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Dank für Jahrzehnte im Dienste der Allgemeinheit: Bürgermeister Hans Schönauer (r.) verleiht seinem Amtsvorgänger die Ehrenbürgerwürde.

Ehrenbürgerwürde für Quirin Höß

Dank an den Weichensteller und "Einigungs-Kanzler"

Irschenberg – Jahrzehntelang hat er den Gemeinden Reichersdorf und Irschenberg gedient – als Verwaltungsangestellter, Kassenverwalter und zuletzt als Bürgermeister. Dies hat Quirin Höß jetzt die feierliche Ernennung zum Ehrenbürger eingebracht.

Als Bürgermeister hat Quirin Höß 24 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde Irschenberg geleitet. Seine großen Verdienste in den Jahren zwischen 1978 und 2002 würdigte der Gemeinderat mit der Verleihung des Titels Ehrenbürger (wir berichteten). Jetzt hat sein Amtsnachfolger Hans Schönauer dem 76-Jährigen bei einem Festakt die Urkunde überreicht. Schönauer bezeichnetet Höß als einen „couragierten und zuverlässigen Mann“, der die Weichen in die richtige Richtung gestellt und die 3000-Seelen-Gemeinde auf Vordermann gebracht habe. 

Der berufliche Werdegang von Höß begann 1964 in der damals eigenständigen Gemeinde Reichersdorf. Mit der Gebietsreform 1972 – im Jahr der olympischen Sommerspiele in München – wurde Reichersdorf auf Grundlage des freiwilligen Entschlusses der Bürger der größeren Gemeinde Irschenberg zugeteilt. „Höß nutzte die Chance, wurde in Irschenberg Kassenverwalter und qualifizierte sich mit Kursen und Seminaren für höhere Aufgaben“, sagte Schönauer in seiner Laudatio. Diese Aufgaben kamen im Jahr 1978 mit Teil zwei der Gebietsreform schneller als erwartet. Neben Niklasreuth kamen auch Teilbereiche von Parsberg zu Irschenberg. Der damalige Bürgermeister Georg Kirchberger kandidierte nicht mehr, Höß wurde zu seinem Nachfolger gewählt. 

„Erfolgreiche, aber nicht immer leichte Jahre folgten“, sagte Schönauer. „Der sogenannte Wasserkrieg, Brunnenbau, neue Hochbehälter, die Kläranlage, die drei Ortsfeuerwehren, Baugrund für Einheimische und Gewerbe, die Ausweisung der neuen Baugebiete Waldsiedlung, Riedinger Weg, Buchhölzl und Buchbichl waren Meilensteine der Entwicklung der Gemeinden“, erinnerte der amtierende Bürgermeister. Der Laudator lobte ausdrücklich, wie gut es Höß gelang, die hinzugekommenen Ortschaften und die insgesamt 140 Weiler zu integrieren. „Jede mit eigenen Meinungen, Besonderheiten und Kulturen.“ Er verglich dieses Zusammenlegen als eine Art der heutigen Integration. 

Die Ernennung Höß’ zum Ehrenbürger wurde von vielen seiner kommunalen Weggefährten aus mehr als zwei Jahrzehnten Amtszeit begleitet. Auch die Familie war bei der Feier mit dabei – Ehefrau Margarete etwa. Das festliche Ambiente beim Kramerwirt ließ keine Wünsche offen – mit Blumenschmuck gedeckte Tische, gutes Essen und Getränke, nette Unterhaltungen, und auch die Musikanten spielten auf. Die Übergabe der eingerahmten Ehrenurkunde wurde mit langem Beifall quittiert. Für die höchste Auszeichnung, die eine Gemeinde vergibt, bedankte sich Höß herzlich.

Manfred Merk

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