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Zugeparkt ist so manche private Einfahrt in der Nähe des Landhotels an der Loiderdinger Straße in Irschenberg. Die Gemeinde will nun durchgreifen.

Überwachung beantragt

Parkchaos: Irschenberg greift künftig hart durch

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Irschenberg - Für Parksünder wird es bald teuer in Irschenberg. Die Gemeinde hat die Mitgliedschaft beim Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit beantragt. Zehn Stunden pro Woche wird kontrolliert.

Verirrte Lastwagen in Salzhub, abgestellte Wohnwägen in Wendling, Wildparker an der Loiderdinger Straße: Der sogenannte ruhende Verkehr wird in Irschenberg immer mehr zum Problem. „Bei Beerdigungen parkt sowieso jeder, wo er will“, sagte Bürgermeister Hans Schönauer (FWG Niklasreuth) nun im Gemeinderat. Nicht zuletzt die Feuerwehr habe bemängelt, dass an manchen Tagen kein Durchkommen mehr möglich sei. Und das trotz entsprechender Verbotsschilder.

Um den Falschparkern künftig Einhalt zu gebieten, schlug Schönauer vor, dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland (ZKVO) beizutreten. Der Vorteil: Die Gemeinde müsse nur die tatsächlich beauftragten Leistungen bezahlen. Laut Preisliste für den ruhenden Verkehr kostet eine Überwachungsstunde 28 Euro, die Sachbearbeitung sechs Euro pro Fall. Schönauer empfahl, vorerst zehn Stunden pro Woche für die entsprechenden Brennpunkte zu buchen. Auf Geschwindigkeitskontrollen könne man hingegen verzichten. „Unsere Kreisstraßen werden ja eh schon überwacht“, erklärte der Bürgermeister. Um sich diese Option für die Zukunft offenzuhalten, riet Schönauer aber auch hier zu einem Beitritt zum Verband.

Die Gemeinderäte hielten die Parküberwachung grundsätzlich für sinnvoll, hatten aber noch ein paar Detailfragen. „Gibt es eine Kündigungsfrist?“, wollte Franz-Anian Nirschl (FWG Irschenberg-Reichersdorf) wissen. Geschäftsleiter Josef Bögl blätterte durch seine Unterlagen, konnte aber keinen entsprechenden Passus finden. Das sei aber kein Problem, meinte Schönauer. Die Mitgliedschaft beinhalte ja nicht die Verpflichtung, tatsächlich etwas zu bestellen.

Auch die Intensität der Kontrollen wurde am Ratstisch diskutiert. „Wenn die Leute unseren Dorfplatz beleben, sollte man sie nicht bestrafen“, sagte Regina Grüber (FWG Irschenberg-Reichersdorf). Hans Maier empfahl, mobile Verkehrsschilder aufzustellen und diese bei besonderen Ereignissen wie Beerdigungen zu entfernen. „Dann darf es während dieser Zeiten aber auch nicht brennen“, entgegnete Schönauer mit Blick auf die dann versperrte Feuerwehranfahrtszone. Man werde ohnehin nur punktuell kontrollieren, versprach der Bürgermeister. „Wir wollen ja nichts abwürgen.“ So würden zum Beispiel Hochzeitspaare, die sich an der Aussicht fotografieren lassen möchten, eine Ausnahmegenehmigung im Rathaus bekommen.

Keine Ausnahmen gab es am Ratstisch bei der Abstimmung über den Beitritt zum ZKVO. Der Beschluss fiel einstimmig. Ob der Mitgliedschaftsantrag aus Irschenberg auch akzeptiert wird, entscheidet der ZKVO bei der Verbandssitzung am Freitag, 4. November, im Sitzungssaal des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen.

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