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Traditionsreiche Liaison auf 99 Jahre: Brauhaus Tegernsee steigt beim Gasthof Moar in Wilparting ein

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Von: Dieter Dorby

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Bereit für ein neues Kapitel in Wilparting: Vor dem Gasthof trafen sich (v.l.) Bürgermeister Klaus Meixner, Brauhaus-Geschäftsführer Christian Wagner, Brauherrin Anna Herzogin in Bayern, Dominik Salzer (Immobilien) und dritter Bürgermeister Tom Niggl nun zum gemeinsamen Foto.
Bereit für ein neues Kapitel in Wilparting: Vor dem Gasthof trafen sich (v.l.) Bürgermeister Klaus Meixner, Brauhaus-Geschäftsführer Christian Wagner, Brauherrin Anna Herzogin in Bayern, Dominik Salzer (Immobilien) und dritter Bürgermeister Tom Niggl nun zum gemeinsamen Foto. © Thomas Plettenberg

Die Zukunft von Wilparting ist nun in trockenen Tüchern. Nach monatelangen Verhandlungen steht fest: Das herzogliche Brauhaus Tegernsee pachtet die Immobile und übernimmt damit auch den Neubau des Hauses, dessen Abriss der Gemeinde bereits ins Auge gefasst hatte. Baubeginn ist 2022.

Irschenberg – Seit fast vier Jahren ist der Gasthof zum Moar in Wilparting geschlossen. Und mindestens ebenso lange hat es gedauert, bis die Gemeinde Irschenberg, der die Immobilie gehört, einen Partner gefunden hat, der das angedachte Konzept mittragen will. Dass es nun das Herzogliche Brauhaus Tegernsee wurde, ist laut Bürgermeister Klaus Meixner „für die Gemeinde eine gute Lösung“.

Denn damit wird die seit 2017 währende Hängepartie nicht nur abgeschlossen, sondern sogar gut gelöst. „Wir haben sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet und das auf kurzem Weg“, berichtet Meixner. Was Brauhaus-Geschäftsführer Christian Wagner bestätigt: „Es waren gute Gespräche auf Augenhöhe.“

Gemeinde musste Bürgschaft leisten

Wie berichtet, hatte die Gemeinde Mitte 2011 das Traditionsanwesen Moarhof direkt neben der weithin bekannten Wallfahrtskirche in Wilparting im Rahmen einer fällig gewordenen Bürgschaft übernommen, nachdem die Eigentümerfamilie Köll finanziell in Bedrängnis gekommen war. Ziel war es, das Anwesen vor der Zwangsversteigerung zu bewahren und in einheimischer Hand zu behalten. Zunächst lief der Betrieb dort weiter, doch mit den Umbauplänen der Gemeinden zeichnete sich ein Ende ab. Seit Ende 2017 ist die Wirtschaft zu.

Die früheren Pläne, dass die Gemeinde direkt an einen Wirt verpachtet, haben sich angesichts der Kosten – geplant ist der Abriss und Neubau des vorderen teils, Tenne und Saal bleiben stehen – zerschlagen. Nun wird der Gasthof zum Moar auf 99 Jahre in Erbpacht vergeben. 2020 lief dazu die Ausschreibung – das Brauhaus nahm die Verhandlungen auf.

„Gute Lösung für die Gemeinde“

Für Meixner ist es eine gute Lösung, einen Partner gefunden zu haben, der aus dem Landkreis stammt, Tradition hat und auch den ideellen Wert dieses Ortes zu schätzen weiß. Denn das Ziel, hier wieder eine Wirtschaft zu schaffen, die nicht auf eine geldige Klientel abzielt, sondern auch für Einheimische ein Anziehungspunkt ist, wurde nicht abgehakt. Mit den traditionsreichen Tegernseern soll das gelingen.

Neubau und viele Ideen

Brauerei-Chefin Anna Herzogin in Bayern ist sich dessen bewusst. „Das ist ein besonderer Ort“, stellt sie fest. „Und den wollen wir wieder zum Leben erwecken.“ Vorstellen könne man sich viel: Naturspielplatz, Streichelzoo, Bauerngarten und ein Teich sind erste Ideen. Mittelfristig könnten vielleicht auch ein Hofladen und ein Bauernmarkt hinzukommen.

Die neue Gastronomie will – ausgestattet mit Saal und Tenne, Biergarten, Gästezimmern sowie Zimmer für Betriebsleiter und Personal – die Wallfahrtskirche wieder in den Mittelpunkt stellen – mit regelmäßigen Gottesdiensten, Taufen und Hochzeiten. Wie viel das Brauhaus dafür investieren muss, wird nicht genannt. Aber angelehnt an frühere Diskussionen im Gemeinderat dürften gut vier bis fünf Millionen Euro im Raum stehen.

Laut Wagner rechne man für Planung und Tektur sechs Monate, sodass 2022 mit dem Bau begonnen werden könne. Die Baudauer werde bei etwa eineinhalb Jahren liegen.

Offen ist noch, was aus Franz Xaver Köll wird. Wie berichtet, lebt der vormalige Eigentümer und Rentner immer noch im Haus, kümmert sich als Mesner wie seit Jahrzehnten zuvor um die Wallfahrtskirche St. Marinus und Anianus. Im Gemeinderat herrschte Einigkeit, ihm das Wohnrecht dort zu belassen. Doch während der Abriss- und Bauphase wird das kaum möglich sein. „Wir haben mehrere Gespräche mit ihm geführt“, sagt Meixner. Eine konkrete Lösung gebe es jedoch noch nicht.

ddy

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