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Hier wird diskutiert: Das Podium im Bräuwirtsaal mit (v.l.) Ilse Aigner (CSU), Verena Schmidt-Völlmecke (SPD), Moderator Stephen Hank, Gisela Hölscher (FW) und Thomas Tomaschek (Grüne).

Landtagswahl in Bayern 2018

Landtagswahl in Miesbach: Alle Infos zu den Kandidaten - und die Podiumsdiskussion im Rückblick

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Am 14. Oktober ist Landtagswahl in Bayern. Alle Informationen zum Stimmkreis 121 (Landkreis Miesbach plus zwei Gemeinden aus Rosenheim) tragen wir hier zusammen. Das sagen die Direktkandidaten über sich - und so haben sie sich bei der Podiumsdiskussion präsentiert.

  • Die Landtagswahl 2018 in Bayern gehört zu den wichtigsten politischen Ereignissen des Jahres. Die aktuellen Prognosen und Umfragen für Bayern haben daher große Auswirkungen auf die gesamte Bundespolitik. Die regionalen Ergebnisse am Wahlabend finden Sie hier.
  • Hier finden Sie alle wichtigen Infos zum Stimmkreis 121, der den Landkreis Miesbach sowie die Gemeinden Feldkirchen-Westerham und Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim umfasst.
  • Wir veranstalten und tickern hier live die Podiumsdiskussion mit vier Direktkandidaten am Donnerstag, 13. September, im Bräuwirt ab 20 Uhr. Mit dabei sind: Ilse Aigner (CSU), Verena Schmidt-Völlmecke (SPD), Gisela Hölscher (Freie Wähler) und Thomas Tomaschek (Bündnis 90/Die Grünen).
  • Alle Informationen zu allen Direktkandidaten für den Stimmkreis 121 finden Sie weiter unten.

+++ AKTUALISIEREN +++

+++ Die Podiumsdiskussion vom 13. September zum Nachlesen +++


Ilse Aigner hat sich ihr Heimspiel vielleicht etwas einfacher vorgestellt. Bei der Begrüßung lächelte sie noch sanft, saß dann – die Hände vor den übereinander geschlagenen Knien gefaltet – gelassen da und zog hier und da allenfalls irritiert eine Augenbraue nach oben. Der erste Teil der Podiumsdiskussion der Direktkandidaten der vier im Landtag vertretenen Parteien war noch konzentriert und komprimiert. Doch Aigner sollte im mit gut 200 Besuchern voll besetzten Saal des Miesbacher Gasthofs Bräuwirt noch aus der Reserve gelockt werden.

Die Heimatzeitung und der Kolpingbezirk hatten gemeinsam zur Diskussion geladen. Vieles läuft nach dem bekannten Muster: die (noch) Oppositionellen kreiden der Regierung Versäumnisse an und fordern Verbesserungen. Die CSU kontert: Machen wir doch schon. Beim Lehrermangel etwa, den speziell die FW-Kandidatin Gisela Hölscher aus Waakirchen anprangert. Aigner: „Wir haben in zehn Jahren 15 000 Stellen zusätzlich geschaffen.“ Der Anteil der Lehrer, die im Sommer „auf die Straße gesetzt“ (Hölscher) wurden, sei verschwindend gering. Ferner: „Die Lehramtsplätze für die Grundschule werden aufgestockt, und wir haben Programme zum Umschulen“, so Aigner.

Mit dem Grünen-Kandidaten Thomas Tomaschek aus Rottach-Egern zofft sich Aigner über das Thema Flächenverbrauch. Ihre Hände hat sie inzwischen aneinandergelegt, sie zeigen spitz nach vorne. Immer öfter bittet sie Moderator Stephen Hank, Redaktionsleiter der Heimatzeitung, direkt auf Vorhaltungen antworten zu können. Nicht 13 Hektar, wie Tomaschek angegeben hatte, betrage der tägliche Flächenverbrauch in Bayern, sondern knapp zehn, und da seien Gärten und Spielplätze in Siedlungen mitgerechnet. „Immer noch zu viel“, sagt Tomaschek, der im Übrigen auch die Tieferlegung der B 318 in Warngau als „Irrsinn“ bezeichnet. Ein Kämpfer für ur-grüne Themen.

