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Verschenkter Platz: Die Eigentümer-Familie will den Lagerplatz vor ihrem Haus am Lebzelterberg in Miesbach in eine Ladezone umwandeln.

Bauausschuss

Lebzelterberg: Lagerplatz wird Ladezone

Miesbach - Platz für Autos: Weil ein Hauseigentümer am Lebzelterberg bereit ist, ein Vordach zurückzubauen, kann die Stadt Miesbach dort zwei Stellplätze einrichten

Von außen ist er kaum einsehbar, der kleine Schuppen am Seitenarm des Lebzelterbergs in Miesbach. Eigentlich ist es sogar nur ein Vordach und eine Hecke – mit einer Straßenlaterne davor. Dahinter verstecken sich momentan nur eine Mülltonne und ein Anhänger. Platzverschwendung, dachte sich da die Familie, der das Haus gehört, an das der kleine Lagerplatz angrenzt. Also bot sie der Stadt an, das Vordach wegzureißen – falls diese dort zwei Stellplätze für eine Ladezone einrichtet. 

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) zeigte sich im Bauausschuss durchaus angetan von der Idee. „Der Grund gehört uns sowieso“, erklärte sie. Pongratz schlug daher folgende Aufgabenverteilung vor: Die Eigentümer bauen ihr Vordach ab und beteiligen sich an der Hälfte der Kosten für das Versetzen der Straßenlaterne. Die Stadt entfernt dafür die Hecke und pflastert die 15 Quadratmeter Fläche für zwei Stellplätze. Die Gesamtkosten schätzte die Bürgermeisterin auf 6000 bis 7000 Euro. „Ich würde es sinnvoll finden, das zu machen“, sagte Pongratz. Auch wenn es wegen der angespannten Haushaltslage heuer eher nichts wird. 

Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) war anderer Meinung. Nicht nur wegen der Kosten. „Ich glaube nicht an eine autofreundliche Stadt“, sagte er. Er finde es grausam, auf jeden Hinterhof einen Parkplatz reinzuquetschen. Florian Ruml (FWG) hielt dagegen: Wenn die SPD einen autofreien Marktplatz wolle, sollte sie über Parkplätze an anderer Stelle eigentlich dankbar sein. 

Auch Franz Mayer (CSU) sprach sich für die Stellplätze aus. Diese sollten in seinen Augen allerdings nicht öffentlich nutzbar sein. Sein Fraktionskollege Markus Baumgartner warnte dagegen vor einer „Exklusiv-Ladezone“ für die Eigentümer – quasi als Gegenleistung für den Rückbau des Vordachs. 

Beides werde es nicht geben, versicherte Pongratz. „Der Bauausschuss entscheidet, was da hinkommt.“ Die ersten Auflagen für das Vorhaben packte das Gremium dann gleich mit in den Beschluss für das Projekt. So solle die Ladezone nicht geteert, sondern gekiest werden, und das auch nur, wenn es die finanziellen Mittel der Stadt hergeben. Gegen die Stimme von Fertl segneten die Ausschussmitglieder dieses Vorgehen letztlich ab.

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