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Wilparting: Gemeinde Irschenberg denkt nun über Moar-Neubau in Erbpacht nach

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Von: Dieter Dorby

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Ungewisse Zukunft: Der Gasthof zum Moar soll nun in Erbpacht neu errichtet werden. Auch die Wiedereröffnung in der bestehenden Form ist nicht mehr auszuschließen.
Ungewisse Zukunft: Der Gasthof zum Moar soll nun in Erbpacht neu errichtet werden. Auch die Wiedereröffnung in der bestehenden Form ist nicht mehr auszuschließen. © Thomas Plettenberg

Irschenberg – Eigentlich sollte der Gasthof zum Moar in Wilparting abgerissen, im alten Stil neu gebaut und so in eine zukunftsfähige Gastronomie mit Übernachtungsmöglichkeit umgewandelt werden. Doch die Gemeinde Irschenberg hat sich nun von der Vorstellung, einen Neubau selbst zu finanzieren, verabschiedet.

Am Montagabend verabschiedete der Gemeinderat seinen Haushalt für das laufende Jahr. Diesmal ohne die in den vergangenen Jahren eingestellten vier Millionen Euro für den Neubau.

Der Grund ist in der derzeitigen Wirtschaftslage zu finden. Das Coronavirus, die Pandemie und der damit einhergehende Lockdown haben dazu geführt, dass die Gastronomie seit Monaten geschlossen ist. Eine ganze Branche kämpft ums Überleben, ebenso die Brauereien, denen damit eine wichtige Absatzmöglichkeit fehlt. Und just zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde den Gasthof zum Moar für eine Verpachtung ausgeschrieben.

Zu niedrige Angebote

Das Ergebnis fiel ernüchternd aus, wie Bürgermeister Klaus Meixner (CSU) auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet: „Wir haben drei Angebote von Brauereien bekommen, aber das kommt wirtschaftlich für uns nicht infrage.“ Denn das, was geboten wurde, sei weit von den ursprünglichen Vorstellungen entfernt.

Neubau für Gastro und Hotel

Wie berichtet, hatte der 2019 verstorbene Bürgermeister Hans Schönauer die Vision, den Neubau der Traditionswirtschaft über die Verpachtung an eine Brauerei zu refinanzieren. Er setzte dabei auf die beliebte Lage direkt neben der Wallfahrtskirche St. Marinus, die zu den mit am meisten fotografierten Gotteshäusern Deutschlands gehört. So sollte das gesamte Ensemble geschützt in Irschenberger Hand bleiben, ohne die Finanzen der Gemeinde zu belasten. Doch das ist spätestens im Zuge von Corona nicht mehr umzusetzen. Was hilft die beste Lage, wenn man nicht öffnen darf?

Erbpacht jetzt im Fokus

Laut Meixner ist man im Gemeinderat übereingekommen, andere Möglichkeiten zu prüfen. Im Raum steht ein Neubau in Erbpacht. Das hätte den Vorteil, dass das Areal in gemeindlicher Hand bleibt, aber bewirtschaftet werden könnte. Auch gäbe es für die Gemeinde über den Erbpachtzins Einnahmen.

Doch das ist nicht die einzige Alternative. Auch eine Wiederaufnahme des ursprünglichen Gastronomiebetriebs bei einer Neuverpachtung ohne Neubau ist laut Meixner wieder denkbar. Wobei es dabei den Haken gebe, dass die Konzession zwischenzeitlich abgelaufen ist. Sie müsste neue beantragt werden, „und da kennen wir die Auflagen noch nicht“.

Die Schließung der einst beliebten Gaststätte liegt bereits über drei Jahre zurück. Im November 2017 hatte das damalige Wirtepaar Marion Münchmeyer und Anian Köll den Betrieb geschlossen, weil die Gemeinde den Pachtvertrag gekündigt hatte, um einen Neubau zu planen. Kölls Eltern, für die die Gemeinde in finanzieller Schieflage eine Bürgschaft übernommen hatte, die dann auch eingelöst werden musste, leben heute noch in dem Haus.

Wie es mit dem Traditionsgasthof in Wilparting weitergeht, ist derzeit offen. „Wir stehen wieder ganz am Anfang“, sagt Meixner. „Wir müssen jetzt neu orientieren und einen neuen Weg suchen, der wirtschaftlich tragfähig ist.“ Ein Verkauf sei jedoch trotz allem nicht vorgesehen.

ddy

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