Das Publikum, in dem auch Landrat Wolfgang Rzehak und viele weitere Lokalpolitiker sitzen, hört gebannt zu. Apropos Rzehak. Dem Grünen hält Aigner Untätigkeit beim Busverkehr im Landkreis vor – wissend, dass Amtsvorgänger Jakob Kreidl (CSU) auch nicht mehr gemacht hat. Hölscher will Aigner damit nicht davonkommen lassen: „Da ist schon auch die Landespolitik gefordert.“ Gleiches gelte beim Thema Ehrenamt: „Es ist alles erschwert worden, was erschwert werden konnte.“

Der SPD-Kandidatin Verena Schmidt-Völlmecke aus Warngau merkt man an, dass sie für einen Landtagsabgeordneten in Nordrhein-Westfalen arbeitet, also im Politikbetrieb aktiv ist. Sie legt einen sicheren Auftritt hin. Nur beim komplexen lokalen Thema Wasserschutzzone flüchtet sich sich geschickt in Allgemeinplätze. Der zweifachen Mutter ist alles rund um die Familie besonders wichtig: Kinderbetreuung, Vereine, Pflege. „Kinder sind unsere Zukunft“, sagt sie. Und: „Vereine sorgen dafür, dass die Gesellschaft lebendig ist.“ Auch für die Beseitigung des Pflegenotstands will sie sich einsetzen. Und aus eigener Erfahrung weiß sie, dass selbst der Breitbandausbau zur Familienpolitik gehöre. Stichwort: Arbeiten von zu Hause aus.

Apropos zu Hause: Das Thema bezahlbarer Wohnraum brennt allen auf den Nägeln. Wiederum: Der Freistaat tue zu wenig, kritisieren die einen. Falsch, behauptet Aigner. Ja, bei der Förderung des Wohnungsbaus habe es eine „Delle“ gegeben, „aber wir haben das aufgestockt“. Aigner nennt eine Summe von 886 Millionen Euro. Tomaschek verweist auf das Grünen-Wahlprogramm, in dem von fünf Milliarden für 50 000 Wohnungen die Rede ist.

Nicht alle vorgesehenen Themen können an diesem Abend besprochen werden. Es bleibt aber der Eindruck, dass auch die drei Herausforderer im Landtag nicht fehl am Platze wären. Nach den Dialogen auf der Bühne zu urteilen, würden sich Schwarz und Grün mit einer Koalition allerdings schwer tun. Und am Ende hat Aigner – keine Überraschung – zur Gelassenheit zurückgefunden. „Geben Sie einem der Kandidaten Ihre Stimme“, sagt sie, ohne um Stimmen für sich zu buhlen.

Von Daniel Krehl


Hier der Live-Ticker zum Nachlesen:


22.21 Uhr: Damit endet auch unser Live-Ticker zur Podiumsdiskussion. Die Berichterstattung zur anstehenden Landtagswahl können Sie natürlich weiterhin bei uns verfolgen.


22.20 Uhr: Die Kandidaten können aufatmen: Die Podiumsdiskussion ist vorbei. Sepp Steigenberger, stellvertretender Vorsitzender des Kolpingbezirksverbands, dankt dem Publikum und beendet die Veranstaltung.


22.17 Uhr: Moderator Stephen Hank dankt dem Publikum. Eine Wahlempfehlung werde er nicht abgeben. „Aber gehen Sie alle zur Wahl.“ 


22.15 Uhr: Es folgen die Schlussstatements.

„Geben Sie einem der Kandidaten Ihre Stimme“, sagt Aigner.

„Geben Sie mir Ihre Stimme“, sagt Schmidt-Völlmecke. „Damit noch mehr Themen mit weiblichem Einfluss umgesetzt werden.“

„Bitte gehen Sie alle zur Wahl“, sagt Hölscher. Die Bürger dürften sich nicht als Opfer der Politik fühlen.

„Zur Wahl stehen eine Politik des Weiter so und eine Politik der Wende“, sagt Tomaschek. Für letzteres würden sich die Grünen einsetzen. 

Applaus gibt es für alle Statements.


22.12 Uhr: Moderator Stephen Hank läutet die Schlussrunde ein. Und schon wird es locker auf dem Podium. Die Kandidaten sollen launige Sätze vervollständigen. Alle antworten schlagfertig, das Publikum klatscht begeistert.


