+
Zu Corona kam auch noch ein schwacher Winter: Der Quiksilver-Store im Gewerbegebiet Wendling ist insolvent. Gemeinde und Sparkasse fehlt nun ein Pächter. 

Gewerbegebiet Wendling 

Quiksilver-Shop in Irschenberg insolvent

Ein Opfer der Corona-Krise, aber wohl nicht nur. Der Quiksilver-Store in Irschenberg musste Insolvenz anmelden. 

Irschenberg – Wie andere Läden dieser Art musste der Quiksilver-Store in Irschenberg am 18. März seine Pforten schließen. Anders als vergleichbare Geschäfte hat er, als die Lockerungen kamen, aber nicht mehr aufgemacht – und wird dies auch nicht tun. Über das Vermögen der Betreiber-Gesellschaft wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Im Zuge dessen wurde am Donnerstag bekannt gemacht, dass die Firma erloschen ist. Davon betroffen sind insbesondere auch die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee und die Gemeinde Irschenberg als Verpächter.

Gut sechs Jahre gibt es das Sport- und Tourismuscenter Irschenberg nun. Mit einigem Brimborium war es damals eröffnet worden – schließlich öffnete darin auch ein FC Bayern-Fanshop, wovon sich der damalige Bürgermeister Hans Schönauer einige Aufmerksamkeit erhoffte. Auch der Tourismusverband (heute Kommunalunternehmen) Alpenregion Tegernsee Schliersee bezog eine Fläche in dem Gebäude. Doch die Besucherzahlen dort waren ernüchternd, und schon nach zwei Jahren verabschiedeten sich die Touristiker. Fast zwei Jahre stand die Fläche leer, bis der nebenan gelegene Quiksilver-Shop zugriff. Dabei handelt es sich nicht um eine Niederlassung des namhaften Bekleidungsherstellers, vielmehr hat den Laden die Blyper GmbH mit dem Ehepaar Rambla an der Spitze betrieben. Neben Quiksilver war dort auch Ware anderer namhafter Marken zu haben. Ein Fokus lag obendrein auf dem Thema Stand Up Paddeln.

In unserem Corona-Ticker finden Sie Aktuelles zur Pandemie im Landkreis.

Nun hat wohl auch die erzwungene Schließung dem Laden den Rest gegeben. „Es wäre aber auch ohne Corona sehr schwer geworden“, sagt Holger Tinnesz, Mitarbeiter der vom Amtsgericht eingesetzten Insolvenzverwalterin Barbara von Bullion. Für die Geschäftsführerin tue es ihm sehr leid, sagt er. „Sie hat viel Herzblut in den Laden gesteckt – und Geld.“ Doch die Erwartungen an den Umsatz haben sich nicht erfüllt. Hinzu kam der überaus milde Winter, in dem sich die Kunden nicht gerade um die Ware rissen, und mit Beginn der Pandemie ging auch der Reiseverkehr auf der Autobahn zurück. Und dann eben die erzwungene Schließung. „Da kam alles zusammen“, so Tinnesz. Drei Mitarbeiter sind ebenso von der Insolvenz betroffen.

Lesen Sie auch: Traktor stürzt Hang hinunter und bleibt in Bach liegen - niemand verletzt

Die Sport- und Tourismuscenter GmbH ist nach dem Tourismus nun auch einem Teil des Sports verlustig gegangen. Rund 300 Quadratmeter Fläche stehen in dem Gebäude nun leer. Bleibt noch der FC Bayern-Fanshop. Dessen Zugkraft haben die Betreiber womöglich etwas überschätzt. Auch die direkt nebenan gelegenen Publikumsmagneten McDonald’s und Dinzler haben sich wohl nicht so positiv ausgewirkt wie erhofft. Das hatten schon die Touristiker beklagt.

Irschenbergs Bürgermeister Klaus Meixner (CSU) glaubt dennoch an die Zugkraft des Objekts. „Es ist ja nicht so, dass da keine Leute unterwegs wären“, sagt er. Mit der Kreissparkasse befinde sich die Gemeinde bereits in Gesprächen über die Zukunft des baldigen Leerstands. Den finanziellen Schaden für die GmbH könne er derzeit nicht abschätzen, so Meixner.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kein Platz für einen Campingplatz
Der Wohnmobil-Stellplatz am Seeberg in Bayrischzell erfreut sich steigender Beliebtheit: Darüber informierten jüngst in der Gemeinderatssitzung Bürgermeister Georg …
Kein Platz für einen Campingplatz
Dr. Fischer entschuldigt sich bei Patienten in Neuhaus
Der plötzlich aus Neuhaus verschwundene Hausarzt Dr. Peter Fischer entschuldigt sich bei den Menschen, denen sein Abschied Probleme bereitet hat. Sein neuer Chef verrät …
Dr. Fischer entschuldigt sich bei Patienten in Neuhaus
Telair in Miesbach: Kurzarbeit, Stellenabbau und neue Chancen
Der Flugzeugbauer Airbus tritt nach dem coronabedingten Auftragsrückgang auf die Kostenbremse. Das hat für Zulieferer wie Telair Folgen. Für den …
Telair in Miesbach: Kurzarbeit, Stellenabbau und neue Chancen
5G: Dutzende neue Antennen im Landkreis Miesbach geplant
Der 5G-Ausbau im Landkreis Miesbach nimmt Fahrt auf. Telekom und Vodafone wollen Dutzende neue Antennen errichten. Die Gegner warnen vor Gesundheitsrisiken durch …
5G: Dutzende neue Antennen im Landkreis Miesbach geplant

Kommentare