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Die Stimmung ist gut im Bauschuttcontainer. Bei der Wassertemperatur haben die Trachtler einen Trick angewandt.

Nur in Bikini und Shorts im Baucontainer

Warum 20 Irschenberger Trachtler bei Eiseskälte in einen Pool steigen

Eisige Temperaturen, Dauernebel und ein schneidend kalter Wind. Irschenbergs junge Trachtler hatten bei diesem ungemütlichen Wetter am Sonntagnachmittag trotzdem jede Menge Spaß:

Irschenberg – Am Trachtenheim saßen gut 20 Burschen und Dirndl in einem riesigen, mit Wasser gefüllten Bauschuttcontainer. Mit Strohhüten und bunten Sonnenbrillen sommerlich dekoriert, badeten die Trachtler vergnüglich und tranken das ein oder andere Bier dazu.

„Das ist die Cold-Water-Grill-Challenge“, erklärte Initiator Markus Kröll – eine Aktion, die über Facebook läuft und jetzt auch den Landkreis erreicht hat. „Wir sind von den Berblinger Burschen nominiert worden“, sagte Kröll. Sieben Tage hätten sie Zeit gehabt, die Herausforderung anzunehmen und umzusetzen, ansonsten hätten sie den Berblingern 50 Liter Bier und eine „gscheide Brotzeit“ spendieren müssen. „Das kann natürlich nicht sein. Also haben wir Nägel mit Köpfen gemacht.“

Normalerweise findet die gesellige Grillrunde, an der auch viele Feuerwehren teilnehmen, an Bächen oder Flüssen statt. Die Irschenberger wollten lieber einen Pool und tauften die Aktion kurzerhand in eine Grill-Pool-Challenge um. Aus einem Hydranten ließen sie über einen Feuerwehrschlauch Wasser in den Bauschuttcontainer laufen. „Mit dem kalten Wasser haben wir es aber nicht so gehabt“, gab Kröll zu. Deswegen beheizten die Trachtler ihren Pool. Ölfässer, in denen Feuer brannte, sollten das Badewasser angenehm temperieren. Damit die keinen Auftrieb hatten, wurden sie zuvor im Container festgeschweißt. Bis das Badewasser erträgliche 19 bis 20 Grad hatte, harrten die Teilnehmer dick eingepackt mit Jacken, Mützen und Handschuhen am Pool aus.

Dann gab es kein Halten mehr: In Bikini und Badeshorts sprangen alle in den Bottich. Bier und Hochprozentiges wärmten während des Bads zusätzlich von innen. Nicht einmal für den kleinen Hunger zwischendurch musste die Teilnehmer das Wasser verlassen: Die Burschen hatten einen Rost auf eines der Ölfässer gelegt, auf dem Steaks brutzelten.

Ausgefallene Ideen wie diese verbreiten sich immer wieder über soziale Medien. Die aktuelle Aktion erinnert an die Ice-Bucket-Challenge im Sommer 2014, bei der sich die Nominierten eisiges Wasser aus einem Kübel über den Kopf kippten. „Da hatten wir definitiv mehr Spaß“, erinnerte sich Kröll. Von Mittag bis etwa 20 Uhr hätten die Trachtler im Wasser ausgeharrt, das später sogar 24 Grad warm gewesen sei. „Nur zum Bieseln sind wir rausgegangen“, betonte der Veranstalter lachend.

Bestanden haben die Irschenberger ihre Aufgabe jedenfalls, auch wenn sie bei der Wassertemperatur etwas nachgeholfen haben. Ihrerseits nominiert haben sie übrigens erneut die Berblinger, weil die nur an einem Steg gesessen hätten und nicht ins Wasser gegangen seien:

gd

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