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RVO-Seniorenkarte: Irschenberg steigt zu

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Von: Sebastian Grauvogl

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Alternativlos: Wer in Irschenberg in einen RVO-Bus steigt, kommt damit zwangsläufig erst mal in Miesbach an.
Alternativlos: Wer in Irschenberg in einen RVO-Bus steigt, kommt damit zwangsläufig erst mal in Miesbach an. © Thomas Plettenberg

Der Gemeinderat Irschenberg hat in seiner jüngsten Sitzung die Einführung der RVO-Seniorenkarte für Bürger ab 65 beschlossen. Kritik am Linienangebot gab‘s trotzdem.

Irschenberg – Wollen Irschenberger mit den Bussen der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) ein Ziel außerhalb ihrer Heimatgemeinde ansteuern, führt für sie kein Weg an Miesbach vorbei. Alle bei ihnen abfahrenden Linien führen erst mal in die benachbarte Kreisstadt. Hier würden sich dann aber vielfältige Möglichkeiten zum Umsteigen ergeben, betonte RVO-Mitarbeiterin Sandra Schäfer nun im Irschenberger Gemeinderat. Mit dieser Drehscheibe in unmittelbarer Nähe sei die Gemeinde durchaus gut ans Busnetz angebunden, erklärte Schäfer.

525 Irschenberger Senioren könnten Karten ab Anfang August erhalten

Eingeladen in die Sitzung hatte sie Bürgermeister Klaus Meixner (CSU). Mit dem Auftrag, den Irschenbergern die Vorzüge der Seniorenkarte vorzustellen. Die Mehrheit der Kommunen im Landkreis ermögliche ihren Bürgern ab 65 Jahren bereits die kostenlose Nutzung der RVO-Busse, erklärte Schäfer. Weitere könnten in Kürze folgen, die Gespräche würden laufen. Sollte Irschenberg jetzt seine Beteiligung beschließen, könnten die Karten ab Anfang August an die Bürger ausgegeben werden. Laut Meixner haben aktuell 525 Irschenberger Senioren Anspruch darauf. Sollte man das Angebot erst ab 70 Jahren machen, wären es 377.

Die Anschaffungskosten bezifferte der Bürgermeister auf rund 1300 Euro. Darin enthalten seien die Chipkarten zum Bestellpreis von jeweils 1,50 Euro sowie die Einrichtung der IT. Für den Serverbetrieb und die Abrechnung der Fahrten mit der Gemeinde verlange die RVO 250 Euro pro Jahr. Wie Schäfer erläuterte, gibt es die Seniorenkarte nur in Verbindung mit Tagestickets. Die erste Fahrt werde mit 6,37 Euro berechnet, alle weiteren an diesem Tag seien inklusive. Schäfer empfahl der Gemeinde ferner die einmalige Investition in Höhe von 800 Euro in einen Drucker, mit dem sich die Seniorenkarten personalisieren lassen. Dies würde das unerlaubte Weiterreichen verhindern und eine Rückgabe bei Verlust erleichtern.

Karte gilt nicht in Rosenheim und München

Nicht nur der Bürgermeister bezeichnete das vorerst auf ein Jahr befristete Angebot als „gute Sache“. Auch die Gemeinderäte stimmten der Einführung der Seniorenkarte für alle Irschenberger ab 65 Jahren einmütig zu. Letzteres war vor allem Margarete Stöger (FWG Niklasreuth) wichtig. Je rüstiger die Senioren noch sind, desto mehr könnten sie die Karte für sich nutzen.

Für kritische Nachfragen aus dem Gremium sorgte hingegen der aus Irschenberger Sicht doch arg eingeschränkte Geltungsbereich. „Kann man die Karte auch in Bussen in Rosenheim und München einsetzen?“, wollte etwa Maria Drexl (FWG Niklasreuth) wissen. Schäfer schüttelte den Kopf. Rosenheim gehöre zu einer anderen RVO-Niederlassung, München zum MVV.

Florian Kirchberger (FDP/Aktive Bürger) hakte nach, ob denn eine Anbindung Rosenheims zumindest perspektivisch bei der in Arbeit befindlichen Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Landkreises Miesbach angedacht sei. Fahrten nach Rosenheim wären für Irschenberger wichtiger als ein Geltungsbereich der Seniorenkarte bis Garmisch-Partenkirchen und Landsberg am Lech. Schäfer verwies hierbei auf das Landratsamt. Dieses sei federführend für die Planung zuständig. Meixner machte angesichts der stockenden Verhandlungen beim Alpenbus wenig Hoffnung. „Da stellt sich Rosenheim quer.“

Ziel: Fahrten vor allem im Freizeitbereich stärken

Schäfer hingegen verwies nochmals auf das bestehende Linienangebot von und nach Miesbach. Gerade an Schultagen sei die Anbindung Irschenbergs mit acht beziehungsweise sechs Fahrten gut. In den Ferien stünden immerhin vier im Fahrplan, an Samstagen zwei. „Haben die Senioren denn überhaupt noch in den vollen Schulbussen Platz?“, hakte Kathleen Ellmeier (FWG Reichersdorf) nach. Schäfer erklärte, die Karte gelte an Schultagen erst ab 8 Uhr, um eine Überlastung zu vermeiden.

Der hauptsächliche Nutzen des Angebots liege aber ohnehin auf Fahrten im Freizeitbereich. So könne etwa ein Irschenberger Senior gratis mit dem Bus seine Verwandten in Garmisch-Partenkirchen besuchen. Einschränkend fügte Schäfer schmunzelnd hinzu: „Allerdings sollte er dafür dann besser eine Übernachtung einplanen.“

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