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„Ihr seid alle Ehrengäste“ hatte Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer (2.v.l.) die Besucher des Neujahrsempfangs begrüßt. 40 von ihnen durften sich über eine Auszeichnung für ihre besonderen Leistungen freuen.

„Wir haben das große Glück, im Vorhof des Paradieses zu leben“

Neujahrsempfang: Bürgermeister warnt vor Übermut

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Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer kann stolz sein auf seine Gemeinde. Beim Neujahrsempfang erinnerte er aber auch, dass der Wohlstand nicht selbstverständlich ist.

Irschenberg – Zwei Mal gingen die Lichter aus beim Neujahrsempfang im Trachtenheim Irschenberg. Stromausfall. In manch anderer Gemeinde hätte man so etwas als Sinnbild für einen strikten Sparkurs interpretieren können, nicht aber im schuldenfreien Irschenberg.

Immer wieder betonte Bürgermeister Hans Schönauer, wie gut es den Irschenbergern geht. „Wir haben das große Glück, im Vorhof des Paradieses zu leben“, sagte Schönauer. Er erinnerte aber auch daran, dass Wohlstand leicht in Übermut und Gier umschlagen kann. Das gegebene Wort gelte leider nicht mehr für jeden, bedauerte der Rathauschef. Das Weltgeschehen mache vor Irschenberg nicht halt. Umso wichtiger sei es, für den Erhalt eines „lebens- und liebenswerten“ Ortes zu kämpfen. Die „allermeisten Gemeinderäte“ seien mit Weitblick ausgestattet und hätten das Gemeinwohl im Blick, sagte Schönauer.

Als Beispiel nannte er unter anderem den Gasthof in Wilparting. Acht Brauereien hätten Kaufangebote eingereicht, eine ältere Dame hätte sogar zehn Millionen Euro dafür bezahlt, berichtete Schönauer. „Damit hätten wir alle Straßen auf einmal sanieren können, doch wir wollten dieses Juwel nicht preisgeben.“ Deshalb spreche die Gemeinde gerade mit mehreren Pachtinteressenten. Schönauer hofft, im April oder Mai Vollzug melden zu können. Keinen Einfluss habe er auf das Wohnbauprojekt anstelle des leer stehenden Postwirts. Der Investor habe verlauten lassen, Irschenberg sei nur ein kleines Vorhaben für ihn. „Er macht das, wenn es ihm mal zwischendrin reinpasst“, versuchte sich Schönauer mit Galgenhumor.

Als eine gewinnbringende Entscheidung hat sich dafür die Gründung des Sport- und Tourismuscenters Irschenberg erwiesen, berichtete der Bürgermeister stolz. Kürzlich habe man einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem FC Bayern und Quiksilver geschlossen. 800 000 Euro habe die GmbH in den ersten viereinhalb Jahren erwirtschaftet. Abzüglich Tilgung seien 300 000 Euro an die Gemeinde geflossen. Hinzukämen die Effekte auf die Gewerbesteuer. „Jeder Champions-League-Sieg wirkt sich aus“, sagte Schönauer.

Nicht nur deshalb sieht er seine Gemeinde weiter auf einem guten Weg. Irschenberg entwickle sich langsam, aber kontinuierlich nach oben. Ohne die vielen Ehrenamtlichen Helfer und die Vereine wäre das aber nicht möglich, betonte Schönauer. „Dann wären wir ein totes Gebilde.“ Ganze 40 Bürger ehrte der Rathauschef heuer für ihr Engagement. „Danke für dieses Miteinander“, sagte er. „Ihr seid unser Motor.“

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