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In der Kinderkrippe Valley sind die Kapazitäten zuletzt verdoppelt worden. Sarah Adlsberger (l.) und Maria Trömer betreuen dort die Kleinen. Längst nicht alle Eltern im Landkreis konnten einen der begehrten Plätze ergattern. 

Engpässe bei Kinderbetreuung  

Die kinderstarken Jahrgänge kommen - Reichen die Krippenplätze für alle?

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  • Christian Masengarb
    Christian Masengarb
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Die geburtenstarken Jahrgänge bringen die Kinderkrippen in die Bredouille. Vielerorts reichen die Plätze nicht mehr aus, lange Wartelisten sind die Folge. In diesen Orten ist es besonders schlimm.

Landkreis Vielen Familien, die sich um einen Krippenplatz im Landkreis bemühten, flatterte dieser Tage eine riesige Enttäuschung ins Haus: Sie bekamen keinen Platz in der gewünschten Krippe – und landeten auf der Warteliste. Auch die evangelische Kirchengemeinde in Tegernsee musste heuer zum ersten Mal Familien vertrösten. „Der Bedarf wächst kontinuierlich, und da wir ziemlich starke Geburtenjahrgänge haben, reichen die Plätze erstmals nicht aus“, teilt Pfarrer Martin Weber auf Nachfrage mit. Wie viele Plätze genau fehlen, konnte Weber nicht sagen. „Im Moment jonglieren wir, wissen aber noch nicht, was da genau – auch rechtlich – möglich sein wird.“ Wie viele Plätze genau fehlen, konnte Weber nicht sagen. „Im Moment jonglieren wir, wissen aber noch nicht, was da genau – auch rechtlich – möglich sein wird.“

Die Vergabe der Plätze erfolge in den Krippen der evangelischen Kirchengemeinde vor allem nach sozialen Gesichtspunkten, sagt Weber. Will heißen: Arbeitende, allein erziehende Eltern werden beispielsweise bevorzugt, genau wie ältere Kinder. „Dass das juristisch schwierig ist, weiß ich“, räumt der Pfarrer ein. „Ich denke, dass es im gesamtgesellschaftlichen Interesse sinnvoll und nötig ist, solche Dinge mit zu berücksichtigen“. Für Eltern, die diese Kriterien nicht erfüllen, ein Dilemma. Schließlich haben Eltern seit 2013 sogar einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Gemeinsam mit den Kommunen sei man daher dabei, Lösungen zu erarbeiten, versichert Weber. Ein ähnliches Bild wie in Tegernsee zeigte sich bei unserer Stichprobenanalyse auch in anderen Gemeinden.

Lesen Sie mehr: So schön ist die neue Krippe in Hundham

„Knallvoll“ sind laut Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) die Krippenplätze in der Gemeinde Waakirchen. Insgesamt drei Gruppen stehen hier zur Verfügung – doch freie Kapazitäten gibt es nicht. In den vergangenen beiden Jahren kamen jeweils mehr als 60 kleine Waakirchner zur Welt. Eine an sich erfreuliche Steigerung der Geburtenrate, die die Gemeinde nun aber zum Handeln zwingt. „Das hat uns gnadenlos überrollt“, räumt Hartl ein. Der Bau eines neuen Kindergartens in Schaftlach und somit die Schaffung weiterer Krippenplätze sind bereits beschlossene Sache. Auch in Hausham sind Kindergartenplätze Mangeware. „Für alle haben leider wir keinen Platz“, gesteht Michaela Griemert von der Villa Kunterbunt. Viele Eltern müsse man auf die Warteliste vertrösten, längst nicht alle werden dieses Jahr nachrücken können. Weil in immer mehr Familien beide Elternteile arbeiten, steige die Nachfrage nach Kinderbetreuung. „Glücklicherweise sind in Hausham in letzter Zeit mehr Kindergärten entstanden“, sagt Griemert. „Das fängt viel auf.“

Lesen Sie mehr: Krippe in Schliersee verzögert sich

Nicht überall im Landkreis gibt es Engpässe. In Miesbach sei die Lage „entspannter als in anderen Gemeinden“, findet Juliane Lucas von den Kleinen Klostergeistern. „Die Warteliste ist überschaubar, wir konnten sogar Kinder aus anderen Gemeinden annehmen.“ Auf die Warteliste mussten vor allem Kinder, die nur wenige Stunden pro Tag in die Krippe wollten. „Das ist eher etwas für Spielgruppen“, erklärt Lucas. „Wir vergeben Plätze bevorzugt an Kinder in Langzeitbetreuung.“ Damit die Situation so entspannt bleibt, will Miesbach die Kapazitäten ausbauen. „Wir sind noch in der Planungsphase, aber es wird eine Erweiterung geben“, sagt Alexander Keck, zuständiger Sachbearbeiter im Rathaus.

Lesen Sie mehr: Krippe statt Museum - So will Miesbach mehr Betreuungsplätze schaffen

Auch in Schliersee blieb der große Ansturm bis jetzt aus, berichtet Rudi Hüttinger von der Krippe Die Dachse. Er sieht Kapazitätserweiterungen kritisch. Der scheinbar hohe Bedarf entstehe auch durch Berechnungsfehler. „Viele Eltern bewerben sich bei fünf Kindergärten. Die Gemeinden berechnen den Bedarf nach der Länge der Wartelisten, zählen dadurch aber viele Kinder mehrfach. Der tatsächliche Bedarf liegt deutlich niedriger.“ Hüttinger will die interkommunale Zusammenarbeit verbessern, zum Beispiel durch gemeinsame Wartelisten.

Auch in Holzkirchen entspannt sich die Lage. Die Marktgemeinde verwendet ein im Landkreis einzigartiges System: Eltern bewerben sich bei der Marktverwaltung um ihren Lieblingskindergarten. Klappt es dort nicht, vermittelt diese das Kind an eine Krippe mit freien Kapazitäten. Katrin Gebauer von der Kinderkrippe Sonnenkäfer hat derzeit Plätze frei – nicht alle Eltern wollten den beantragten Platz auch haben. „Die Situation ist deutlich entspannter als in den letzten Jahren“, findet sie. Da wurde man „regelrecht überrannt“. Ewgenia Sabransky, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der Holzkirchens, bestätigt das. „Bei 955 Plätzen für Kinderbetreuung haben wir derzeit 26 Kinder auf den Wartelisten für die Krippen. Letztes Jahr waren es noch 50.“ Durch einen weiteren Ausbau wolle man den Wert auf null senken. „Letztes Jahr mussten wir mit Überbelegungen arbeiten, aber das ist keine dauerhafte Lösung.“

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