Ein Ende der Einschränkungen forderten hundert mittelständische Unternehmer am Samstag in Irschenberg. Initiiert hatte das Treffen Franz Richter (v.), Chef der Kaffeerösterei Dinzler.
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Ein Ende der Corona-Beschränkungen forderten 100 mittelständische Unternehmer in Irschenberg. Initiiert hatte das Treffen Franz Richter (v.), Chef der Kaffeerösterei Dinzler.

VERSAMMLUNG - Schlagabtausch per Mail

Unternehmer-Initiative wirft Landrat von Miesbach „undemokratisches Verständnis“ vor

  • Dieter Dorby
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Irschenberg – Die Unternehmerversammlung, die am 27. Februar in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg stattgefunden hat, geht in die nächste Runde.

In einer Mail an Landrat Olaf von Löwis werfen ihm die beiden Dinzler-Mitarbeiter Jan Czerny und Florian Unterleitner im Namen der Initiative „Wir stehen zusammen“ ein „erschreckend undemokratisches Verständnis unseres Rechtsstaats“ vor.

Wie berichtet, reagierte Löwis verwundert darauf, dass besagte Versammlung trotz Corona stattgefunden hatte. Dies sei „skandalös“. Vielmehr bedürfe die Verwehrung von Grundrechten einer sehr guten Begründung, betonen die Verfasser. „Ernsthafte, eklatante oder gar enorme Verstöße“ seien seitens der Polizei nicht festgestellt worden, sonst wäre die Versammlung wohl sofort aufgelöst worden. „Bis auf einen Hinweis aufgrund von herunter gezogenen Masken vereinzelter sitzender Teilnehmer“ habe es keine Verstöße gegeben. Man fühle sich „als demokratisch handelnde und verantwortungsbewusste Unternehmer ... in die Nähe von Coronaleugnern oder Rechtsextremen gerückt“.

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Wie Löwis in seiner Antwort betont, gehe es „nicht um das Was, sondern das Wie.“ Alle würden unter der Situation leiden, „die Unternehmer natürlich ganz besonders. Dass man jedoch Regeln nicht einhält, die nachweislich dafür sorgen, diese Pandemie in den Griff zu kriegen, dafür habe ich wirklich kein Verständnis.“ Ein Wegschauen wäre nicht fair angesichts anderer Verstöße, die konsequent geahndet wurden. Löwis weiter: „Ich erwarte in der Zukunft, dass man sensibler mit den Regeln umgeht, die einem genau diese freie Meinungsäußerung erlauben.“

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Gestern hat das Unternehmen eine weitere Stellungnahme nachgereicht. Darin wird moniert, dass die Öffnung der Außengastronomie allein schon wegen des unsicheren Wetters nicht durchdacht sei. Es fehle „der politische Mut, die Situation zum Positiven zu ändern“.

ddy

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