22.08 Uhr: „Konzentration auf wenige Ballungsgebiete ist nicht gut“, findet auch Aigner. 98 Prozent der Kommunen seien aber im Breitbandförderprogramm. „Es wird überall Glasfaser kommen müssen.“


22.06 Uhr: Ziel müsse es sein, die Standorte so attraktiv zu machen, dass die Menschen gerne dort leben, fordert Schmidt-Völlmecke. „So hoch können wir gar nicht bauen, um alle unterzubringen.“


22.03 Uhr: Rüdiger Obermaier vom Aktionsbündnis Zivilcourage hat das Mikro: „Wie kann man dezentral etwas machen, um die Leute in ihrer Heimat zu halten?“, fragt Obermaier. Tomaschek erwähnt den Breitbandausbau. Deutschland sei hier auf dem Stand von Angola. „Wir müssen da mal vorrücken“, sagt der Grünen-Politiker. Der ländliche Raum müsse gestärkt werden. Es könnten nicht alle nach München kommen. „Die Gegend ist voll“, sagt Hölscher. 


21.59 Uhr: Eine Mitarbeiterin aus der Liegenschaftsverwaltung der Stadt Tegernsee fragt, ob eine Gemeinde Wohnraum kaufen kann, um diesen dann günstig zu vermieten. Der Platz für Neubauten werde eng. Aigner antwortet, eine Gemeinde könne auch im Bestand etwas abreißen und neu bauen, ohne Flächen zu verbrauchen. Hölscher berichtet von einem Projekt mit kommunalem Wohnungsbau in Waakirchen. Tomaschek sagt, das Problem seien private Investoren. Für Schmidt-Völlmecke ist ein „Leerstandsmanagement“ das Mittel der Wahl.


21.54 Uhr: Die ödp sitzt nicht auf dem Podium, aber offenbar im Publikum. Ein junger Mann meldet sich zu Wort, hat aber noch keine Frage formuliert. Die Unruhe im Publikum steigt. Dann kommt die Frage doch. Sie geht an Ilse Aigner: „Warum wird alles privatisiert?“ Stimmt nicht, sagt Aigner und verweist auf das Kreiskrankenhaus Agatharied. Ein gesundes Wachstum brauche es aber.


21.50 Uhr: Jetzt spricht die Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, Johanna Ecker-Schotte. Die Tierheime in Bayern würden mit keinem Cent vom Freistaat unterstützt. „Ist mehr Unterstützung zu erwarten?“, fragt Ecker-Schotte die Kandidaten. „Ja, ja, ja“, sagt Hölscher. Die anderen kommen nicht mehr zu Wort. Die Zeit drängt.


21.48 Uhr: Thomas Tomaschek kritisiert die Angriffe Hölschers auf Landrat Wolfgang Rzehak. Die Neuausweisung sei von der Staatsregierung ausgegangen. Hölscher entgegnet, sie präsentiere Rzehak nur „die Volksmeinung“.


21.47 Uhr: Hölscher ist ganz anderer Meinung. „Es geht hier um den Eingriff in Eigentumsrechte“, stellt sie klar. Erst müssten die Altrechte neu verhandelt werden.


21.46 Uhr: „Es geht um Kompromisse“, sagt Schmidt-Völlmecke. Wasser sei Teil der Daseinsvorsorge, das gelte auch für München. 


21.44 Uhr: Am schnellsten gemeldet hat sich Norbert Kerkel, Vorsitzender des Vereins Unser Wasser. Er spricht die Neuausweisung der Wasserschutzzone an. „Wie unterstützen Sie den Landkreis in dieser schwierigen Sache?“, fragt Kerkel die Kandidaten.

Sie werde auf Umweltminister Marcel Huber einwirken, sagt Aigner. Trinkwasser dürfe nicht kommerzialisiert werden.


21.43 Uhr: Jetzt hat das Publikum das Wort. „Bitte fassen Sie sich kurz“, sagt Moderator Stephen Hank.


21.42 Uhr: Stimmt nicht, sagt Aigner und verweist auf die geplante Alpenbuslinie. „Hier wird leider immer vieles durcheinander geworfen.“ Der Landkreis entscheide, welcher Bus wohin fahre. Der Freistaat könne nur bezuschussen.


21.40 Uhr: Schmidt-Völlmecke fordert bessere Radwege. Und sie sagt, ein mangelndes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln würde Firmen das Anwerben von Fachkräften erschweren. Im Nachtragshaushalt der Staatsregierung stehe dazu leider nicht viel drin.


21.35 Uhr: Hölscher verteidigt Landrat Wolfgang Rzehak: Das Nahverkehrskonzept im Landkreis sei schon 21 Jahre alt. RVO-Busse seien oft leer. Hölscher spricht von „Geisterbussen“. Es müsse alles betrachtet werden, nicht nur einzelne Dinge isoliert. „Mobilität hört nicht an der Grenze auf“, sagt Hölscher. Der Landtag müsse hier „richtig Geld locker machen“. Applaus im Publikum.


