Die braune Brühe richtete im gesamten Keller des Gemeinschaftshauses Schäden an.
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Die braune Brühe richtete im gesamten Keller des Gemeinschaftshauses Schäden an.

Caritas bittet um Spenden

„Wohl nicht mehr zu retten“: Unwetter trifft Kinderdorf hart - auch, weil wichtige Versicherung fehlt

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Das Unwetter, das am Montagabend Irschenberg heimgesucht hat, deckte an einigen Stellen im Gemeindegebiet Schwachstellen auf. Das gilt auch für das Kinderdorf der Caritas – mit schwerwiegenden Folgen.

Irschenberg - Die Wendeschleife vor dem Gebäude war überflutet, und auf der Rückseite lief Wasser vom Bolzplatz zusammen. So bahnten sich die Massen einen Weg in den Keller, strömten in die Lichtschächte und drückten durch die Fenster rein – mit üblen Folgen.

Heftiges Unwetter sucht Irschenberg heim: Keller von Kinderdorf überflutet

Wie Kinderdorf-Leiter Wolfgang Hodbod auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet, wurde das komplette Kellergeschoss mit Lager und Therapiebereich geflutet. Betroffen ist dabei auch der Bewegungsraum, der mit einem Schwingboden ausgestattet ist. „Der ist wohl kaputt und muss raus“, vermutet Hodbod. Und wie es mit dem darunter liegenden Estrich aussieht, sei unsicher. Auch das Kunstatelier sei betroffen. So heftig wüteten Hagel und Starkregen in Irschenberg

Eine Kühltruhe voller Schlammwasser schiebt ein Helfer nach draußen.

Was jedoch richtig schmerzt, sind die Schäden in den Lagerräumen der Gemeinschaftsküche, die ebenfalls in diesem Haus untergebracht ist. In den Kühltruhen, die unter dem Fenster standen, sammelte sich die braune Brühe von draußen, vernichtete die eingefrorenen Lebensmittel und auch die Geräte selbst. Zudem geriet Wasser in den Versorgungsschacht, in dem unter anderem die Wasserleitungen verlaufen. „Das Trocknen all dieser Wasserschäden wird aufwendig“, weiß Hodbod. „Und viele Geräte wie unsere Lautsprecheranlage werden wohl nicht mehr zu retten sein.“

Irschenberg: Unwetter richtet schwere Schäden in Caritas-Kinderdorf an - Versicherung fehlt

Was aber am schwersten wiegt: Es fehlt wohl an einer entsprechenden Versicherung, um diese Schäden abzudecken. „Wir haben zwar eine Versicherung gegen Wasserleitungsschäden, aber nicht gegen solche durch Oberflächenwasser“, sagt Hodbod. „Wir liegen oben auf einem Berg. Da sind wir nicht davon ausgegangen, dass wir eine solche Versicherung einmal brauchen würden.“ Den Schaden, der wohl nicht übernommen wird, schätzt er auf gut 50.000 Euro.

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Was den Kinderdorf-Leiter aber tröstet, ist der große Zusammenhalt bereits in der Unwetternacht. „Viele haben mitgeholfen. Unterstützer von uns sind ebenfalls gekommen, um beim Aufräumen zu helfen“, erzählt Hodbod. Und ein örtlicher Elektrobetrieb habe die Elektrik so weit wieder hergestellt, dass die Gemeinschaftsküche wieder arbeiten kann. (ddy)

Spendenkonto: Wer dem Caritas Kinderdorf Irschenberg helfen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto des Fördervereins unter dem Stichwort „Unwetterhilfe“ tun: IBAN DE08 7112 0077 6120 2392 85 bei der Hypo-Vereinsbank Miesbach. Für Fragen ist Kinderdorf-Leiter Wolfgang Hodbod per Mail an wolfgang.hodbod@caritas muenchen.de erreichbar.

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