+
Pfarrvikar Michael Nagel

Verwirrende Aktion im Gottesdienst von Niklasreuth

Pfarrer Nagel kündigt Abschied an

  • schließen

Es war ein Paukenschlag am Sonntagvormittag im Gottesdienst von St. Nikolaus: Pfarrer Michael Nagel verlässt Niklasreuth zum Monatsende – im Unfrieden. Das teilte der Geistliche den Gläubigen mit. Doch das Ordinariat kann dies nicht bestätigen.

Was ist los im Pfarrverband Irschenberg? In Niklasreuth macht die Nachricht die Runde, dass Pfarrer Michael Nagel den Pfarrverband Irschenberg und damit seine Pfarrei im Ortsteil Niklasreuth verlassen muss. Und zwar schon zum Monatsende. So laute angeblich die Entscheidung des Erzbischöflichen Ordinariats in München.

Verwirrende Ansprache im Gottesdienst

Im Gottesdienst hat Nagel selbst seine Kirchengemeinde in Niklasreuth am Sonntag davon in Kenntnis gesetzt, dass dies sein letzter Gottesdienst sein werde. Auf die Predigt verzichtete er – denn wie mit ihm umgesprungen werde, habe mit christlicher Nächstenliebe nichts zu tun. So berichtet es ein Zeuge unserer Zeitung. Nagel selbst war gestern telefonisch nicht zu erreichen.

Es ist ein Auftritt, der für reichlich Unruhe, Verwirrung und Unverständnis in Niklasreuth sorgt. Denn Nagel gilt als beliebt bei den Menschen, aber gänzlich unumstritten ist er nicht. Dennoch: „Das Bedauern ist groß“, sagt Niklasreuths Pfarrgemeinderatsvorsitzende Agnes Bernöcker. „Er hat ein gutes Verhältnis zu den Vereinen und ist sehr umgänglich.“ Es sei eine unglückliche Situation, die nun entstanden sei. Allerdings bestätigt sie: „Es gibt auch Leute, die negative Erfahrungen gemacht haben.“ Die Angelegenheit sei nun Sache des Ordinariats.

Bislang liegt keine Entpflichtung vor

Pfarrverbandsleiter Pfarrer Tadeusz Kmiec-Forstner will den Fall nicht kommentieren und verweist ebenfalls auf das Ordinariat, das für Personalfragen zuständig ist. Und auch dort gab es gestern keine klaren Aussagen. Nur so viel: Es habe keine Entpflichtung gegeben, teilt die Pressestelle mit. Weitere Hintergründe zu dem Fall waren nicht in Erfahrung zu bringen, weil der zuständige Mitarbeiter nicht im Hause war.

Unabhängig von den arbeitsrechtlichen Hintergründen, ob eine Entpflichtung oder umgangssprachlich gesagt eine Versetzung stattfindet: Nagel wird in nächster Zeit seinen bisherigen Aufgaben offenbar eh nicht nachgehen können, denn er hat sich krankschreiben lassen. Für die Abläufe im Pfarrverband hat dies laut Pfarrer Kmiec-Forstner keine Auswirkungen: „Unsere Organisation ist weiterhin so ausgerichtet, dass ein Pfarrer alles bewältigen kann.“ Hinzu komme noch die Unterstützung von Ruhestandspfarrer Josef Winkler.

Üppige Personalbesetzung des Pfarrverbands

Dass der Pfarrverband Irschenberg neben Pfarrer Tadeusz mit Nagel noch einen Pfarrvikar – also einen Geistlichen ohne administrative Aufgaben – hat, während beispielsweise die Kreisstadt Miesbach von Dekan Michael Mannhardt von Hausham aus mitbetreut wird, ist ungewöhnlich. Hintergrund ist wohl Nagels Vorgeschichte. So musste er 2011 seine damalige Pfarrgemeinde Allershausen (Kreis Freising) verlassen. Der Grund war damals wie heute undurchsichtig.

ddy

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Krampus schlägt Frau (32) nieder: „Unendlich starker Schmerz und Schock“
Tanja D. aus Miesbach wollte eigentlich nur mit einer Freundin einen Glühwein auf dem Tölzer Weihnachtsmarkt trinken gehen. Plötzlich sank sie auf die Knie mit einem …
Krampus schlägt Frau (32) nieder: „Unendlich starker Schmerz und Schock“
Ein Dorf will in den Gemeinderat: FWG Reichersdorf hat Liste aufgestellt
Kleines Dorf, großes politisches Interesse: So in etwa könnte das Fazit der Aufstellungsversammlung der neu gegründeten Freien Wähler Gemeinschaft Reichersdorf lauten.
Ein Dorf will in den Gemeinderat: FWG Reichersdorf hat Liste aufgestellt
Kurios weihnachtlich: Lüttichau und Grobmeier begeistern Schliersee
Eigenwillige Texte, eigenwillige musikalische Untermalung: So brachten Helmfried von Lüttichau und Heinz Grobmeier die Schlierseer in wahre Weihnachtsstimmung.
Kurios weihnachtlich: Lüttichau und Grobmeier begeistern Schliersee
Miesbach sagt „Oui“ zu Marseillan: Stadtrat stimmt für Partnerschaft
Miesbach wird international. Der Stadtrat hat nun mit großer Mehrheit einer kommunalen Partnerschaft mit der französischen Stadt Marseillan zugestimmt. 
Miesbach sagt „Oui“ zu Marseillan: Stadtrat stimmt für Partnerschaft

Kommentare