21.33 Uhr: Aigner verteidigt die neuen Diesel-Loks. Die Elektrifizierung komme nicht von heute auf morgen. Für die Pendler seien ausfallsicherere Züge eine große Verbesserung.


Hier wird diskutiert: Das Podium im Bräuwirtsaal.

21.31 Uhr: Zwischen Aigner und Tomaschek geht es munter hin und her. Schwarz-Grün erscheint zumindest auf diesem Podium keine harmonische Koalition...


21.29 Uhr: Ein dicker Packen für Aigner, sagt Moderator Stephen Hank. Die Stimmkreisabgeordnete arbeitet ihn ab: Zuständig für die öffentlichen Verkehrsmittel sei in erster Linie der Landkreis. Miesbach sei hier Schlusslicht. In viereinhalb Jahren unter Landrat Rzehak (Grüne) sei nicht viel passiert. Die Leute müssten auch von der Schiene weg kommen. 


21.27 Uhr: Der nächste Themenkomplex ist der Verkehr. Eine Antriebswende alleine reiche nicht, sagt Thomas Tomaschek, es brauche eine Verkehrswende. „Es geht immer nur um die Straße“, schießt Tomaschek Richtung CSU. Der Tunnel der B318 bei Warngau bringe nichts, sei „Irrsinn“. Dass für die BOB neue Diesel-Loks bestellt würden: „Das muss mir mal einer erklären.“ Langer Applaus im Publikum.


21.25 Uhr: Die Menschen, die von anderen Bundesländern zuwandern, seien nun mal da, sagt Schmidt-Völlmecke. „Für die müssen wir auch eine Infrastruktur schaffen.“


21.24 Uhr: Man könne einer Firma nicht vorschreiben, wo sie hingeht, erwidert Aigner. Die Staatsregierung schaffe aber Rahmenbedingungen. „Das“, sagt Aigner, „wirkt aber nicht von heute auf morgen.“ Sie werbe viel für andere Regionen, „aber es ist ein harter Job“.


21.22 Uhr: Hölscher verweist auf den Skandal mit Hypo Alpe Adria. Da seien viele Wohnungen verkauft worden. Der laufende Zuzug in den Landkreis würde die Region verändern. Man müsse „kreative Wege“ gehen, um strukturarme Regionen zu stärken. Das könnte das „Zubauen“ des Landkreis verhindern. Irgendwann sei das „Tafelsilber“ weg.


21.17 Uhr: „Wir verscherbeln keine eigenen Flächen“, sagt Aigner. 16 Hektar seien in München noch frei. Jeder Quadratmeter werde mit Wohnungen gebaut.


21.15 Uhr: Schmidt-Völlmecke beklagt den Wegfall von Wohnungen aus der Sozialbindung. Dies erzeuge Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt. „Was hat die CSU in der Zeit ihrer absoluten Mehrheit gemacht?“, fragt die SPD-Frau Richtung Aigner. Man merkt: Jetzt ist richtig Wahlkampf auf dem Podium.


21.13 Uhr: Tomaschek kontert: „Bayern verschwindet unter Beton“, sagt er. Moderator Stephen Hank fragt, ob man Flächen besser „managen“ kann. Tomaschek sagt zu Aigner, sie sei lange in der Regierung, müsse die Dinge also mal anpacken. Aigner sagt, Bayern sei erfolgreich, deshalb würden die Leute hierher kommen. Tomaschek kontert: „Nur Wachstum kann es auch nicht sein.“


21.11 Uhr: Die Wohnungen seien da, sagt Aigner. Aber man müsse weiter bauen. Verdichtung sei das eine, aber man brauche auch Flächen. Die Kritik der Grünen am Flächenverbrauch sei da nicht zielführend, sagt Aigner Richtung Tomaschek. Sie werde eine Initiative vorbringen, dass ab 30 Parkplätzen Tiefgaragen gebaut werden müssen. Diese Flächen könne man wieder für Wohnraum nutzen. Am Geld werde der Wohnungsbau nicht scheitern. 


21.07 Uhr: „Was haben Sie für Lösungen?“, fragt Hank Aigner. Die CSU-Politikerin verweist auf den Zuzug - auch aus NRW. Ein Seitenhieb auf Schmidt-Völlmeckes Herkunft? Das Publikum sieht es so. Die SPD-Politikerin reagiert schlagfertig: „Dann reden wir mal über den Fachkräftemangel.“ Applaus.


