leisten könne in so einem Fall schnell gefährlich werden, weiß er. „Der Täter hat eh die Hosen voll“, meint Waldschütz. Da fehle oft nicht viel, dass dieser seine Waffe auch wirklich anwende. So weit sei es in seinem Betrieb zum Glück noch nicht gekommen, berichtet der Irschenberger. Der Überfall in der Nacht auf Donnerstag war der erste in der 13-jährigen Geschichte seiner OMV-Tankstelle. An seinem früheren Standort an der Autobahnraststätte hatte es ihn dafür gleich drei Mal erwischt. „Da waren auch Pistolen im Spiel.“

Dass er nun erneut Opfer eines Überfalls geworden ist, wundert Waldschütz. In einer Zeit, in der fast jeder seine Rechnung mit bargeldlos begleiche, gebe es an der Kasse eigentlich nicht mehr viel zu holen. „Heute wird sogar eine Leberkässemmel mit Karte gezahlt“, sagt Waldschütz. Zudem herrsche in seiner rund um die Uhr geöffneten Tankstelle auch nachts reger Betrieb. Lkw-Fahrer trinken Kaffee, und manchmal schauen auch die Schleierfahnder von der Autobahn vorbei.

Wohl auch deshalb hat der Täter kurz vor der Tür gewartet, ehe er bewaffnet in die Tankstelle stürmte. Das hat Waldschütz auf den Aufzeichnungen der Überwachungskamera gesehen. Die Polizei beschreibt den Flüchtigen als einen circa 1,80 Meter großen, schlanken und sportlichen Mann im Alter von 20 bis 30 Jahren. Neben besagter Sturmhaube habe er eine blaue Winterjacke mit Kapuze, ein graues Kapuzen-Sweatshirt sowie hellgraue Jeans und dunkle Stoffschuhe mit weißer Sohle und weißen Schnürsenkeln getragen.

Noch in der Tatnacht haben Beamten des Kriminaldauerdienstes der Kripo Rosenheim erste Ermittlungs- und Spurensicherungsmaßnahmen gestartet. Mittlerweile hat die Kripo Miesbach den Fall übernommen. Die Beamten bitten dabei auch die Bevölkerung um Mithilfe. Zeugen, die in der Nacht auf Donnerstag verdächtige Personen oder Fahrzeuge am Irschenberg beobachtet haben oder Hinweise auf ein mögliches „Auskundschaften“ der Umgebung liefern können, werden gebeten, sich unter 0 80 25 / 29 90 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Mohibullah hat den Schreck laut Waldschütz gut verdaut. „Er wollte nach dem Überfall gar nicht heimgehen.“ Mit Unterstützung seines Chefs und der anwesenden Polizisten brachte der tapfere Tankwart seine Nachtschicht pflichtbewusst zu Ende.

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