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Die Ruhe täuscht: Die Auslastung des Krankenhauses steigt kontinuierlich. Fürs laufende Jahr rechnet die Geschäftsführung mit 103 000 Belegungstagen. Das erfordert an vielen Stellen den Ausbau der Kapazitäten

Erweiterung auf 430 Betten geplant

Krankenhaus stößt räumlich an seine Grenzen

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Agatharied - Das Krankenhaus Agatharied stößt räumlich an seine Grenzen. Noch im Laufe dieses Jahres soll ein Masterplan vorliegen, der die Erweiterungsmöglichkeiten aufzeigt. 

Wir werden in Zukunft wieder deutlich mehr Betten brauchen“, sagt Michael Kelbel, Geschäftsführer des Krankenhauses Agatharied. Bei der Eröffnung im Jahr 1998 wies die Klinik 400 Betten aus, zwischenzeitlich reduzierte sich die Zahl auf 340. Seit diesem Jahr sind es wieder zehn mehr – bei steigender Tendenz. „Die durchschnittliche Verweildauer liegt heute bei 5,8 Tagen und wird sich nicht mehr wirklich reduzieren“, erklärt Kelbel. „Gleichzeitig steigt die Zahl der Fälle.“ Mit einem Bedarf von 420 bis 430 Betten rechnet der Geschäftsführer in naher Zukunft. 

Erste Sofortmaßnahmen hat die Klinik bereits ergriffen. Seit zwei Monaten steht die Station fünf wieder für die Unterbringung von Patienten zur Verfügung. Die zwischenzeitlich dort untergebrachten Büros wurden in ein Interimsgebäude auf dem Hof verlagert. Es ist nur ein kleines Beispiel dafür, wie es mit der Klinik weitergeht. Im Grunde genommen platzt das Haus aus allen Nähten, wird zunehmend zum Opfer seines eigenen Erfolgs. „Wir stoßen mit unseren OP-Kapazitäten an die Grenzen, gleiches gilt für die Intensivstationen“, berichtet Kelbel. Auch das Parkplatzproblem holt die Klinik wieder ein. Nach der Erweiterung im Jahr 2012 kommt es zu neuen Engpässen. 

Noch in diesem Jahr will der Geschäftsführer dem Aufsichtsrat einen Masterplan vorlegen. 15 bis 16 Punkte gilt es abzuarbeiten. Details nennt Kelbel noch nicht, nur so viel: Angesichts der Genehmigungsverfahren könnte der erste Bauabschnitt wohl frühestens 2020 realisiert werden. Zeit, die die Klinik eigentlich nicht hat. „Wir werden über Interimslösungen nachdenken müssen“, räumt Kelbel ein. 

Die große Nachfrage hat das Krankenhaus selbst geschaffen, zuletzt mit der Ausweitung im Bereich der Strahlentherapie. Es ist erklärte Strategie, der Bevölkerung wohnortnah eine qualitativ hochwertige Rundumversorgung anzubieten. Diesen Weg geht die Klinik jetzt mit neuen Schwerpunkten in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe konsequent weiter. Möglich macht dies nicht zuletzt der Wechsel an der Spitze der Abteilung. Wie berichtet, hat Chefarzt Professor Joachim Martius Anfang des Monats seinen Ruhestand angetreten. Der 64-Jährige hatte die Abteilung während seiner 18 Jahre am Krankenhaus mit an die Spitze im Umland geführt. Im vergangenen Jahr verzeichnete sie rund 900 Geburten – nur der Dritte Orden in München, Starnberg und Rosenheim haben mehr. „Die Abteilung ist in einem fantastischen Zustand und hoch anerkannt“, lobt Kelbel. 

Mit Dr. Stefan Rimbach hat die Klinik einen anerkannten Experten im Bereich der operativen und onkologischen Gynäkologie gewonnen. Heißt: Künftig will das Krankenhaus das gesamte Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten anbieten – von der Behandlung von Brustkrebs oder Endometriose bis hin zur minimal-invasiven Krebsoperation an der Gebärmutter. Der erste Eingriff ist für diese Woche angesetzt. „Künftig wird niemand mehr gezwungen sein, weite Wege in Kauf zu nehmen“, sagt Rimbach. Bei der Entscheidung, nach Agatharied zu kommen, hat ihn vor allem auch die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen überzeugt. Der 50-Jährige spricht von einer „onkologischen Kompetenz“, wie sie sonst nur andere sehr große Zentren hätten. 

Die Frage, ob sich die Ausweitung des Angebots rechnet, steht für Geschäftsführer Kelbel nicht an erster Stelle. Als kommunale Klinik sei Agatharied in der komfortablen Lage, keine Überschüsse erwirtschaften zu müssen. Gewinne steckt die Krankenhaus-Gesellschaft in den Qualitätsausbau. „Die schwarze Null reicht uns“, sagt Kelbel. Gleichwohl geht er davon aus, dass sich die breite Angebotspalette auch in Zahlen niederschlägt. Ein wenig baut er dabei auf eine betriebswirtschaftliche Erkenntnis. „Wirtschaftlichkeit“, sagt Kelbel, „folgt der Qualität.“

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