21.04 Uhr: Wie sollen sich Normalverdiener noch eine Wohnung leisten können?, fragt sich Schmidt-Völlmecke. Viele Genossenschaftswohnungen seien verkauft worden. „Das schmerzt mich sehr“, sagt die SPD-Frau. Das Publikum auch. Es applaudiert. Man müsse freie Flächen im Landkreis behutsam anschauen und prüfen, wo eine Bebauung möglich ist. „Keine Hochhäuser, aber ein bisschen höher.“ Nicht jeder könne sich ein Häuschen leisten. Wohnen dürfe nicht zum Luxus werden.


21 Uhr: Halbzeit bei der Podiumsdiskussion. Jetzt kommt ein Top-Thema auf die Agenda: „Kann man sich das Leben im Landkreis noch leisten?“, fragt Hank.


20.59 Uhr: „Wie kann man mehr Menschen fürs Ehrenamt gewinnen?“, fragt Hank Thomas Tomaschek. Ehrenamtsempfänge einmal im Jahr seien „ganz nett“, würden aber als Würdigung nicht ausreichen, betont der Grünen-Politiker. Es brauche attraktivere Rahmenbedingungen wie Freistellungen vom Beruf für Rettungskräfte.


20.57 Uhr: Verena Schmidt-Völlmecke betont, ihr liege der Datenschutz schon am Herzen. Die individuelle Ausgestaltung könne man aber diskutieren. „Es geht wieder um die Rahmenbedingungen“, sagt die SPD-Politikerin. Jedes Mitglied in Sportvereinen sei 29 Cent wert, Kinder würden bereits zehnfach gerechnet. Hier müsse man deutlich mehr unterstützen. „Die Vereine sorgen dafür, dass Gesellschaft so lebendig ist“, sagt Schmidt-Völlmecke. Applaus aus dem Publikum.

Aigner sagt, bei der DGVSO gebe es nichts auszugestalten. „Das ist unmittelbar geltendes Recht.“ Vereinsförderung sei Aufgabe der Kommunen. Gerade Einsatzwagen würden aber sehr stark aus Landesmitteln bezuschusst. „Es wird viel gefördert“, sagt Aigner. Problematisch seien die Haftungsfragen. Das wisse sie aus eigener Erfahrung bei der Wasserwacht. „Es wird oft und viel geklagt.“


20.52 Uhr: Es geht jetzt um das Ehrenamt. „Da könnte ich stundenlang drüber reden“, sagt Hölscher. „Bitte nicht“, meint Hank. Lachen im Saal. Hölscher kritisiert vor allem die Datenschutzgrundverordnung (DGVSO), die den Vereinen viel Arbeit beschert habe. Ehrenamt sei die Stütze des Staates, werde aber nicht gut behandelt. Die Bergwacht müsse im Landkreis für ein neues Fahrzeug „hausieren gehen“. Auch die Nachbarschaftshilfen müssten einen 40-stündige Schulung nachweisen. „Wenn es so weitergeht, bin ich nächstes Jahr ganz grau“, sagt Hölscher.


20.50 Uhr: Tomaschek kritisiert den „Schlingerkurs“ der Staatsregierung zwischen G8 und G9. „Das wurde auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.“ Wieder Applaus im Saal.

Hank fragt, warum so viele Azubis ihre Lehre abbrechen. Tomaschek sagt, dass es Flüchtlinge gebe, die gerne einen Beruf erlernen würden, doch sie würden wieder „herausgezogen“. Nur Bayern würde hier willkürlich abschieben.

„Stimmt nicht“, hält Aigner dagegen. Flüchtlinge mit Lehrvertrag könnten eine Verlängerung ihrer Aufenthaltsgenehmigung erwirken. „Das ist unstrittig“, sagt Aigner. 

Aigner und Tomaschek einigen sich darauf, den Fall nachher „bilateral“ zu besprechen.


20.45 Uhr: „Es gibt in Bayern keinen Abschluss ohne Anschluss“, sagt Aigner. Es gebe keinen Grund, die Kinder unter Druck zu setzen. Auch das Handwerk brauche Nachwuchs. Applaus im Saal. 

Schmidt-Völlmecke entgegnet, dass es aber sehr wohl zu solchen Diskussionen in den Familien komme.


