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Rektorin Judith Streicher und Peter Köpferl reagieren geschockt: halb Parsberg ist beschmiert.

Schaden geht in die Zehntausende

Krasse Spray-Attacke: Halb Parsberg mit Botschaften beschmiert

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Parsberg - Die Spur des Sprayers zieht sich über drei Gebäude: Die Grundschule, den Bauhof und die Friedhofsmauer in Parsberg hat ein unbekannter Täter mit Graffiti beschmiert. Der Sachschaden ist hoch.

Nur die „vier Elemente“ auf dem Pausenhof blieben von den Farbdosen der Sprayer verschont. „Wenigstens das“, seufzt Judith Streicher, seit dem Sommer Rektorin der Parsberger Grundschule. Ihre Vorgängerin Ursula Wildgruber habe die von den Schülern mit Mosaiksteinchen verzierten Wandbilder für Feuer, Wasser, Luft und Erde extra neu streichen lassen. „Sie wollte, dass alles tip top ist, wenn ich hier anfange“, sagt Streicher. Umso mehr schmerzt sie, was bislang unbekannte Täter in der Nacht von Samstag auf Sonntag an ihrer neuen Schule angerichtet haben.

Unzählige Graffitis verunstalten das sonst so gepflegte Schulgelände. Auf nahezu sämtlichen Wänden haben die Sprayer ihre Handschrift hinterlassen. Auch zwei Fenster, die Holzplatte am Basketballkorb, die Sitzbänke und die Tischtennisplatten auf dem Pausenhof haben die Täter beschmiert. Der Hausmeister hatte ihr Werk am Sonntagmorgen entdeckt. Und es sollte noch schlimmer kommen: Sogar die angrenzende Friedhofsmauer, der Kindergarten, die Fahrzeughalle des Bauhofs und ein Stromverteilerhaus im Dorf sind den Vandalen mit der Sprühdose zum Opfer gefallen. Die Polizei Miesbach geht von einem Sachschaden in Höhe von 21.500 Euro aus.

Davon betroffen ist in erster Linie die Stadt Miesbach, der die meisten der Gebäude gehören. „Das ist eine Riesensauerei“, schimpft Bürgermeisterin Ingrid Pongratz über das Werk der Sprayer. Der Schaden treffe die Stadt in Zeiten klammer Finanzen doppelt schwer – und damit am Ende auch die Allgemeinheit. „Das ist sehr traurig“, sagt Pongratz.

Um eine verbotene Kunstaktion handelt es sich bei den Graffitis offenbar nicht. „Da wurde nur wild herumgemalert“, sagt Theresia Rieder, Stellvertretende Geschäftsführerin des als Sachaufwandsträger für die Grundschule zuständigen Schulverbands Miesbach. Tatsächlich haben die Sprayer meist nur wirre Schriftzüge in Schwarz oder Gelb hinterlassen. Wiederholt taucht die Zahl „420“ auf. Ein Symbol für die Legalisierung von Marihuana, vermutet Streicher. Die gleiche Botschaft übrigens, die Unbekannte vor gut einem Monat an ein Gebäude des E-Werks in Weißach gesprüht hatten.

Auch an ihrer alten Schule im Kreis Günzburg musste sich Streicher hin und wieder über Graffitis ärgern. „Aber nie in dieser Größenordnung“, sagt sie. Dass so etwas ausgerechnet in einem so beschaulichen Ort wie Parsberg passiert, erschüttert sie umso mehr. Als Täter kommen für sie nur Jugendliche in Frage. „So etwas macht kein Grundschüler“, sagt die Rektorin. Trotzdem sorgen die Graffitis in den Klassen für Aufregung. Sogar anonyme Briefe angeblicher Täter seien aufgetaucht. Wohl ein Schüler-Scherz, vermutet Streicher.

Dennoch hofft sie, dass ihre Schützlinge etwas zur Aufklärung beitragen können. „Vielleicht bekommen sie ja in ihrer Freizeit etwas mit.“ Von den Nachbarn habe sich bislang niemand bei der Schule gemeldet. Auch die Bürgermeisterin wünscht sich, dass die Sprayer bald gefasst werden. Zudem werde sie demnächst im Stadtrat das Thema Videoüberwachung auf den Tisch bringen, sagt Pongratz. „Wir müssen da leider reagieren.“

Die Bilder zum Graffiti-Schaden

Krass: Halb Parsberg mit Graffiti beschmiert

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