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Der vierte Anlauf: Gestern vergab die Jagdgenossenschaft Irschenberg I endlich ihre Reviere. Unser Bild zeigt Jagdvorsteher Franz Kirchberger (l.), es entstand vor Ausschluss der Öffentlichkeit. 

Reviervergabe in Irschenberg

Jäger-Chef tief getroffen

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Martin Weinzierl ist tief getroffen. Nach 36 Jahren entzog ihm die Jagdgenossenschaft Irschenberg I sein angestammtes Revier – ausgerechnet ihm, dem langjährigen Kreisvorsitzenden des Jagdverbands. Er wittert eine persönliche Intrige hinter der Abstimmung.

Irschenberg – Showdown im Kramerwirt: Um die Jagdbögen neu zu vergeben, trafen sich am Sonntag die Jagdgenossen der Jagdgenossenschaft Irschenberg I, zum vierten Mal – vermutlich ein unrühmlicher bayerischer Rekord. Hintergrund: Dem Vorstand um Jagdvorsteher Franz Kirchberger waren seit der ersten Sitzung im November formale Fehler unterlaufen. Zur Sicherheit saß diesmal mit Christian Pölt ein Vertreter des Landratsamts mit im Saal.

Trotzdem kam es im Vorfeld erneut zu Ungereimtheiten. Die Sitzung war überraschend als öffentlich angekündigt, was gleich zu Beginn aber kassiert wurde. Wer kein Jagdgenosse war, musste den Saal verlassen.

Martin Weinzierl ist Jagdgenosse, war live dabei bei der Versammlung – und machte eine der bittersten Erfahrungen seines Lebens. Worum geht’s? 550 Hektar am Osthang von Irschenberg, ein herkömmliches Niederwild-Revier. Für Weinzierl eine Herzensangelegenheit, er wohnt dort. „Als ich drei Jahre alt war, hat mein Vater diese Jagd gepachtet“, berichtet der Vorsitzende des Kreisjagdverbands. Er selbst betreut das Revier seit 36 Jahren und hätte es gerne behalten. Zusammen mit seinem Schwiegersohn hatte er sich beworben.

Doch vergebens: Mit 38:84 Stimmen vergab eine Mehrheit den Jagdbogen für die nächsten neun Jahre an andere Bewerber. „Anfänger ohne Erfahrung“, sagt Weinzierl. Die Deutlichkeit der Abstimmung, für ihn ein Schock. „Das trifft die ganze Familie.“ Fachliche Gründe, da ist er sich sicher, können nicht ausschlaggebend gewesen sein. „Ich habe alle Auflagen erfüllt.“ Mit den Grundstücksbesitzern seiner Jagd habe es nie Probleme gegeben.

Seit fünf oder sechs Jahren spürte Weinzierl aber eine gewisse Gängelung seitens des Jagdvorstehers. „Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe.“ Das betreffe nicht nur ihn, sondern auch andere. „Zuletzt wurde da regelrechte Hetze betrieben.“ Es sei zu unschönen Auseinandersetzungen gekommen. „Die Jagdgenossenschaft ist gespalten.“ Jagdvorsteher Kirchberger will sich mit Verweis auf die Nichtöffentlichkeit des Vorgangs nicht äußern.

Ursprünglich wollte die Jagdgenossenschaft die Jagdbögen nicht mehr verpachten, sondern in Eigenbewirtschaftung betreiben, mithilfe eines angestellten Jägers. Im Februar wurde diese Entscheidung in einer zweiten Sitzung gekippt, es sollte wieder „normal“ verpachtet werden. In der dritten Sitzung knirschte es erneut: Die Versammlung beschloss, dass es nicht möglich sei, ein Revier an zwei Pächter zu vergeben – wie es Weinzierl plante. Sollte der oberste Jäger im Kreis so ausgebremst werden?

Wenn ja, dann misslang das Manöver. Der Beschluss erwies sich als formal ungültig, weil er nicht auf der Tagesordnung gelistet gewesen war. „Zwei Pächter für ein Revier, das ist nicht unüblich“, erklärt Weinzierl. Dem Vorstand blieb nichts übrig, als die Jagdgenossen ein viertes Mal zusammenzurufen. Formal scheint die Kuh jetzt endlich vom Eis: Die fraglichen Beschlüsse wurden aufgehoben, die Vergaben erfolgten.

Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack – und die Brüskierung des obersten Jagdvertreters im Landkreis durch eine Mehrheit der Irschenberger Waldbesitzer. „Ich nehm’ das mal so hin“, sagt Weinzierl. „Ich will jedenfalls nicht, dass wegen mir Unfrieden herrscht.“

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