20.44 Uhr: „Kinder sind unsere Zukunft“, sagt Schmidt-Völlmecke. Sie verweist auch auf den immer höheren Leistungsdruck, schon in Grundschulen. Raunen im Saal. Erschreckend sei, so Schmidt-Völlmecke weiter, dass ein Viertel der Lehramtsanwärter ihr Studium abbrechen würden.


20.42 Uhr: Aigner antwortet, alleine in den letzten zehn Jahren habe die Staatsregierung 15.000 neue Lehrerstellen geschaffen. Bei den nicht eingestellten Lehrern habe es sich um unter zwei Prozent gehandelt. Die Plätze würden weiter aufgestockt.


20.40 Uhr: Neues Thema: Bildung. Hank spricht den Lehrermangel in Grund- und Mittelschulen an. Hölscher kritisiert, dass die CSU ausgebildete Lehrer im Sommer „auf die Straße gestellt habe“. Es brauche ein generalistischeres Lehramtsstudium. Es könne nicht sein, dass man sich in Grundschulen mit Aushilfen behelfen müsse. „Lehrer kommen an ihre Grenzen.“


20.38 Uhr: „Ist ein verpflichtendes soziales Jahr die Lösung?“, fragt Hank Ilse Aigner. Nein, antwortet die CSU-Politikerin. Man müsse sich vielmehr um mehr Fachkräfte bemühen. Dazu zähle die Anerkennung, aber auch die Bezahlung. Eigentlich gebe es ja Tarifverträge. Sie wisse aber nicht, warum es im einzelnen nicht funktioniere. Assistenzarbeiten könnten in Zukunft auch Roboter verrichten, findet Aigner. Das könnte ermöglichen, dass Leute länger zuhause leben könnten.


20.36 Uhr: Verena Schmidt-Völlmecke berichtet, dass es nicht akzeptabel sei, wenn sich private Pflegedienste bei weiteren Anfahrten nicht mehr rechnen würden. Sie verweist dabei auf das laufende Volksbegehren zum Pflegenotstand. „Bei uns ist ein Pfleger für 13 Patienten zuständig, in den Niederlanden für 6,5.“ Das muss sich ändern, findet Schmidt-Völlmecke.


20.34 Uhr: Viele Pflegekräfte würden bei Lufthansa anfangen und um die Welt fliegen, sagt Hölscher. Die Arbeitsbedingungen in ihrer eigenen Branche seien nicht attraktiv genug. Zur Palliativbetreuung sagt Hölscher, sie lade am 4. Oktober zu einem Treffen ein, wo besprochen werden soll, wo im Landkreis ein Hospiz entstehen kann.

20.32 Uhr: Jetzt geht es um die Pflege. Die Jobs seien hier schlecht bezahlt, die Arbeit „brutal“, sagt Tomaschek. In den Heimen brauche es zudem eine bessere Qualitätskontrolle. Auch die häusliche Pflege werde immer wichtiger. Hier müsse man die ambulanten Dienste mit Geld und Ausbildungsangeboten unterstützen. Die Grünen hätten vor, eine bayerische Pflegekammer zu gründen. Auch die Hospizbegleitung müsse man weiter fördern.


20.30 Uhr: Aigner sagt, die Wirtschaft könne es sich in Zeiten des Fachkräftemangels nicht erlauben, dass gut ausgebildete Frauen nicht arbeiten können. Kleinere Firmen seien hier oft flexibler.


20.28 Uhr: Gisela Hölscher sagt, sie habe ihre Nervosität jetzt besser im Griff. Jede Gemeinde im Landkreis schaue, dass sie ihren Verpflichtungen zur Kinderbetreuung nachkomme. „Hier ist sehr gut gearbeitet worden“, sagt die FW-Kandidatin. Nachbesserungsbedarf sieht sie bei den Hortplätzen.


Das Podium vor dem Start: Sepp Steigenberger (stellvertretender Vorsitzender Kolpingsbezirk), Ilse Aigner (CSU), Verena Schmidt-Völlmecke (SPD), Moderator Stephen Hank, Gisela Hölscher (FW), Thomas Tomaschek (Grüne) und Hans Maier (Kolping).

20.26 Uhr: Los geht‘s mit Themenkomplex eins, Familie und Pflege. Schmidt-Völlmecke erzählt von drei Familien, die sich auf einen Kita-Platz bewerben. Das sei eine Gesellschaft, in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht funktioniere. Die Landespolitik müsse hier einen Rahmen vorgeben.


