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Krankenhaus nur zum Teil auf Baby-Ansturm vorbereitet

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Von: Andreas Steppan, Stephen Hank

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Krankenhaus Agatharied nur zum Teil auf Baby-Ansturm vorbereitet
Stefan Rimbach, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Agatharied © Thomas Plettenberg

Agatharied/Bad Tölz – Die Zukunft der Geburtenhilfe in Bad Tölz steht auf dem Prüfstand. Nur: Ein Tölzer Ansturm würde die Kapazitäten in Agatharied schnell überfordern.

Die Schließung der Geburtshilfe in der Tölzer Asklepios-Klinik zum Jahresende ist fürs Erste vom Tisch. Das ist das Ergebnis eines Spitzengesprächs zwischen dortigen Landkreisvertretern und Verantwortlichen der Klinik. Das Ziel lautet nun, eine Hauptabteilung in Kooperation mit einem anderen Krankenhaus aufzubauen. Noch ist unklar, was das für Agatharied bedeutet.

Die Nachbar-Kliniken stellen sich bereits darauf ein, in Zukunft die Patientinnen aus dem Tölzer Raum zu versorgen. Nächstgelegene Häuser wären neben Agatharied auch Wolfratshausen, Weilheim, Schongau, Starnberg und Garmisch-Partenkirchen. Das Krankenhaus Agatharied sei „sicher nicht für alle Schwangeren die nächstgelegene Anlaufstelle“, sagt Geschäftsführer Michael Kelbel. Sollte es aber zu einer Schließung der Tölzer Geburtshilfe-Abteilung kommen, rechne man „mit bis zu 300 zusätzlichen Geburten aus dem Umfeld von Bad Tölz und dem östlichen Landkreis“. Ursprünglich sei Agatharied auf etwa 700 Geburten im Jahr ausgelegt gewesen. In diesem Jahr wird nun erstmals die Schallmauer von 1000 Geburten durchbrochen. Professor Stefan Rimbach, Chefarzt der Gynäkologie in Agatharied, rechnet damit, dass es bereits am heutigen Freitag so weit sein könnte.

Insgesamt herrscht schon jetzt ein größeres Interesse an der Geburtshilfe in Agatharied. „Auf eine weitere Steigerung durch eine mögliche Schließung der Geburtshilfe Tölz wären aber weder unsere Kreißsäle noch die Wochenstation im Moment eingerichtet“, sagt Kelbel.

Nach derzeitigem Stand will der Tölzer Landrat Josef Niedermeier im dortigen Kreistag einen Zuschuss für die Geburtshilfe erreichen. Zudem haben die Belegärzte fürs Erste ihre Unterstützung vertraglich zugesichert. Am generellen Problem, Personal zu finden, ändert das allerdings nichts.  

ast/sh

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