Asylbewerber

Irschenberg will Heim bauen

Irschenberg - Die Gemeinde Irschenberg hat ein Auge auf ein Grundstück geworfen, auf dem ein Heim für Asylbewerber entstehen könnte - für minderjährige Flüchtlinge.

„Die Zahl der Asylbewerber, die innerhalb von sechs Jahren in den Landkreis gekommen sind, erwartet uns jetzt in einem Zeitraum von nur sechs Monaten“, verkündete der Irschenberger Bürgermeister Hans Schönauer (FW) nun im Gemeinderat mit Sorge. Doch Irschenberg hat sich schon seine Gedanken gemacht: Wie Schönauer auf Anfrage berichtet, will die Gemeinde ein Grundstück im Ort erwerben und dort ein Heim für minderjährige Asylsuchende errichten. Es könne später zu einem Kindergarten oder einer Seniorenbetreuung umfunktioniert werden.

Das geforderte Aufnahmekontingent erfüllt Irschenberg schon jetzt: Die Gemeinde hat 22 Plätze anzubieten. Zehn Jugendliche sowie eine sechsköpfige Familie können derzeit im Kinderdorf Irschenberg aufgenommen werden. Zudem hat das Landratsamt in Jedling ein Haus angemietet, in dem sechs weitere Asylsuchende Platz finden. Wie viele Flüchtlinge derzeit in der Kommune untergebracht sind, vermochte Schönauer in der Gemeinderatssitzung allerdings nicht zu sagen: Es findet ein ständiger Wechsel statt. „Irschenberg setzt sich gemeinsam mit dem Kinderdorf zusätzlich für einige Unterbringungen im Landkreis Rosenheim ein“, sagte Schönauer. „Das wird uns aber nicht angerechnet.“

Nach jetzigem Stand werden im Landkreis die Plätze für Asylsuchende nicht reichen. Derzeit leben knapp 480 Personen in den Städten und Gemeinden, die Prognose geht von 900 Personen bis Ende dieses Jahres aus. Langfristige Lösungen müssten deshalb her, so Schönauer. Das geplante Heim in Irschenberg sei ein weiterer Schritt. Zu Details – insbesondere was die Lage des Grundstücks und den Zeitplan betrifft – wollte sich der Bürgermeister allerdings noch nicht äußern.

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