+
Einsatz für die Bildung: (v.l.) Wolfgang Rzehak, Klaus-Dieter Graf von Moltke, Ulrich Throner, Alexander Schmid, Regina Schliephake und Michael Pelzer.

Bildungsregion

Die Jugend soll im Landkreis bleiben

Miesbach - Jugendliche aus dem Kreis Miesbach sollen mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort erfahren. Deshalb hat die Standortmarketing-Gesellschaft bei Unternehmen nachgefragt. Ergebnis ist eine Liste mit 97 Betrieben, die Praktika anbieten. Diese wird an weiterführende Schulen verteilt.

Junge Leute sollen wissen, welche beruflichen Möglichkeiten sie im Landkreis haben. Dieses Ziel verfolgt der Landkreis im Rahmen des vom Bund geförderten Konzepts Bildungsregion. Im Landratsamt Miesbach haben nun die Verantwortlichen das neueste Projekt in diesem Bereich vorgestellt. Es geht auch darum, Fachkräfte für die heimischen Unternehmen zu sichern. Es jemanden wie Michael Pelzer gebraucht, stellt Landrat Wolfgang Rzehak fest. „Er ist ein Motivator.“ Pelzer ist Bildungskoordinator im Landkreis und erklärt, worum es ihm geht: „Wir müssen junge Leute rausholen, sie ins Wasser werfen und ihnen zeigen, dass man nur im Leben das Schwimmen lernt.“ Um das zu bewerkstelligen, hat der Landkreis Regina Schliephake ins Boot geholt. Die gebürtige Tegernseerin ist sei Oktober hauptamtliche Bildungsregionsmanagerin. Auf Anregung des Arbeitskreises (AK) Schule-Wirtschaft hat die Bildungsregion, die bei Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach angesiedelt ist, ein neues Projekt in Angriff genommen: Den Schülern sollen Praktikumsmöglichkeiten im Landkreis aufgezeigt werden. Dazu fand im August eine Unternehmensbefragung statt. „Wir wollten die Vielfalt darstellen“ erklärt Schliephake. 97 Betriebe aus dem Landkreis sind momentan im Boot. Auf umfangreichen Listen für alle Arten von weiterführenden Schulen sind Praktika aufgeführt. Nicht nur das Angebot können die Schüler in den Zusammenstellungen finden. „Sie sehen auch, welche Bewerbungsunterlagen sie brauchen“, sagt Ulrich Throner, Vorsitzender des AK Schule-Wirtschaft. Die Listen werden an die Schulen geschickt und sollen dort an Lehrkräfte verteilt werden. „Die Resonanz ist sehr positiv“, berichtet Schliephake. Nicht nur die Schüler sollen von den Listen profitieren. „Bildung ist integral zu sehen mit Ansiedlung“, sagt Klaus-Dieter Graf von Moltke, Vorsitzender des Unternehmerverbands im Landkreis Miesbach. „Wo man sich entwickeln kann, da lässt man sich auch nieder.“ Bildung spiele eine enorm wichtige Rolle. Diese Botschaft will Koordinator Pelzer in die Kommunen tragen: „Wir werden mit den Bürgermeistern reden müssen. Bildung muss im Haushaltsplan auftauchen.“ Auch die Unternehmen ziehen einen Nutzen von diesem Projekt, unterstreicht SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid: „Die Sicherung von Fachkräften ist wichtig.“ Vor einigen Jahren noch hätten Berufsberater jungen Leuten geraten, nach ihrem Schulabschluss nach München zu gehen. Dem will die SMG entgegenwirken. Throner vom AK Schule-Wirtschaft bedauert: „Das Bewusstsein für den zweiten Bildungsweg ist noch nicht da.“ Mittlerweile würden aber auch die Gymnasien die Notwendigkeit sehen, den Schülern die Möglichkeit außerhalb eines Studiums aufzuzeigen. Mit Angeboten wie den Praktikalisten soll ein Florieren der Bildungsregion unterstützt werden.

Praktikumsangebote können die Unternehmen bei Regina Schliephake melden, unter 0 80 25 / 9 93 72 24 oder per E-Mail an rs@smg-mb.de.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ganz allein auf seinem Boot: Miesbacher will jüngster Weltumsegler werden
Vom Indischen Ozean über den Atlantik bis zum Pazifik und wieder zurück. Mit dem eigenen Boot die weiten Meere erkunden. Ein Kindheitstraum, den sich in Kürze ein …
Ganz allein auf seinem Boot: Miesbacher will jüngster Weltumsegler werden
Saftpresse für alle: Geben Sie hier ihre Äpfel ab
Frisch gepresster Saft für Alle - nicht nur für den Verbraucher gut, sondern auch für die Ökologie. Die Saftpresse in Gotzing freut sich über Apfel-Überschuss.
Saftpresse für alle: Geben Sie hier ihre Äpfel ab
Stümpfling und Sutten-Lifte fahren nicht mehr
Wanderer aufgepasst: Auf die beiden Sessellifte der Alpenbahnen Spitzingsee-Tegernsee darf ab jetzt nicht mehr gezählt werden. Die Lifte haben bis auf weiteres …
Stümpfling und Sutten-Lifte fahren nicht mehr
Dramatisches Ende einer Bergfreundschaft: Mann stirbt vor Augen seines Kameraden
Sie kannten sich seit Jahren und gingen immer gemeinsam in die Berge: So stiegen auch am Dienstag zwei Münchner (75 und 77) zur Rotwand auf. Nur einer kam lebend zurück.
Dramatisches Ende einer Bergfreundschaft: Mann stirbt vor Augen seines Kameraden

Kommentare