Reider Markt im Jahr 2019
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So schön soll’s 2021 wieder sein: eine Impression vom Reider Markt im Jahr 2019.

Organisatorin im Interview

Reider Markt 2020 abgesagt: Auflagen geben Großveranstaltung keine Chance

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Bittere Nachrichten aus Niklasreuth: Auch der Reider Markt fällt heuer den Corona-Auflagen zum Opfer. Einen Ersatztermin wird es nicht geben. Aus gutem Grund.

Niklasreuth – Das ganze Dorf ein riesiger Marktplatz: So kennen viele Tausend Besucher der Vorjahre den Reider Markt in Niklasreuth. Heuer hätte die von der Dorfgemeinschaft in Eigenregie entwickelte Kultveranstaltung zum fünften Mal stattgefunden. Doch das Coronavirus zwang das Organisationsteam nach langem Hin und Her nun doch zur Absage. Warum es trotz der Durchführung unter freiem Himmel keine andere Möglichkeit gab – und ob ein Ersatztermin in Planung ist –, erklärt Kassierin Maria Jost-Simbeck im Interview.

Frau Jost-Simbeck, wie schwer ist Ihnen die Absage des Reider Markts gefallen?

Maria Jost-Simbeck: Sehr schwer, wir sind alle wahnsinnig enttäuscht. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und sie so lange wie möglich hinausgezögert. Zuerst haben wir uns gesagt: Erst, wenn das Münchner Oktoberfest ausfällt, sagen wir auch den Reider Markt ab. Als das Wiesn-Aus dann festgestanden ist, haben wir doch noch ein bisschen gewartet und gehofft, dass sich die Situation bessert und die Auflagen gelockert werden. Das ist aber leider nicht passiert.

Unter welchen Voraussetzungen wäre denn ein Markt möglich gewesen?

Maria Jost-Simbeck: Na ja, wir hätten ein umfangreiches Hygienekonzept entwickeln und auch für die Einhaltung garantieren müssen. Als Verein mit lauter Ehrenamtlichen können und wollen wir dafür aber nicht den Kopf hinhalten. Und wir wollen auch nicht Schuld daran sein, dass es vielleicht durch unseren Markt zu einem neuen Ausbruch des Virus kommt.

Abstandhalten war also keine Option?

Maria Jost-Simbeck, Kassierin beim Reider Markt Verein.

Maria Jost-Simbeck: Das wäre sehr schwierig geworden. Bei rund 5000 Besuchern hätten wir bestimmt 200 Ordner für die Aufsicht gebraucht. Vor allem was den Verkauf von Essen und Trinken anbelangt, waren uns die Unsicherheiten in Bezug auf die Desinfektion zu groß. Auch bei den Behörden konnte uns niemand verlässlich Auskunft geben, welche Regeln gelten, weil heute keiner weiß, wie sich die Lage bis November entwickelt. Und mal ehrlich: Der Reider Markt lebt einfach von einer gewissen Enge. Die Leute wollen im Dorf zusammenkommen, bummeln und ratschen. Wenn man die Standl und Tische zu weit auseinander stellt, wird es in unserem kleinen Ort nicht nur platztechnisch schwierig, sondern es kommt auch keine Atmosphäre auf.

Was haben Sie den Händlern gesagt, die sich bereits für den Markt angemeldet haben?

Maria Jost-Simbeck: Die tun uns natürlich am meisten leid, weil sie eh schon eine schwere Zeit hinter sich haben. Aber es wäre eh fraglich gewesen, wie viele Besucher heuer unter diesen schwierigen Voraussetzungen überhaupt zum Reider Markt gekommen wären, beziehungsweise hier eingekauft hätten. Da mittlerweile Großveranstaltungen bis Ende des Jahres verboten sind, hätten wir aber eh keine Wahl gehabt.

Wird es einen Ersatztermin geben?

Maria Jost-Simbeck: Nein. Wir wollen mit der Tradition des ersten Samstags nach Leonhardi in Hundham nicht brechen. Deshalb werden wir den Markt nicht nachholen. Es gibt aber bereits einen Termin für 2021: Am Samstag, 13. November, laden wir zum fünften Mal zum Reider Markt in Niklasreuth. Dann gibt’s endlich wieder „wos Scheens und Guads“ – hoffentlich ohne Corona-Einschränkungen.

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