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Sie kann Garten: Maria Gasteiger und ihr Enkel Klaus genießen die sonnigen Stunden in ihrem Bauerngarten in Niklasreuth.

Niklasreutherin gibt Tipps für den Gemüsegarten

So halten Sie sich nicht nur die Nacktschnecken fern

Niklasreuth - Maria Gasteigers Gemüse- und Blumengarten wird gut bewacht: 24 Hühner und ein Gockel gehen in dem Niklasreuther Bauerngarten mit Lattenzaun regelmäßig auf Schneckenjagd.

Sie scheinen ihre Aufgabe richtig ernst zu nehmen und beäugen auch jeden Gartenbesucher misstrauisch mit ihren Kulleraugen. Als die 74-jährige pensionierte Landwirtin den Riegel vom Gartentor aufschiebt, huschen schon zwei schwarze und eine braune Henne vorbei. Ihr „Hühnermutter“ aber gewähren sie Eintritt.

Der Garten

Klein, fein und vor allem nützlich ist Gasteigers Hofgarten, der den Drei-Generationen-Bauernhof mit 15 Hektar großem Anwesen mit allerlei frischem Gemüse versorgt. Neben Maria und ihrem Mann Johann Gasteiger lebt dort auch ihr Sohn mit seiner Frau und deren fünf Kindern. Den Kleinen scheint das frische, unbehandelte Grün zu schmecken. Die sechsjährige Anna-Maria pflückt gerade zusammen mit ihrem drei Jahre jüngeren Bruder Klausi Gelbe Rüben aus dem Beet. „Noch waschen, bevor Ihr sie esst“, ruft Maria Gasteiger den beiden hinterher. Dann deutet sie auf Zucchini, Spitzkraut, Salat, Meerrettich, Bohnen, Kohlrabi, Erdbeeren und Rote Rüben und sagt: „Heuer war ein richtiges Gartenwetter, da es viel geregnet hat.“

Zwischen all dem gesunden Grün blitzen aber überall auch bunte Farbtupfer hervor. Lila, rote und gelbe Dahlien stehen am Zaun Spalier, dazwischen setzt der Phlox weiße Akzente und der Lavendels betört mit seinem Duft. Daneben ein echtes Heilkraut, die Ringelblume. Aus deren orangen Blüten zaubert Gaststeiger mit Schweine- und Melkfett eine schmerzlindernde Salbe. „Gegen Krampfadern, leichte Wunden und für die Gelenke“, erklärt die Bäuerin. „Für uns selber und unsere 25 Kühe.“ Der Majoran im Kräuterbeet wird im Herbst zusammen mit dem Fleisch des Schlachtviehs zum roten Presssack weiterverarbeitet.

Die Gärtnerin

Heute kümmert sich Gasteigers Schwiegertochter Christine um den Garten. „Das muss einer machen, da darf man sich nicht einmischen“, meint Gasteiger. Dafür geht die Jungbäuerin oft noch spät abends nach der Hofarbeit mit der Taschenlampe bewaffnet auf Schneckenfang, während die Hühner längst schlafen. Den Bauerngarten habe ihr Mann Johann im Jahre 1967 angelegt, erzählt Maria Gasteiger weiter. Auch das Hauskreuz mit einer hölzernen Jesus-Figur, darunter das Abbild der Muttergottes, habe er vor zwölf Jahren aus Lindenholz geschnitzt und zum Schutz für seine Enkelkinder aufgestellt. Blumen wie Tagetes, Cannas und Kosmeen ums Kreuz herum pflanzte Maria zusammen mit den Kindern.

Auch eine lustige Hühnergeschichte weiß Gasteiger noch zu erzählen: Vor zwei Jahren hat sie auf dem Miesbacher Wochenmarkt fünf Hennen gekauft, eine davon war das weiße Leghorn „Gackeli“. Während ihre Artgenossen jeden Tag brav ein Ei im Hühnerstall legten, war sich Gackeli zu gut dafür. „Der Stall war ihr nicht sauber genug“, sagt Gasteiger und lacht. Als sie daraufhin mit Gackeli schimpfte, war die Henne plötzlich spurlos verschwunden. „Zwei Tage lang haben wir sie überall gesucht“, erzählt Gasteiger. Doch Gackeli hat nicht beleidigt den Hof verlassen, sondern suchte sich einen luxuriöseren Platz als den Hühnerstall. Sie trippelte ins Haus, hüpfte über zwei Stiegen hoch ins Gästebad, zupfte sich dort den Vorleger unterm Waschbecken zurecht und legte dort ihr Ei. „Ich dachte, ich sehe nicht recht“, sagt Gasteiger schmunzelnd. So machte es Gackeli fortan jeden Tag. Als einmal die Haustüre verschlossen war, sprang sie zum Fenster hoch und klopfte gegen die Scheibe, bis ihr jemand aufmachte. Leider wurde das kreative Huhn vergangenes Jahr vom Fuchs geschnappt.

Der besondere Tipp

„Sich einen Plan machen, wo das Gemüse gepflanzt wurde, und dann im nächsten Jahr das Beet versetzten“, erklärt Gasteiger ihren Gemüsegarten-Tipp. „Starkzehrer wie Gurken, Kartoffeln oder Tomaten brauchen mehr Mist als Nährstoffdünger als Schwachzehrer wie Bohnen, Erbsen oder Zwiebeln. Gepflanzte Zwiebelreihen halten übrigens auch lästige Fliegen vom Garten fern.“

Daniel Wegscheider

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