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Sonnenblumen für den Kandidaten: Kreisvorsitzender Georg Kammholz (l.) und Bezirksrätin Elisabeth Janner gratulierten Landrat Wolfgang Rzehak zu seiner neuerlichen Kandidatur.

„Man muss auch Verwaltung können“

Kommunalwahl 2020: Landrat Wolfgang Rzehak tritt für die Grünen wieder an

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Es war zu erwarten: Landrat Wolfgang Rzehak tritt bei der Kommunalwahl 2020 wieder für die Grünen an. Aus seinen ersten fünfeinhalb Jahren im Amt zieht er eine positive Bilanz.

Landkreis – Nach dem Willen der Grünen soll Wolfgang Rzehak für weitere sechs Jahre an der Spitze des Landkreises stehen. Mit 94 Prozent kürte die Partei den 51-Jährigen erwartungsgemäß wieder als Landratskandidat. Rzehak zog in seiner Bewerbungsrede eine positive Bilanz seiner ersten fünfeinhalb Jahre im Amt und kündigte an, sich weiterhin mit voller Kraft für den Landkreis einsetzen zu wollen.

Überraschungen blieben aus an diesem Mittwochabend im Bräuwirt in Miesbach. Oder zumindest fast. Vorgeschlagen von Wahlleiter Johannes Küster, ging der amtierende Landrat Wolfgang Rzehak als einziger Kandidat ins Rennen. Als später die Stimmzettel aus dem zur Wahlurne umfunktionierten Schuhkarton purzelten und ausgezählt waren, stand den 29 Ja-Stimmen neben einer Enthaltung auch eine Nein-Stimme gegenüber. Macht 94 Prozent Zustimmung. „Immerhin kein Ergebnis wie in DDR-Zeiten“, raunte Bezirksrätin Elisabeth Janner dem alten und neuen Grünen-Kandidaten zu.

„Wolfgang Rzehak, auch bekannt als Beppo“, wie Küster ihn bezeichnete, hatte zuvor einen Abriss seiner fünfeinhalb Jahre als Landrat gegeben. Dazwischen immer wieder die Botschaft: „Es hat erst einen grünen Landrat gebraucht, um das Thema anzupacken.“ Beispielhaft nannte Rzehak den Verkehr. Die Problematik werde nun endlich auch von denjenigen wahrgenommen, die sich früher nicht dafür interessiert hätten. „Einen Beitritt zum MVV haben die Holzkirchner Grünen schon in den 1990er Jahren gefordert“, sagte er. „Schön, dass jetzt alle Parteien dahinter stehen.“

Der 51-Jährige erinnerte daran, die Asylkrise und die Sparkassenaffäre erfolgreich aufgearbeitet und mehr Transparenz und Offenheit in den Kreistag gebracht zu haben. Er verwies darauf, dass in das explosive Thema Jagd Ruhe eingekehrt sei – „indem man präsent ist, zuhört und sich für die Sache interessiert“. Und schließlich seien die Tourismusorganisation ATS und die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) entpolitisiert worden. „Ich ducke mich nicht weg“, betonte Rzehak. „Aber ein guter Landrat lässt die Leute auch machen.“ Insofern habe sich seine Wahl vor fünfeinhalb Jahren auch positiv auf die Verwaltung ausgewirkt: „Ein Wechsel an der Spitze des Landratsamts war überfällig.“ Mit ihm, betonte er, werde es keinen Rückfall in alte Zeiten geben.

Rzehak kündigte für eine mögliche zweite Amtszeit die Fortführung des Schuldenabbaus an. Bis 2026 wolle er die Verbindlichkeiten des Landkreises von derzeit rund 96 auf unter 50 Millionen Euro drücken. Gleichzeitig soll die Kreisumlage nach Möglichkeit weiter sinken. Auf der anderen Seite bekundete der Landrat seinen Willen, viel Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr in die Hand zu nehmen. Der Nahverkehrsplan, der in Kürze fertiggestellt ist, werde nicht in der Schublade landen. „Er wird die Agenda sein für meine nächste Amtszeit“, versprach er. „Das alles wird sehr viel Geld kosten und den Haushalt belasten, aber ich bin bereit, Prioriäten zu setzen.“

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Der 51-Jährige hat erklärtermaßen also noch einiges vor, wie ein Ritt durch Themen wie Landwirtschaft, Energiewende, Naturtourismus oder Wohnungsbau zeigte. „Das Leben ist in den vergangenen fünfeinhalb Jahren nur so vorbeigerauscht, aber es macht Spaß“, sagte er. Einige unterschätzten offenbar das Amt. „Es ist mehr, als nur Lust auf den Job zu haben. Man muss auch Verwaltung können, nicht nur gestalten“, merkte der Verwaltungsfachwirt in Anspielung auf die Wahlkampfparolen der CSU und die Aussagen seines designierten Herausforderers Olaf von Löwis an.

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Kreisfraktionssprecher Robert Wiechmann, der seinerseits für das Amt des Holzkirchner Bürgermeisters kandidiert, zeigte sich dankbar, dass Rzehak „mit einem etwas komplexeren Programm in den Wahlkampf geht als nur Bock aufs Amt zu haben“. Wiechmann würdigte dessen kooperativen Führungsstil, der auch den Umgang im Kreistag positiv verändert habe. „Wolfgang Rzehak hat den Landkreis vorwärts gebracht, darauf sind wir alle miteinander stolz.“

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sh

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