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Ein Krokus lockt mit seinem Blütenstaub eine Biene an. Ein ausgewogener Pflanzen-Mix, der auch viele Früh- und Spätblüher beinhaltet, dient vielen Insekten als Nahrungsquelle.

Interview mit Expertin

Statt Nektarwüste: So wird der Garten zum Bienen-Paradies

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Landkreis - Für Bienen wird es immer schwieriger, genug Futter – also Nektar und Blütenstaub – zu finden. Grünen-Kreisrätin Elisabeth Janner warnt deshalb vor sogenannten Nektarwüsten und wünscht sich eine bienenfreundlichere Bepflanzung.

Frau Janner, viele Gärten sind voller Blumen, dennoch sprechen Sie von Nektarwüsten. Wie passt das zusammen?

Elisabeth Janner: Nektarwüsten sind Anpflanzungen, bei denen Bienen kein Futter finden. Hybridpflanzen wie Geranien bilden meist keine Samen aus. Damit bieten sie Bienen und anderen blütenbesuchenden Insekten kein Futter. Aber gerade solche Pflanzen erfreuen sich in den Gärten großer Beliebtheit, weil sie kräftige Farben haben. Heimische Pflanzen sind da vielleicht etwas dezenter, aber sie sind witterungsfest und können Honig- wie Wildbienen ernähren.

Zum Beispiel?

Janner:  Spontan fällt mir Lavendel ein – an dem sind stets Bienen zu finden. Oder das Fleißige Lieschen. Mit einer überlegten Bepflanzung kann man viel Gutes tun. Das ist auch auf politischer Ebene ein Thema. So hat die Bezirkstagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen die Auszeichnung „Bienenfreundliche Kommune in Oberbayern“ auf den Weg gebracht. Sie soll Kommunen ermuntern, beim Bepflanzen ihrer Grünanlagen auf genügend Bienenfutter zu achten und auf Insektizide zu verzichten. Ziel ist eine durchgehende Nektar- und Pollenversorgung. Ich denke da nicht nur an Verkehrsinseln, sondern auch an Straßenränder. Man hilft damit nicht nur Bienen, sondern allen Insekten – und auch den Menschen: Sollten die Bienen eines Tages aussterben, hätten wir mangels Bestäubung der Pflanzen nur noch wenige Jahre zu leben.

Die Wahl des Blumenschmucks ist halt zunächst eine Geschmacksfrage.

Janner: Es ist aber ebenso eine Kostenfrage. Die Bienenfutterpflanzen blühen im nächsten Jahr meist wieder, während viele Hybridpflanzen jedes Jahr neu gekauft und gesetzt werden müssen. Außerdem brauchen letztere viel Wasser, Dünger und Schutzmittel. Mit einer heimischen Gräser-Blumen-Mischung wächst alles im Prinzip von allein. Es entspricht gewissermaßen der Tradition der Bauerngärten.

Inwiefern?

Janner: Bauern wissen, dass es nicht sinnvoll ist, dreimal pro Jahr umzupflanzen. Mir fällt da spontan die Kapuzinerkresse ein – sie bietet alles für Bienen und schmeckt gut im Salat. So etwas ist nachhaltig. Und es ist leicht, Bienen und Insekten so zu helfen. Das unterstützt auch die Artenvielfalt.

Das vermissen Sie?

Janner: Ich stelle schon fest, dass sich eine gewisse Wegwerf-Mentalität auch im Garten breit macht. Die Leute entfernen sich – was mir auffällt – von der Natur, vom Umgang mit Boden und Tieren. Alles wird ersetzbar, wir handeln immer weniger nachhaltig.

Weitere Infos gibt es im Internet beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf www.bmel.de über die Suche nach dem Stichwort Bienenlexikon.

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