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Kämpferisch: Martin Beilhack, hier vor seinem Hof in Warngau, will Landrat werden.

„Mir stinkt so viel“

Kommunalwahl 2020: Martin Beilhack will Miesbacher Landrat werden

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Kommunalwahl 2020: Martin Beilhack wird für die Bayernpartei als Miesbacher Landrat kandidieren. Wütend machen ihn die Grundpreise und die Erbschaftssteuer.

Wann wird gewählt? Wie sieht der Stimmzettel aus? Wir haben bereits alle Informationen zur Komunalwahl 2020 in Bayern zusammengestellt.

Landkreis – Martin Beilhack (63), Hauptmann der Waakirchner Gebirgsschützen und Landwirt in Waakirchen, hat sich über die Führung des Landkreises Miesbach oft und heftig geärgert. Dass man ihn, den überzeugten Patrioten, von Amts wegen den Reichsbürgern zurechnet, lässt seinen Zorn dauerhaft lodern. „So kann es mit dem Landkreis nicht weitergehen“, findet er. Damit sich etwas ändert, will Beilhack selbst antreten: als Kandidat für den Posten des Landrats.

Geht alles wie besprochen, wird die Bayernpartei den Warngauer am Donnerstag, 12. September, zu ihrem Landratskandidaten für die Kommunalwahl 2020 küren. Die Nominierungsversammlung findet ab 19.30 Uhr im Miesbacher Schützenwirt statt. Dabei geht es nicht nur um den Mann an der Spitze, sondern um die Aufstellung einer respektablen Liste. Jeder, der sich für seine Heimat engagieren wollte, sei eingeladen, erklärt Beilhack: „Die Liste soll voll werden.“

Kommunalwahl 2020: Martin Beilhack will Miesbacher Landrat werden

In der Politik ist er durchaus zuhause. Früher einmal saß er für die Freien Wähler im Otterfinger Gemeinderat, stets mit dem Hut auf dem Kopf. Die Kopfbedeckung nehme er nur vorm Herrgott und vorm Richter ab, ließ er stolz wissen. Auch als Kreisrat vertrat er zwei Wahlperioden lang, bis 2014, seine Positionen. Von den Freien Wählern hat er sich mittlerweile verabschiedet. Schon 2018 kandidierte er als Vertreter der Bayernpartei für den Bezirkstag, damals auf Platz 36. „Wenn ich reinkäme, wäre das eine Gaudi“, grinste er damals.

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Jetzt für das Amt des Landrats zu kandidieren, bereitet ihm noch viel mehr Spaß. Wobei er seine Kandidatur durchaus mit großem Ernst betreiben will. „Mir stinkt so viel in unserem Landkreis“, sagt Beilhack. Dabei meint er nicht nur die Fehde, die er mit dem Landratsamt wegen der Reichsbürger-Vorwürfe führt. Im Januar 2017 hatten Kontrolleure des Landratsamts den Waffenschrank auf Beilhacks Hof in Warngau inspiziert und die zugehörigen Besitzkarten eingezogen. Dies alles wegen des Vorwurfs, der Hauptmann der Gebirgsschützen sei Teil der Reichsbürgerbewegung. Beilhack wehrte sich mit einer Klage vor Gericht, die Anfang Juli verhandelt wurde. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen (wir berichteten), aber Beilhack ahnt das Ergebnis. „Meine Klage wird abgewiesen“, ist er überzeugt.

Beirren lässt er sich nicht. „Mich treibt die Liebe zur Heimat an“, sagt er. Er will auch Wege finden, das Wohnen wieder bezahlbar zu machen. „Die Grundpreise jetzt kann sich doch kein Handwerker mehr leisten“, meint Beilhack. Auch gegen die Erbschaftssteuer will er etwas tun. Denn nicht nur das Kaufen, auch das Erben sei im stetig teurer werdenden Oberland unbezahlbar geworden. Neue Wege will er auch in Sachen Verkehr finden. Von der Elektrifizierung der BOB-Strecke hält er im Übrigen nichts. Selbst die kleine Zillertalbahn fahre mit Wasserstoff, meint Beilhack: „Dann muss das doch auch bei uns gehen.“

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Die Bayernpartei, aktuell mit drei Mandatsträgern im Kreistag vertreten, stellt zum ersten Mal einen eigenen Kandidaten für das Amt des Landrats. Diesmal einen Bewerber aufzubieten, ist dem Kreisverband unter der Führung von Loris-Marco Gelesch wichtig. Schließlich verleiht ein Kandidat fürs Spitzenamt der ganzen Liste Schub.

Glückt die Nominierung, hat der Landkreis einen dritten Landratskandidaten. Bislang haben sich Amtsinhaber Wolfgang Rzehak (Grüne) und der jetzige Holzkirchner Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) in Stellung gebracht. Die offiziellen Nominierungen stehen allerdings noch aus. Weiter offen ist derzeit, ob die Freien Wähler und die SPD Kandidaten ins Spiel bringen.

Der Kandidat der CSU: Olaf von Löwis will Landrat werden

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