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Gefahrlos und idyllisch: Die beiden Ausflügler nutzen den Radweg zwischen Ostin und Hausham (hier am Schuss). Viele Radler weichen aber auch aus Bequemlichkeit auf die Staatsstraße aus.

Neue Schilder, mehr Wege - weniger Straßen

Der Landkreis soll endlich Fahrrad-Land werden - das ist das Konzept

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Landkreis – Wenn es nach der ATS geht, ist Radfahren bald das neue Autofahren. Dafür muss der Landkreis aber fahrradfreundlicher werden. Immerhin: Ein bisserl was ist schon passiert.

Dass Sebastian Freund ein begeisterter Radfahrer ist, verwundert nicht weiter. Schließlich ist er Produktmanager Rad bei der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS), bei dem das Projekt Radwegnetz angesiedelt ist (wir berichteten). Ziel des durch das EU-Förderprogramm Leader mit rund 33.000 Euro bezuschussten Projekts ist es, ein möglichst lückenloses Netz an Radwegen nebst klarer und einheitlicher Beschilderung zu etablieren. „Gut, sicher, direkt“ soll diese Anbindung sein, fasst es Freund zusammen. Für Berufspendler, Alltags- und Urlaubsradler sowie für Schüler. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 77.000 Euro.

Zuletzt haben die Beteiligten, namentlich die ATS, die Standort-Marketinggesellschaft Miesbach (SMG) und der ADFC, in Arbeitsgruppen Defizite identifiziert, Wünsche und Anmerkungen formuliert. Ein ganz zentraler Punkt, sagt Freund, sei etwa die Verbindung Hausham-Miesbach gewesen. Außerdem der Bereich um den Bahnhof Agatharied sowie die Strecke Ostin-Hausham. „Es geht um diverse Ausbesserungen und Lücken, aber auch um Wegeneubau“, sagt Freund. „Alles, was quasi Baustellen sind.“ 

Dazu gehöre natürlich auch eine Beschilderung nach dem bundesweit etablierten Standard der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). Die in Bayern weiß-grünen Schilder weisen etwa das Ziel und die Entfernung dorthin und sind laut Freund erweiterbar. Ein Münchner Verkehrsplanungsbüro hat all diese Komponenten in einen Radnetzplan eingearbeitet, der nun fertig ist und seit vergangener Woche in den Gemeinden im Landkreis vorgestellt wird.

Man liege noch recht gut im Zeitplan, versichert Freund, und nennt die nächsten Schritte. „Wenn die Gemeinden das Konzept verabschiedet haben, geht es an die Standorterhebung.“ Will heißen: Welches Schild mit welchen Informationen kann wohin? In diesem Zusammenhang seien auch zeitnah Ortsbegehungen angedacht. Genaue Angaben, wann Radfahrer denn ein lückenloses Wegenetz erwarten können, kann Freund indes noch nicht machen. Nur so viel: „grob in 2017 oder 18“. Die Umsetzung obliege ja letztlich dem Straßenverkehrsamt Rosenheim, dem Freistaat und den Gemeinden. 

„Wir geben nur Handlungsempfehlungen“, sagt Freund. Sein Wunsch jedenfalls ist es, dass die Verantwortlichen die Wichtigkeit eines „Netzes von Nord nach Süd und von Ost nach West erkennen und noch mehr Leute auf das Rad umsteigen“. Das wiederum könne gelingen, indem man Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsstätten an Radwege anschließt.

Ei n anderes Thema, das im Zuge des Projekts angegangen werden soll, sind Radfahrer, die beispielsweise auf Bundes- und Staatsstraßen unterwegs sind. „Das ist schon ein Problem“, bestätigt Freund. Am augenfälligsten seien derlei Fälle beispielsweise auf der Strecke zwischen Ostin und Hausham. „Auf der dortigen Verbindung muss man teils auf Schotter fahren, und es gibt eine große Steigung. Die Leute weichen dann trotz der Gefahren auf die Staatsstraße aus, weil es sich dort einfach angenehmer fährt.“ 

Grundsätzlich empfiehlt Freund Radfahrern, Straßen zu meiden, sofern es Alternativen gibt. Auch solche Konflikte gelte es, findet der ATS-Produktmanager, im Rahmen des Radverkehrskonzepts im Blick zu behalten und nach Möglichkeit zu entschärfen.

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