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Wie eine große Familie: Burkhard Schulze aus Berlin (mit Geschenken) verbringt seit 60 Jahren seinen Urlaub bei der Familie Klingsbögl in Harrain. Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer (3.v.r.) gratulierte zum Ferienjubiläum. 

„Platz an der Sonne“

Wahre Urlaubsliebe: Berliner macht seit 60 Jahren Ferien in Irschenberg

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Die ARD-Fernsehlotterie hat Burkhard „Bucki“ Schulze einst nach Harrain in Irschenberg geführt. Heuer hat er hier zum 60. Mal seine Ferien verbracht - und wurde groß gefeiert.

Irschenberg Die ARD-Fernsehlotterie hat Burkhard „Bucki“ Schulze einst nach Harrain in Irschenberg geführt. Was 1958 als Reiseabenteuer für den damals elfjährigen Berliner begann, hat sich über die Jahrzehnte in eine echte Urlaubsliebe verwandelt. Seit 60 Jahren verbringt Schulze nun schon seine Ferien auf dem Anwesen der Familie Klingsbögl. Und längst hat seine gesamte Großfamilie den „Platz an der Sonne“ für sich entdeckt. Entsprechend groß wurde nun das Jubiläum gefeiert. Bürgermeister Hans Schönauer war gut beschäftigt, ehe er alle Hände der Berliner Delegation geschüttelt hatte. 

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Diese Zeit nahm sich der Rathauschef aber gerne, schließlich verkörpert Burkhard Schulze einen Urlauber, den sich wohl jeder Tourismusort wünschen würde. Denn die Empfehlung eines so treuen Gastes kann die beste Werbebroschüre nicht ersetzen. Als Schulze 1958 zum ersten Mal nach Harrain kam, wagten viele Berliner noch nicht mal an Urlaub zu denken. Sie waren durch die Blockade West-Berlins seit zehn Jahren in ihrer Stadt eingeschlossen. Die Aktion „Platz an der Sonne“ ging dabei auf eine Initiative des Deutschen Städtetags zurück. Sie ermöglichte es 16 000 Kindern, mit Unterstützung der ARD-Fernsehlotterie ihre Ferien im Westen zu verbringen. Schulze kam zur Familie Klingsbögl in Harrain. 

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Zuerst war er schüchtern, war er doch als Elfjähriger ganz allein zu seinen Gastgebern gereist. Dann jedoch taute „Bucki“ mit der liebevollen Fürsorge seiner Hausleute Anna und Josef Klingsbögl immer mehr auf. Als er dann nicht nur im Wald spielen und im Wassergraben planschen, sondern auch noch Traktorfahren durfte, war es um den jungen Berliner geschehen. Der Grundstein für eine große Urlaubsliebe war gelegt. 

Ein Ende ist auch nach 60 Jahren nicht abzusehen. Im Gegenteil: Schulzes Begeisterung hat seine gesamte Großfamilie erfasst. Und so werden die Gäste aus Berlin wohl noch viele Jahre und mit mehreren Generationen nach Harrain reisen – und der Bürgermeister noch weiter viele Jubiläen feiern. 

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