Beim gemeinsamen Basteln bereiten sich die Kinder im Caritas Kinderdorf in Irschenberg – hier die Gruppe von Tabea Lau (l.) – auf das Weihnachtsfest vor.
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Beim gemeinsamen Basteln bereiten sich die Kinder im Caritas Kinderdorf in Irschenberg – hier die Gruppe von Tabea Lau (l.) – auf das Weihnachtsfest vor.

Weihnachten so „normal“ wie möglich

So wird Heiligabend im Kinderdorf

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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In Cornonazeiten ist auch im Kinderdorf Irschenberg alles anders. Doch die Verantwortlichen bemühen sich um so viel Normalität wie möglich.

Zu einem ganz besonderen Spaziergang machen sich die Familien des Caritas Kinderdorfs Irschenberg normalerweise am frühen Abend des 24. Dezember auf: Sie gehen alle gemeinsam zur Kindermette in der Irschenberger Pfarrkirche. Ein ganz besonderer Moment für die Kinder, weiß Kinderdorf-Leiter Wolfgang Hodbod. „Da sind sie schon immer ganz gespannt auf die Bescherung, die sie danach daheim erwartet.“ Heuer fällt diese Tradition aus. Wegen der Corona-Pandemie bleiben die Kinder an Heiligabend im Dorf.

Auf die Messe müssen sie trotzdem nicht verzichten: Diakon Andreas Maier kommt zu ihnen und feiert mit ihnen eine Andacht auf dem Sportplatz. Hier gebe es ausreichend Platz, um die Abstände zwischen den sechs „Sektoren“, in die die elf Häuser aus Infektionsschutzgründen eingeteilt sind, einzuhalten, berichtet Hodbod. „Auch für unsere Kinder ist Weihnachten ein ganz besonders hohes Gut.“ Deshalb wolle man ihnen ermöglichen, das Fest in gewohnter Weise zu feiern – zumindest soweit dies mit den dann geltenden Regeln vereinbar ist.

Doch die Kinder haben auch großes Glück. Das gemeinsame Essen und natürlich auch die Bescherung finden wie immer innerhalb ihrer Familien im Kinderdorf statt. Bevor das Christkind kommt, schmücken die jungen Hausbewohner die gespendeten Christbäume mit selbst gebastelten Anhängern. Dann warten sie in ihren Zimmern gespannt, welche Päckchen im festlich erleuchteten Wohnzimmer auf sie warten.

Weil manche Kinder auch Geschenke von ihren „Herkunftsfamilien“ bekommen, Waisen jedoch nicht, helfen die Weihnachtsengel des Kinderdorfs bei letzteren ein bisschen nach. „Keiner soll mehr bekommen als der andere“, erklärt Hodbod.

Ein bisschen mehr Bauchschmerzen hatte der Kinderdorf-Leiter heuer mit den Besuchen einiger Kinder bei ihren Herkunftsfamilien. Wegen Corona bergen solche Ausflüge ein höheres Infektionsrisiko. Doch auch hier habe man eine Lösung gefunden: Schnelltests bei der Rückkehr ins Kinderdorf. Lediglich die Gegenbesuche der Verwandten im Dorf müsse man heuer untersagen.

Doch Hodbod betont mit Nachdruck, dass trotz Kontaktbeschränkungen die Gemeinschaft im Kinderdorf Irschenberg groß geschrieben werde. „Das sollen unsere Kinder auch an diesem außergewöhnlichen Weihnachtsfest erleben können.“

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