20.25 Uhr: „Anstand zählt sich grundsätzlich aus, auch außerhalb der Politik“, sagt Aigner, als sie von Hank auf die Aussage von Sigmar Gabriel angesprochen wird, sie sei zu anständig gewesen, um bayerische Ministerpräsidentin zu werden. Lachen im Saal. Seit einem gesundheitlichen Rückschlag in jungen Jahren lasse sie vieles lockerer laufen, verrät Aigner.


20.23 Uhr: Was macht Ilse Aigner mit ihrer wenigen Freizeit? „Wandern, Spazierengehen oder auch mal einen Schafkopf“, antwortet Aigner. Den Umfragewerten glaube sie nicht mehr so viel. Nur die Hälfte der Bevölkerung wisse derzeit, was sie wählen wird. Umso mehr seien die Kandidaten jetzt gefordert.


20.21 Uhr: „Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?“, fragt Hank Verena Schmidt-Völlmecke. Das gelinge ihr sehr gut, antwortet die Kandidatin. Als „Frau von außen“ sei sie auch im Landkreis ganz gut angekommen und habe gezeigt, dass sie mitgestalten möchte und dies auch tue. Auf ihren professionellen Wahlkampf angesprochen sagt die SPD-Frau, sie habe in Nordrhein-Westfalen viel gelernt. 


20.20 Uhr: Jetzt spricht Gisela Hölscher. Sie sagt, die umstrittene Ortsumgehung in Waakirchen habe sie zur Politik motiviert. Zu ihrem Beruf als Creweinsatzplanerin bei der Lufthansa sagt sie, dass sie mit Stress gut umgehen kann. „Ich bin seit 30 Jahren im Geschäft. Stress ist mein täglich Brot.“


20.15 Uhr: Los geht‘s mit einer lockeren Kennenlernrunde. Die Kandidaten sollen erzählen, wie sie in die Politik gekommen sind.

Thomas Tomaschek bemerkt erst mal, dass die Frauenquote auf dem Podium 75 Prozent beträgt. Hank fragt, wann er schon mal an seine Grenzen gestoßen ist. Tomaschek sagt, bei Entscheidungen über Bauvorhaben im Rottacher Gemeinderat. Das Landratsamt ersetze viele Entscheidungen. Das mache die Gestaltung schwierig. 

Auf sein Engagement als Musiker angesprochen sagt Tomaschek, in der Musik könne man viel gestalten. In der Politik auch.


20.07 Uhr: Jetzt stellt Moderator Stephen Hank die Kandidaten vor. Frau Aigner sitze links außen, merkt er schmunzelnd an. Aber nur heute Abend auf der Bühne. Das Publikum begrüßt alle Politiker mit einem Applaus.

Wir haben alle wichtigen Infos zu den Kandidaten unten zusammengefasst.


20.05 Uhr: Jetzt begrüßt auch Moderator Stephen Hank die Gäste im „randvollen Saal“. Er freue sich auf einen spannenden Abend. Politik vor Ort werde in den Rathäusern gemacht, sagt Hank. Heute gehe es darum, herauszufinden, welchen Einfluss die Landespolitik darauf hat. Hank dankt den Kolpingsfamilien im Landkreis für die Vorbereitung der Veranstaltung und der Themen.


20 Uhr: Organisator Hans Maier von Kolping begrüßt die Gäste. Er erklärt, Ziele des Abends seien „miteinander reden und sich austauschen“. Nichts anderes haben die Diskussionsteilnehmer vor.


19.58 Uhr: Gleich ist es so weit. Die Kandidaten sitzen in ihren bequemen Ledersesseln, unbequeme Fragen können trotzdem kommen.  Im Publikum fragt man sich: Kann Ilse Aigner ihre Erfahrenheit auf großen Bühnen ausspielen? Und wie gehen die drei anderen Kandidaten mit dem Druck um? In ein paar Minuten wissen wir mehr.


19.50 Uhr: Fototermin für die Kandidaten auf der Bühne. Die Technik verteilt die Mikrofone. Dann kann‘s losgehen.


19.45 Uhr: Soeben ist Ilse Aigner in den Bräuwirt gekommen. Begrüßt wurde sie von einem kurzen Applaus von einem Tisch im Saal. Fans der amtierenden Stimmkreisabgeordneten sind also schon mal da. 


19.40 Uhr: Noch 20 Minuten bis es losgeht. Nur noch wenige Stühle im Bräuwirtsaal sind frei. Die Spannung ist spürbar, Bei den Kandidaten, aber auch beim Publikum.

