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Eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit der Polizei haben sich die Kartdiebe am Samstagabend in Hausham geliefert.

Sie klauten die Renner aus einem Container des MSC Hausham

Kart-Diebe liefern sich irre Verfolgungsjagd mit Polizei

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Hausham - Spektakuläre Szenen am Samstagabend in Hausham: Unbekannte klauten zwei Rennkarts vom Vereinsgelände des MSC Hausham - und lieferten sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Sieben Streifenwagen jagen zwei geklauten Karts hinterher. Auch ein Privatauto nimmt die Verfolgung der Diebe auf. Einmal kommt es fast zur Kollision. Was sich liest wie das Drehbuch eines Actionfilms, basiert tatsächlich auf dem Polizeibericht vom späten Samstagabend.

Anton Bichler, Zweiter Vorsitzender des MSC Hausham und Jugendkart-Trainer, glaubt erst an einen schlechten Scherz, als ihm ein Anwohner des Vereinsheims am Haushamer Volksfestplatz um 22 Uhr von zwei in der Dunkelheit durch die Gegend knatternden Karts erzählt. Er eilt sofort zum Tatort – und traut seinen Augen kaum. Der Stahlcontainer, in dem die beiden Jugendslalom-Karts während der Winterpause parken, ist aufgebrochen. Hammer, Eisensäge und Schraubenzieher liegen am Boden. Von den Karts fehlt jede Spur. „Unfassbar“, sagt Bichler. „Die hatten ja nicht mal Benzin im Tank.“

Keine vier Wochen zuvor hatten unbekannte Täter die beiden sechs PS starken und bis zu 70 Stundenkilometer schnellen Renner schon mal für eine illegale Spritztour benutzt (wir berichteten). „Da ist ihnen aber am Eisplatz der Sprit ausgegangen“, sagt Bichler. Der MSC sperrte den Container daraufhin mit einer Eisenkette ab – und leerte den Tank der Karts. Doch auch die dreisten Raser lernten offenbar dazu. „Die müssen sich ihr eigenes Benzin mitgebracht haben“, sagt Bichler.

Als die Polizei gerade die Spuren sichert, unterbricht um 23.25 Uhr plötzlich ein lautes Knattern die nächtliche Stille. Die Diebe brettern mit ihren Karts über die Schlierachstraße in Richtung Schliersee – direkt am Tatort vorbei. Die Polizisten hechten in ihre Streifenwagen und nehmen die Verfolgung auf. Ein MSC-Mitglied hält ein zufällig vorbeifahrendes Auto an und bittet den Fahrer, ebenfalls die flüchtenden Diebe zu jagen. Fast eine Stunde lang dauert die wilde Hatz von Hausham bis nach Schliersee. Neben sieben Streifenwagen heften sich mehrere Zeugen an die heißen Reifen der Diebe. Diese scheuen kein Risiko und entgehen nur knapp einem Zusammenstoß mit einem der Polizeiautos.

Gegen 0.15 Uhr stellen die Beamten die Fahndung ein – ohne Erfolg. Die Kartfahrer haben sich verdünnisiert. Auch der Versuch, die heißgelaufenen Renner mit einer Wärmebildkamera aufzuspüren, scheitert. Bichler vermutet, dass diese irgendwo abgestellt wurden. „Die tauchen bestimmt wieder auf“, sagt er. „Aber wahrscheinlich ist nach der Verfolgungsjagd der Rahmen kaputt.“

Den Wert des roten und silbernen Karts schätzt Bichler auf insgesamt gut 3000 Euro. Darauf hätten es die Diebe in seinen Augen aber nicht abgesehen. „Die haben sich nur einen Spaß erlaubt.“

Doch der hätte böse ausgehen können. Was die Täter nämlich nicht wussten: Bei einem der Renner war die Bremse beschädigt. Ansonsten kannten sie sich offenbar gut aus – und besorgten sich vor ihrer Spritztour im Vereinsheim noch die passenden Helme. „Das müssen Insider gewesen sein“, sagt Bichler.

Nicht nur deshalb ist der MSC schwer getroffen von dem Vorfall. „Wir sind ein armer Verein“, seufzt der Zweite Vorsitzende. „Für uns ist das mehr als schlimm.“

Hinweise auf die Karts oder Zeugen des Vorfalls, werden gebeten sich bei der Polizei Miesbach unter 08025/2990 zu melden.

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