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Wer parken will, braucht Kleingeld: Die meisten Parkscheinautomaten im Landkreis – hier ein Gerät in Schliersee – schlucken nur Münzen. Karten- oder gar Handyzahlung hat sich bislang noch nicht durchgesetzt.

Viele Automaten im Landkreis akzeptieren weder Scheine noch Karten

Autofahrer verärgert: Ohne Münzen kein Parkschein

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Nur Bares ist Wahres: In Zeiten von Kreditkarte und Bezahl-Apps klingt dieser Spruch wie ein Relikt aus der Vergangenheit. An den meisten Parkscheinautomaten im Landkreis gilt er aber immer noch. 

Schliersee/Landkreis – Ist das Auto endlich abgestellt, geht das große Suchen los. Der eine kramt im Geldbeutel, der andere in der Hosentasche, der nächste im Handschuhfach. Wo sind sie nur, die Münzen für den Parkscheinautomaten? Wer nicht das Glück hat, auf die Schnelle einen geöffneten Laden oder einen mit ausreichend Kleingeld ausgestatteten Parkplatznachbarn aufzutreiben, muss wieder wegfahren – oder riskiert einen Strafzettel. Denn mit Banknoten, EC- oder Kreditkarten lassen sich die meisten Automaten im Landkreis nicht füttern.

Ernst Geyer aus München entschied sich für die Risikovariante, als er an einem Sonntagvormittag Mitte März eine Veranstaltung in der Schlierseer Vitalwelt besuchte. Die wenigen Münzen, die er dabei hatte, warf er in den Automaten auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz. „Ich habe gehofft, dass das reicht“, sagt er. Es reichte nicht. Die Veranstaltung dauerte länger als gedacht, und just als Geyer zu seinem Auto zurückkam, steckte ihm eine Parküberwacherin gerade ein Knöllchen über 20 Euro unter den Scheibenwischer. Und das nur, weil ihm das Kleingeld ausgegangen war. Geyer ärgert sich. Weniger über den Strafzettel als vielmehr über die fehlende Möglichkeit, die Parkgebühr mit den „heute gebräuchlichen Zahlungsmitteln“ wie Banknoten oder EC-Karte zu entrichten.

Tatsächlich schlucken elf der zwölf Schlierseer Parkscheinautomaten ausschließlich Münzen. Einzige Ausnahme ist ein modernes Gerät auf dem für Badegäste der Vitalwelt gratis zu nutzenden Parkplatz mit Schrankenanlage. „Der nimmt auch Scheine“, sagt Rathaus-Mitarbeiter Albert Landstorfer. Dafür brauche es aber einen eigenen Stromanschluss. „Eine Solarzelle reicht für den Geldeinzug nicht aus“, sagt Landstorfer. Einige Schlierseer Automaten seien wegen ihrer teils exponierten Lage außerhalb des Ortskerns jedoch auf die Kraft der Sonne angewiesen.

Doch es gibt Hoffnung für die bargeldlosen Autofahrer. In zwei bis drei Jahren würden die acht Geräte im Zentrum aus Altersgründen ausgetauscht, kündigt Landstorfer an. Die Nachfolgemodelle werde die Gemeinde bereits für Karten- oder Handyzahlung ausrüsten lassen – auch wenn sie dann statt 5000 stolze 7500 Euro kosten würden. „Wir gehen nicht an der Zukunft vorbei“, sagt Landstorfer. Die Aufregung über das seit Jahren etablierte Münzsystem kann er dennoch nicht verstehen – zumal die Parkgebühren in Schliersee nur maximal vier Euro betragen würden. „Die sollte man doch eigentlich bar im Auto haben.“

Diese Einschätzung teilt auch Holzkirchens Ordnungsamtsleiter Josef Bachhuber. Die sieben Automaten der Marktgemeinde seien allesamt solarbetrieben und würden ebenfalls nur Münzen nehmen. „Die geben auch kein Wechselgeld“, sagt Bachhuber. Beschwerden von Autofahrern hätten ihn aber nie erreicht. Das liegt vielleicht auch daran, dass man rund um den Holzkirchner Bahnhof bargeldlos parken kann. So bietet die DB Bahnpark GmbH auf ihren sieben Parkflächen neben EC- und Kreditkartenzahlung auch eine Abrechnung per Handy an.

Ein System, mit dem auch die Stadt Tegernsee liebäugelt, berichtet Bauamtsleiterin Bettina Koch. Momentan gilt an den 35 Automaten: ohne Kleingeld kein Ticket. Vor allem bei Mehrtageskarten und damit höheren Gebührensummen könne man sich eine Umstellung vorstellen, sagt Koch. „Nicht jeder hat mal eben acht Euro klein.“ Immer wenn ein altes Gerät ausgetauscht werden muss, werde man sich über eine andere Zahlungsmethode Gedanken machen. Nicht infrage komme jedoch die in München verbreitete Bezahlung per Geldkarte. Dieses System habe sich nicht durchgesetzt, meint Koch. „Davon hat man uns abgeraten.“

Anders sieht es bei der Handyzahlung aus. Diese Technik werde in Bernau am Chiemsee, Bad Aibling oder Weilheim bereits erfolgreich eingesetzt, sagt Wolfgang Braun vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland. „Und die Autofahrer nutzen sie auch.“

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