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Trotz brauner Hänge: Skigebiet-Betreiber überraschend glücklich

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Sudelfeld/Spitzingsee - Mit weißen Weihnachten war‘s auch heuer nichts. Trotz grünen Hängen ziehen die Bergbahn-Betreiber aber eine erste positive Bilanz. Und die Fahrer selbst?

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1 / 8Am unteren Sudelfeld, vom Waldkopflift aus, sieht das Drumherum wenig einladend aus zum Skifahren und Snowboarden. Trotzdem packen täglich Hunderte Fahrer die Bretter aus und vergnügen sich auf dem Kunstschnee. Von Trübsal keine Spur. © Thomas Plettenberg
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2 / 8Die Schneekanonen müssen heuer wieder richtig hart arbeiten. Das können sie aber nur, wenn’s kalt genug ist. © Thomas Plettenberg
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3 / 8Thomas Hauer (27) Verkaufsleiter aus Erding: „Wir probieren das jetzt halt mal aus. Zum Üben geht’s schon. Und wenn nicht, hocken wir uns wo rein und trinken was. Wir fahren eh nur am Vormittag. Weiter wegfahren brauchst auch nicht, weil es hat ja nirgends Schnee. Wenn es aber mehr hätte, würden wir schon öfter gehen.“ © Nina Probst
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4 / 8Susanne Maier (47) Skilehrerin aus Brannenburg: „Für die Schneelage sind die Pistenverhältnisse hervorragend. Die haben da alles rausgeholt, was geht. Und seinen Zweck erfüllt’s. Bei den Kursen wurde nichts abgesagt, und die Kinder haben trotzdem ihre höchste Freude. Die brauchen dafür auch keinen weißen Tannenbaum.“ © Nina Probst
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5 / 8Mia Richter (11) Schülerin aus Bielefeld: „Ich bin in Italien schon mal gefahren und Skifahren macht einfach Spaß. Wir sind im Weihnachtsurlaub und wollen die Gelegenheit nutzen und Skifahren. Das mit dem Schnee ist doof, der gehört auch neben die Piste. Aber das können wir ja nicht ändern.“ © Nina Probst
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6 / 8Ju Wang (41) Software-Entwickler aus München: „Wir sind mit dem Skibus hergefahren, weil meine Frau und mein Sohn einen Kurs machen. Das hatten wir schon vorher geplant. Dafür haben wir nur in den Weihnachtsferien Zeit, mit der ganzen Familie wird es sonst schwierig. Mit so wenig Schnee ist es aber nicht ganz so toll.“ © Nina Probst
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7 / 8Freddy Heimer (47) Mechaniker aus München: „Wir haben schon im November den Bus gebucht. Meine Kleine macht hier ihren dritten Kurs und da muss man sich in den Ferien Zeit nehmen. Vergangenes Jahr war hier richtig viel Schnee, jetzt könnte es schon mehr sein. Das Feeling, wenn man ins Gebiet reinfährt, fehlt.“ © Nina Probst
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8 / 8Fanny Rockstroh (21) Studentin aus Neubiberg: „Ich habe total Lust und habe eh einen Saisonskipass. Wenn nichts geht, dann habe ich auch noch mein Splitboard dabei. Mit dem fahre ich seit einem Jahr und übe dann eben das Aufsteigen. Die anderen von uns sind Anfänger, da schauen wir mal, wie lange die durchhalten.“ © Nina Probst

In Turnschuhen steht ein Papa neben dem Kinderparadies der Skischulen am unteren Sudelfeld. Er feuert seinen Sprössling an, der wohl gerade die ersten Versuche auf zwei Brettern macht. Zwei Meter weiter drüben zieht ein Skilehrer einen anderen Anfänger aus dem Graben, der sich zwischen der grün-braunen Wiese und dem weißen Band gebildet hat. Das weiße Band aus Kunstschnee. Trotz bescheidener Schneeverhältnisse blickt man nur in fröhliche Gesichter. Auch wenn sich der ein oder andere den Dreck von der Skihose putzt.

Weniger Pisten, weniger breit. Und außenrum ist alles grün. Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld, lacht trotzdem. „Langsam wird’s fast schon eng“, sagt er. Seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag sind im Schnitt zwischen 1000 und 1200 Fahrer auf den zehn Kilometern Piste unterwegs – vorher war es mit 200 bis 300 Fahrern überschaubar. Sechs Lifte sind derzeit offen und rund 30 Prozent der Sudelfeld-Pisten.

Stadler hofft, dass er sie bald breiter machen kann. Besonders Familien und Kinder sind viele unterwegs. „Viele Skischulen kommen zu uns, weil es woanders noch nicht so gut geht“, sagt Stadler. Seit 9. Dezember wird im Sudelfeld gefahren. Mit dem Beschneien ging es aber in den vergangenen Tagen nur an den unteren Liften.

Das liegt an der Inversionswetterlage. Die oberen Luftschichten sind dabei wärmer als die unteren. „Da ging oben nichts mit Beschneien“, sagt Stadler. Mittlerweile hat sich die Wetterlage aber schon wieder gedreht. Und wenn es jetzt nachts noch ein paar Grad kälter wird, dann könnten auch bald die oberen Pisten gut befahrbar sein. Was Stadler überrascht: „Die Leute sind zufrieden.“ Trotzdem vermutet er, dass Tagesgäste und Genussskifahrer wohl noch warten, bis es wirklich schneit.

Die vergangenen Tage ist’s immer besser geworden, das bestätigt auch Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee. „Wenn das Wetter besser wird, sind gleich mehr Leute da.“ Lorenz ist für das, was die Verhältnisse hergeben, zufrieden. Trotzdem hofft er, dass die Wettervorhersage stimmt, und es in der zweiten Ferienwoche kälter wird. Dass die „sibirische Kälte kommt“, sagt er und lacht. Die grünen Hänge haben auch ihm die Laune noch nicht verdorben.

Am Spitzingsee ist die Stümpfling- und die Sutten-Talabfahrt offen. Auch hier tummeln sich viele Skischulen, besonders am Lyra-Übungshang. Die übrigen Fahrer seien welche mit Saisonkarte und eben aus dem Raum München. „Vom Alter her ist es recht gemischt“, sagt Lorenz.

Sowohl er als auch Stadler sehen, was die Speicherteiche angeht, kein Problem. „Das reicht locker“, sagt Stadler. Sein Kollege vom Spitzingsee stimmt ihm zu. Außerdem sei durch das Tauwetter vor Weihnachten auch wieder einiges zugelaufen, erklärt Lorenz. Aber auch, als es die vergangenen Tage von den Temperaturen nicht zum Beschneien gereicht hat, mussten die Skifahrer nicht um ihre Beläge fürchten. Steine und Gras blieben gut verdeckt. Lorenz sagt: „Der Maschinenschnee hat gut gehalten.“ Er ist zuversichtlich, dass es bald besser wird für den Wintersport. Stadler auch. Die beiden sind das Hoffen auf Schnee aus den vergangenen Jahren eben schon gewöhnt.

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Der Kunstschnee macht nicht nur Skifahren möglich, auch eine Loipe in Bayrischzell gibt‘s dadurch jetzt. Das Bild dazu sieht ungewöhnlich aus.

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