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Ordinariat entpflichtet Pfarrvikar Nagel

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Von: Dieter Dorby

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Michael NagelPfarrvikar

Das neue Jahr beginnt für den Pfarrverband Irschenberg ohne seinen Pfarrvikar Michael Nagel. Das Ordinariat in München hat den 53-Jährigen nach Weihnachten entpflichtet.

Irschenberg – Die Mitteilung des Ordinariats in München an den Pfarrverband Irschenberg ist kurz und nüchtern gefasst: Zum Ablauf des 31. Dezember 2019 wird Pfarrvikar Michael Nagel im Pfarrverband Irschenberg entpflichtet. Das war’s.

Es ist der Schlussstrich unter einen offenbar länger währenden Konflikt zwischen dem 53-jährigen Geistlichen ohne administrative Aufgaben und dem Pfarrverband Irschenberg. Die genauen Hintergründe, die nun zur Entpflichtung geführt haben, werden nicht genannt, was das Ordinariat in München mit dem strengen Datenschutz bei Personalangelegenheiten erklärt.

Am gestrigen Neujahrstag informierte Pfarrer Tadeusz Kmiec-Forstner die Kirchengemeinden in Irschenberg und Niklasreuth, wo Nagel wohnt, schwerpunktmäßig zum Einsatz gekommen ist und als beliebter Geistlicher gilt. Im Anschluss an die Entsendung der Sternsinger erklärte Kmiec-Forstner. dass es „einige Vorkommnisse“ gegeben habe, „die eine vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Pfarrvikar Nagel und dem Pfarrverband nicht mehr zugelassen haben“. In der Folge habe das Ordinariat entschieden, Nagel zum 31. Dezember zu entpflichten.

Pfarrer Tadeusz bedauerte zudem, „dass sich die Situation so entwickelt hat und es uns nicht gelungen ist, einen gemeinsamen Weg zu finden“. Auch dankte er seinem Kollegen für die Arbeit, die dieser seit seiner Ankunft im Pfarrverband im Juli 2015 geleistet habe. Für die Zukunft wünsche er Nagel alles Gute und Gottes Segen.

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Wohin Nagels Weg nun führt, ist offen. Wie das Ordinariat gegenüber unserer Zeitung erklärte, ist Nagel seit Mitte November krankgeschrieben. Erst wenn er wieder gesund ist, könne man den neuen Einsatzort klären. Wie berichtet, hatte Nagel am 10. November, beim Gottesdienst in Niklasreuth die Gläubigen davon in Kenntnis gesetzt, dass dies vor dem Hintergrund, wie hier mit ihm umgesprungen werde, sein letzter Gottesdienst sei.

Für Nagel ist es nicht der erste Abschied im Unfrieden. Von September 2007 bis Ende 2011 war er Pfarrer in Allershausen (Kreis Freising). Damals hatte der Pfarrgemeinderat nach einem Konflikt die Arbeit ruhen lassen. Im Februar 2013 wurde ihm vom Ordinariat die Seelsorgemithilfe im Pfarrverband Rott am Inn übertragen, doch auch hier blieb Nagel nicht lange. Die nächste Station war ab Juli 2015 der Pfarrverband Irschenberg als Pfarrvikar.

In Niklasreuth sorgt die Entpflichtung des Geistlichen bei dessen Anhängern indes für Unverständnis. Grund dafür ist auch das Datum des Entpflichtungsschreibens, das auf 2. Dezember datiert ist, aber erst am 28. Dezember zugestellt wurde. Die Nagel-Anhänger sehen sich getäuscht, weil sie nach dem 2. Dezember noch Vermittlungsversuche unternommen hatten, um die sich abzeichnende Entpflichtung zu verhindern. Diese blieben aber ebenso erfolglos wie der vorherige Gütetermin Ende November zwischen Ordinariat, Nagel und Kmiec-Forstner.

Das Ordinariat weist die Vorwürfe jedoch zurück: Der 2. Dezember entspreche dem Erstellungsdatum des Entpflichtungsschreibens. Endgültig unterschrieben worden sei es erst im Nachgang, als endgültig feststand, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.

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