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Platz schaffen für Kinder: Der Kindergarten (r.) in Neuhaus muss erweitert werden, damit die Regelgruppe, die im Pfarrheim residiert (Vordergrund) wieder umziehen kann. In die alten Gruppenräume wird eine Krippe eingebaut.

Kindergarten Neuhaus 

Es dauert länger und wird wohl teurer

Der Nachholbedarf bei Kinderbetreuungsplätzen in Schliersee ist groß. In Schliersee selbst, aber auch in Neuhaus geht es mit dem Ausbau schleppender voran als gewünscht.

Neuhaus – Der massiv gestiegene Kinderbetreuungsbedarf hatte Schliersee in den vergangenen Jahren kalt erwischt. Bis die Gemeinde ihn wirklich decken kann, wird es wohl noch bis Herbst dauern – allerdings nur, wenn alles klappt und die neue Krippengruppe in Neuhaus ihre Pforten öffnet. Immerhin: Der Bauantrag soll in den nächsten Wochen rausgehen. Aber: Wie es aussieht, wird es etwas teurer als gedacht.

Hinter Alois Winderl liegen arbeitsreiche Monate. Der Diakon in Neuhaus ist eine der treibenden Kräfte hinter der neuen Krippengruppe. Wie berichtet, soll diese ins Souterrain des Kindergartens einziehen. Dort hatte es 2015 einen Wasserrohrbruch gegeben, eine Kindgartengruppe musste ins Pfarrzentrum umziehen. Die Reparatur zog sich, und dann wurde eh umgeplant. Damit sind Pfarrei und Architekt Johannes Wegmann nun soweit fertig.

Mit der Umplanung des Geschosses war es dabei längst nicht getan. Für die ausgelagerte Kindergartengruppe braucht es einen Anbau im Süden, der allerdings nicht vor 2019 kommt. Alles zusammen aber mussten die Neuhauser als Gesamtkonzept bei den zuständigen Stellen – etwa Landratsamt und Regierung von Oberbayern – vorlegen. Und weil der Kindergarten St. Josef unter kirchlicher Trägerschaft steht, auch dem Erzbischöflichen Ordinariat.

An letzterem hängt zu einem guten Teil auch der weitere Zeitplan. „Der Vergabeausschuss tagt nur zweimal im Jahr“, sagt Winderl. Das nächste Mal im April. Ob das genügt, um den Wunschtermin September für die Eröffnung halten zu können, ist unklar. „Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel“, sagt Winderl. Immerhin: Für verschiedene Vorarbeiten an Boden, Wänden und Versorgungsrohren braucht die Pfarrei das Okay des Ordinariats nicht abzuwarten. Dieses Werkeln macht aber Lärm und Dreck, darf den Kindergartenbetrieb nicht stören und soll deshalb binnen einer Woche über die Bühne gehen.

Ist dann irgendwann alles fertig, hat Neuhaus weiterhin drei Kindergartengruppen und zusätzlich zwölf Krippenplätze. Zusammen mit dem neuen Kindergarten „Kleine Heimat“ neben dem Heimatmuseum in Schliersee sollte der Bedarf dann gedeckt sein – auch langfristig, weil der Kindergarten Regenbogen, zunächst auf zwei Gruppen reduziert, Platz für eine dritte hätte.

Einen Baukostenzuschuss in Höhe von 860 000 Euro für den Neuhauser Kindergarten hatte der Gemeinderat schon im Juni 2017 in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen. Der Betrag bildet dabei die geschätzten Gesamtkosten ab. Dennoch hört sich nach einer gewaltigen Summe an für einen An- und Umbau. „Das ist schon eine große Maßnahme“, sagt dazu Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) auf Anfrage. Zu berücksichtigen sei auch, dass zwei Drittel staatliche Zuschüsse decken sollen, und die Versicherungssumme für den Wasserschaden. Diese war bislang auf rund 280 000 Euro taxiert.

Wie Winderl allerdings andeutet, gibt es nach Fertigstellung der Pläne bezüglich der Kosten weiteren Gesprächsbedarf – etwa auch, weil neue Brandschutzauflagen beachtet werden müssen. Der Termin im Rathaus steht als nächstes auf der Agenda des Diakons.

Daniel Krehl

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