19.25 Uhr: Die Hälfte der Zuschauerplätze im Saal sind besetzt. Nochmal kurz zur Erinnerung: Moderator Stephen Hank wird den Kandidaten Fragen zu fünf Themenblöcken stellen (Infos dazu stehen unten). Dann haben die Zuschauer noch die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen. Die ersten machen sich schon Notizen auf den bereitgelegten Karten.

Noch sind alle Plätze frei: Das Podium im Miesbacher Bräuwirtsaal ist bereit für die Kandidaten und Moderator Stephen Hank.

19.20 Uhr: Gerade betritt Landrat Wolfgang Rzehak den Saal. Er wird sicherlich in erster Linie seinen Grünen-Parteikollegen Thomas Tomaschek die Daumen drücken.

19.15 Uhr: Mittlerweile ist auch Verena Schmidt-Völlmecke im Bräuwirt angekommen. Die Kandidaten plauschen noch entspannt im Zuschauerraum. Ein bisschen aufgeregt ist aber wohl jeder.

18.50 Uhr: Kandidat Nummer zwei trifft beim Bräuwirt ein: Thomas Tomaschek von den Grünen. Auch er schaut sich gleich mal die Bühne an.

18.45 Uhr: Noch etwas mehr als eine Stunde bis zum Beginn der Podiumsdiskussion im Miesbacher Bräuwirtsaal. Mit Gisela Hölscher ist bereits die erste Kandidatin zum Probesitzen eingetroffen. Im Zuschauerraum sind hingegen noch die meisten Plätze frei. Das dürfte sich aber in der nächsten Stunde ändern.


Podiumsdiskussion zur Landtagswahl 2018 - das ist geboten

Hier treffen die Direktkandidaten der vier großen Parteien direkt aufeinander. Am Donnerstag, 13. September, findet im Miesbacher Bräuwirt die einzige Podiumsdiskussion mit den Direktkandidaten der im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien statt. Ilse Aigner (CSU), Verena Schmidt-Völlmecke (SPD), Gisela Hölscher (Freie Wähler) und Thomas Tomaschek (Bündnis 90/Die Grünen) werden sich gegenübersitzen. Moderiert wird der Abend, der um 20 Uhr beginnt, von Stephen Hank, Redaktionsleiter der Heimatzeitung.

Der Miesbacher Merkur, die Tegernseer Zeitung und der Holzkirchner Merkur bringen in Kooperation mit dem Kolping-Bezirksverband die vier großen Kandidaten auf eine Bühne. Im Vorfeld hatten sich die Kolpingsfamilien im Landkreis Miesbach in Workshops Gedanken über die drängendsten landespolitischen Fragen gemacht. 

Diese fünf Themenkomplexe, kommen im Bräuwirt auf den Tisch

Im Bereich„Familie und Pflege“ sollen die Kandidaten erklären, wie sie zu Fragen der Kinderbetreuung, der Pflege und der ärztlichen Betreuung stehen. 

Auf den Nägeln brennt den Menschen auch das Thema „Bildung und gesellschaftliches Engagement“. Was muss die Landespolitik für Vereine und Schulen tun? Darauf sollen die Podiumsteilnehmer Antworten geben. 

Mit „Wohnen auf dem Land“ geht es weiter. Die Problematik liegt auf der Hand: Es geht um bezahlbaren Wohnraum. 

Ähnlich klar die Fragestellungen im Komplex „Verkehr und öffentliche Versorgung“. Der Landkreis wird von der Blechlawine erdrückt, der Kollaps droht. Auch in Sachen Zukunft von Mobilfunk und Breitband sollen die Kandidaten Stellung beziehen. 

Beim fünften Bereich fällt der Blick ein wenig zurück auf die Kommunalwahl vor vier Jahren. Damals war die Sparkassen-Affäre in vollem Gange. Wie also steht es um die Transparenz in der Politik und in behördlichen Entscheidungen? Und wie sicher ist der Landkreis? 

Dazu können die Besucher Antworten erwarten – und im Anschluss auch Fragen an die Kandidaten stellen. Die Einschränkung auf die im aktuell im Landtag vertretenen Parteien erfolgte, um die Diskussion überschaubar zu halten.

Das sagen die Kandidaten über sich

Die übrigen Kandidaten folgen in Kürze.

Alle Infos rund um die Landtagswahl in Bayern 2018 finden Sie natürlich auch bei uns:

kmm/dak/sg

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